Angriff auf die "Essex"

Verhängnisvolle Walattacke

Nach vier Monaten auf See haben sie erst einen Wal gefangen. Hoffnung auf genügend Beute gibt es nur noch im Pazifik. Aber das heißt, Kap Horn bezwingen: das Kap des Schreckens. Heulende Stürme und haushohe Wellen.

Einen endlosen Monat lang kämpft sich die "Essex" um die Südspitze Amerikas. Mitten im Pazifik bereiten sich Walherden auf die jährliche Paarungszeit vor. Bald sind auch die mächtigen Bullen zur Stelle und kämpfen um die Wal-Kühe.

Die Jagd muss weitergehen

Vor der Küste Perus machen die Jäger endlich Beute. Elf Wale töten die Männer und füllen 800 Fässer mit Tran. Aber noch sind die Laderäume halb leer. Die Jagd muss weiter gehen, sonst lohnt sich die jahrelange Meerfahrt nicht. Kapitän Pollard hat Gerüchte gehört. In kaum befahrenen Breiten soll es jede Menge Wale geben. Tausende Kilometer Richtung Norden und dann nach Westen. Nur wenige verwegene Walfänger haben sich bisher so weit in den riesigen Ozean hinaus gewagt. Männer wie Pollard müssen bis ans Ende der Welt fahren, wenn sie überhaupt noch Gewinn machen wollen.

Im November 1820 sichtet der Ausguck nach 15 Monaten Fahrt endlich große Walherden. Die "Essex" fährt mitten in die Paarungs-Gründe der Pott-Wale. Jetzt wird der Schiffsbauch randvoll mit "fettem Glück", wie sie Wal-Tran nennen. Die Jagd beginnt, aber im Paarungsgebiet ist sie besonders gefährlich. Owen Chase' Boot wird von einem verletzten Wal umgeworfen. Aber zum Glück wird niemand verletzt. An Bord der "Essex" versuchen die Männer den Schaden so schnell wie möglich zu beheben. Es gilt die Gunst der Stunde zu nutzen. So viel Glück hat man nur einmal, dabei ist das Unglück so nah. Der riesige Bulle scheint dem lädierten Boot gefolgt zu sein. Er verharrt regungslos, als würde er warten, doch der Bulle hält tatsächlich auf das Schiff zu - und greift an!

Chaos an Bord

Betäubt von der Kollision, treibt der Wal längsseits. Es ist der größte Wal, der je gesichtet wurde. Instinktiv packt Chase seine Harpune - und zögert. Der verletzte Koloss könnte mit seiner Flosse das Ruder zerschmettern. Ohne Steuerung aber würde die "Essex" hilflos treiben - mitten im Pazifischen Ozean. Der Wal erholt sich vom Aufprall und zieht sich zurück. Und dann greift der riesige Bulle erneut an! Die Männer sind entsetzt. Noch nie hat man von einem Wal gehört, der ein Schiff rammt. Langsam schiebt der wütende Riese das 300-Tonnen-Schiff vor sich her. Es herrscht Chaos an Bord. Alte Seemanns-Legenden scheinen wahr zu werden: von Monstern aus der Tiefe, die Schiffe verschlingen.

Scheinbar unverletzt taucht der Bulle in die Tiefe ab. So, wie Herman Melville es beschrieben hat. Während aber Kapitän Ahabs mörderische Jagd mit Tod und Schiffsuntergang endet, beginnt für die Überlebenden der "Essex" jetzt erst die Höllenfahrt. Während sich die "Essex" auf die Seite legt, hasten Kapitän Pollard und seine entsetzten Männer zur Unglücksstelle zurück. Welch ein Albtraum: Ein Leck - aus dem Schiffsbauch läuft der Wal-Tran aus. Bevor das Wrack untergeht, bergen die Seeleute noch hastig Segelzeug und Navigationsinstrumente, Waffen und Verpflegung.

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