Angriff auf Panama La Vijea

Epoche der spanischen Konquistadoren geht zu Ende

In Panama ging im 17. Jahrhundert eine Epoche zu Ende. Der englische Pirat Henry Morgan zog mit 2000 Mann und 36 Schiffen zum Chagres Fluss. Die Festung San Lorenzo eroberte er im Handstreich. Dann bewegte sich das Piratenheer auf der alten Goldroute nach Süden.

In Panama La Vieja angekommen, begann am 28. Januar 1671 der Angriff. Ein grauenvolles Gemetzel, drei Tage und drei Nächte lang. Die Spanier konnten einen großen Teil der Schätze auf Schiffe retten. Die Piraten machten nur winzige Beute. Panama La Vieja ging in Flammen auf und brannte völlig nieder.

Überall schwarze Mauern

Panama La Vieja wurde nie wieder aufgebaut. Die neue Stadt, Panama City, entstand auf der anderen Seite der Bucht. Noch heute sieht man überall schwarze Mauern, die vermutlich von dem Brand stammen.


In Panama la Vieja hat die eigentliche archäologische Arbeit erst begonnen. Das Tübinger Projekt ist auf mehrere Jahre geplant. Zunächst wurden die Grundmauern der Gebäude topografisch vermessen und Sondagen zum Verlauf der Straßen angelegt. Die Forscher graben Wohnquatiere aus, in der Hoffnung auf Fundstücke, die Einblick in den Alltag geben.

Stücke aus dem deutschen Raum

Die Spezialistin für mittelalterliches Steingut Annette Zeichka ist auf etliche Stücke aus dem deutschen Raum gestoßen. Einige sind sehr gut erhalten und zeigen Figuren, wie ein Bartmann-Motiv, die zu mittelalterlichen Gefäßen oder auch Bierkrügen gehörten. Vielleicht waren sie in einer Kapitänskajüte nach Panama gekommen. Juan Martín Rincón untersucht im Labor die Knochenfunde. Eine DNA-Analyse wird zeigen, aus welchem Kulturkreis die Toten stammen.

Das Modell von Panama La Vieja lässt die Dimensionen einer Stadt erahnen, in der während ihrer Blütezeit etwa 8000 Menschen lebten. Hinzu kam eine hohe Wanderbevölkerung, bedingt durch die Lage als Knotenpunkt zwischen Südamerika, der Karibik und Europa.
Am Fuß der Kathedrale von Panama La Vieja hat Juan ein Grab entdeckt, das noch intakt ist. Dies ist selten, denn oft wurden Gräber geplündert, besonders wenn man glaubte, auf ein reich ausgestattetes Indiograb gestoßen zu sein.

Skelette aus präkolumbianischer Zeit

Ein wichtiges Ergebnis: Panama La Vieja ist nicht erst mit der spanischen Konquista entstanden. Hier lebten Indios seit tausend Jahren.

Man fand viele Skelette aus präkolumbianischer Zeit, auch das einer etwa 40jährigen sehr großen Frau aus höherer Schicht, umgeben von neun Männerschädeln. Alle Männer sind um die 30 Jahre alt. Das Grab ist bis heute ein Rätsel. Waren die Männer ihre Diener oder ihre Liebhaber?

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