Am Gilf Kebir

Endstation der Forschungsreise

Am Ende der Forschungsreise befindet sich der Gilf Kebir, das gewaltige Hochplateau im Südwesten, das auch in der neueren Geschichte eine große Rolle spielt.

Im Zweiten Weltkrieg kämpften in Nordafrika die englischen Truppen von Montgomery gegen die deutschen Soldaten von General Rommel. Eine gigantische Materialschlacht mit Tausenden von Opfern.

Geheimoperation "Salam"

1942 wollten die Deutschen den Feind empfindlich schwächen. Von der Geheimoperation "Salam" zeugen noch Spuren im Sand. Der Ungar Ladislaus Almasy, Hauptmann der Wehrmacht, erhielt einen gefährlichen Auftrag. Er sollte deutsche Agenten hinter die feindlichen Linien schleusen.


Ein Himmelfahrtskommando, denn die Große Sandsee gilt als unüberwindbar. Sein Weg führte Almasy vom Mittelmeer über den Gilf Kebir bis an den Nil. Kein Engländer rechnete damit. Almasy schaffte das Unmögliche und setzte die Spione am Nil ab. Er selbst kehrte zurück und bezwang die Wüste ein zweites Mal.

Erfolgreiche Expedition

An diesem geschichtsträchtigen Ort weit im Westen nahe dem Gilf Kebir stießen die Forscher auf eine hohe Säule. Mehr als zwei Meter ragt der Alam empor. Bei klarem Wetter ist er aus über 15 Kilometer sichtbar. Am Fuß des Steinmals wurden Karbonrückstände eines Lagerfeuers festgestellt. Die Spuren sind über 3400 Jahre alt. Das bedeutet: Kundschafter des Pharao müssen fast bis zur Libyschen Grenze vorgedrungen sein.

Etwas weiter südlich, unmittelbar am Gilf Kebir, befindet sich wieder ein Kruglager. Der Platz ist die bisher letzte bekannte Wasserstation auf der antiken Handelsroute nach Zentralafrika. Die prächtigen Gefäße wurden von den Forschern nach Dachla gebracht. Die besten Exemplare sollten ins Museum. Die Kölner Expedition war ein voller Erfolg. Die neuen Fundorte sind wichtige Bausteine, um den ursprünglichen Verlauf des Abu Ballas-Trails zu rekonstruieren. Allmählich entsteht ein genaues Bild von der Seidenstraße der Pharaonen.

Das Libysche Wüstenglas

Zwischen dem antiken Handelsweg und dem kostbaren Totenschmuck des Tutenchamun besteht sogar eine direkte Verbindung. Der Skarabäus auf der prunkvollen Brustplatte gelangte vermutlich über den Abu Ballas Trail an den Nil. Das so genannte Libysche Wüstenglas kommt nur nördlich des Gilf Kebir vor. Sonst nirgendwo auf der Welt.


Wahrscheinlich ist es durch einen Meteoriteneinschlag vor 29 Millionen Jahren entstanden. Der mysteriöse Stein ist teurer als Diamanten. Die Goldschmiede des Pharao erkannten seinen hohen Wert und fertigten daraus das berühmteste Schmuckstück des Alten Ägypten. Gesichert ist: Das Kleinod stammt aus der entfernten Region in der westlichen Wüste. Vielleicht brachten Kundschafter des Pharao den Schatz mit, als sie Farbpigmente holten.

Finderglück

Rudolph Kuper aus dem Kölner Team gewährten die Götter zum krönenden Abschluss seiner strapaziösen Arbeit besonderes Finderglück: Am Fuß des Cheops-Bergs stieß der Kölner unvermutet auf einen schimmernden Stein. Im Labor wurde die Hoffnung schließlich zur Gewissheit. Die Analyse ergab: Der Archäologe hat tatsächlich das seltene Wüstenglas gefunden und zwar ein Stück von besonderer Qualität. Nach ägyptischem Glauben war es göttliche Vorbestimmung, dass der Stein aus der Wüste im Westen kam. Denn dort trat der Pharao die Reise ins ewige Leben an.

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