Analyse und Befund

Höchste Sicherheitsstufe im Labor

Bervor die Proben in Hamburg untersucht werden, müssen die Beutetiere in der Gorumba-Mine gefangen werden. Doktor Sabue hat ein Netz mit drei Zentimetern Maschenweite besorgt. Die Fledermäuse sollen sich bei ihrem nächtlichen Ausfliegen darin verfangen.

Nicht nur Fledermäuse stehen im Verdacht, das Marburg-Virus in sich zu tragen. Sogar Insekten könnten Überträger sein, in den Fallen sollen sich einige verfangen. Auch Nagetiere gehören zu den Verdächtigen. Borchert hat Rattenfallen mitgebracht. Vier Stunden wollen die Forscher warten, bevor sie ans Einsammeln der Fallen gehen. Sie sind optimistisch, denn alle Tiere sind nachts unterwegs, um Nahrung zu suchen. Das Netz bewährt sich, die Fledermäuse können es mit ihrem Sonar nicht orten. Zwölf Fledermäuse, einige Insekten, zwei Ratten - das ist die Ausbeute nach dieser ersten Jagd.

Reise nach Übersee

Noch in der gleichen Nacht wollen die Wissenschaftler die gefangenen Tiere sezieren. In ihrer Schutzkleidung herrscht Überdruck. Selbst durch die kleinste Öffnung könnten sonst Viren dringen. Mit einem Narkotikum werden die Tiere schmerzlos getötet. Viren sammeln sich besonders in inneren Organen wie der Milz. Stichverletzungen mit dem chirurgischen Besteck sind für die Forscher das größte Risiko. Ihre Hauben schützen vor winzigen Spritzern von Blut und Körpersäften. In flüssigem Stickstoff bleiben die Proben über Wochen tiefgekühlt. Als Gefahrgut sind sie nun bereit für die Reise nach Übersee.

In Hamburg am Bernhard-Nocht-Institut arbeiten einige der besten Viren-Spezialisten. Der Virologe Hans-Herbert Schmitz nimmt einige Proben in Empfang. Auf die Wissenschaftler wartet zunächst eine Enttäuschung: In keiner der Ratten oder Fledermäuse findet sich das Virus. Vielleicht, so vermutet Schmitz, lag die Epidemie zu lange zurück, das Virus ist weitergezogen. Schon beim ersten Krankheitsfall, so rät er, sollte die Suche beginnen.

Harmloser Ebola-Verandter?

Petra Emmerich ist Spezialistin für die Arbeit am offenen Virus. Die Hamburger betreiben ein Labor der Klasse 4, der höchsten Sicherheitsstufe. Nur im Überdruckanzug darf die Schleuse zur so genannten "Hot Zone", der Gefahrenzone, durchschritten werden. Hier arbeiten die Forscher mit hochinfektiösem Material wie Blut und Gewebeproben. In den Kühlschränken lagern die gefährlichsten Erreger der Welt.

Matthias Borchert reicht ein Päckchen mit luftdicht verschlossenen Serumproben durch die Schleuse. Petra Emmerich untersucht die Blutproben des Krankenhauspersonals aus Masindi - mit einem aufregenden Befund: Eine Krankenschwester hat Antikörper gegen Ebola, obwohl sie niemals in Kontakt mit dem Virus war. Die Forscher vermuten nun, dass es ein weiteres, noch unbekanntes Virus gibt. Ein Virus, Ebola ähnlich, die gleichen Abwehrreaktionen hervorrufend, doch nicht tödlich. Vielleicht liegt hier der Schlüssel für eine Schutzimpfung gegen die Seuche.

Für Matthias Borchert wäre ein Impfstoff nur einer von vielen Schritten beim Kampf gegen Ebola. Wichtig ist auch die Ausbildung der Ärzte. Denn nur geschultes Personal ist in der Lage, Ebola sofort von anderen Krankheiten zu unterscheiden und so zu vermeiden, dass die Seuche außer Kontrolle gerät.

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