Angriff auf die Xiongnu

"Unritterliche" Kämpfe mit den Methoden der Barbaren

Han-Kaiser Wudi hatte die konfuzianische Lehre zur Staatsdoktrin erhoben. Dass China die Barbaren an seinen Grenzen mit Tributzahlungen beschwichtigte, war mit diesem Weltbild kaum vereinbar. Unter der Beamtenschaft gärte es.

Kavallerie-Angriff der Chinesen

Die Xiongnu begegneten den Chinesen mit Arroganz, bedrohten die Grenzen und erhielten zudem noch reiche Geschenke. Für die Beamten wurde damit die himmlische Ordnung der Welt zerstört. In dieser ist der erhabene Kaiser der Kopf, der über alle Barbaren herrscht. Die Barbaren sind die Füße, die seinem Willen gehorchen und ihm tributpflichtig sind.

Befehl zum Angriff

Dank den Errungenschaften von Kaiser Wudi, dessen Titel posthum als der "Kriegerische Kaiser" übersetzt werden kann, verfügte das Land über eine effiziente Verwaltung. Die Armee war stark wie nie zuvor und wurde von exzellenten Generälen geführt. So gab der Kaiser den Befehl an General Huo, die Barbaren statt mit Geschenken, mit Soldaten zu "beglücken".

An der Spitze von über 100.000 Mann startete General Huo seine Attacken, die ihm später den Beinamen: "General der beweglichen Kavallerie" einbrachten. Bewusst setzte er auf die bewährte Kriegstaktik der Barbaren, für die man bislang nichts als Verachtung übrig hatte. In Schein-Attacken lockten sie die Wachen der Xiongnu aus ihren Zeltlagern, überfielen die schutzlosen Zivilisten und zogen sich zurück, ehe die Wachen wieder zur Stelle waren. Die Taktik der verbrannten Erde zerstörte die Lebensgrundlage der Xiongnu, die Überlebenden wurden bis weit nach Norden in die Steppe zurückgedrängt. Der Erfolg des Generals ließ die Kritiker des "unritterlichen" Kampfes schnell verstummen. Das lang umkämpfte Ordosgebiet im Norden gelangte wieder in chinesische Hand.

Strategische Planung Vormarsch der Chinesen

Eroberung des Hexi-Korridors

Bei der Verfolgung der flüchtenden Xiongnu stießen Chinas Truppen bis weit nach Westen vor. Sie besetzten den so genannten Hexi-Korridor, der wie ein Flaschenhals zwischen der Steppe im Norden und dem Massiv der Qilian Berge liegt. Die steinige Wildnis wird nur vereinzelt von Oasen unterbrochen, in denen ein wenig Ackerbau und Viehzucht möglich ist.

Die Eroberung des Hexi-Korridors eröffnete den Chinesen nicht nur den Zugang zur Seidenstraße, sie ebnete ihnen auch den Weg in ferne westliche Reiche. Dort gelangen sie in den Besitz der begehrten Reitpferde von "himmlischer Zucht", die sie für ihre neue Art der Kriegsführung so dringend brauchten. Die vor 2000 Jahren gegründeten Aufzuchtstationen existieren noch heute.


Nachdem die Ordnung an den Grenzen des Reiches wiederhergestellt war, stellte sich die Frage wie Friede und Ordnung in Zukunft dauerhaft gesichert werden konnte. Wudis Kanzler schlug, nach den geologischen Vorbildern der Berge und Flüsse, den Bau einer langen Mauer zum Schutz des chinesischen Kaiserreichs vor. Und zur Trennung des Inneren vom Äußeren, ein Sichtweise, die auch heute noch in der chinesischen Kultur tief verankert ist.

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