Ankunft in Sparta

Stadtstaat mit demokratischen Zügen

Der Läufer ist inzwischen in Lakedamonien angekommen. Hauptstadt dieser Landschaft ist Sparta, die Staatsform könnte man Demokratie nennen. Allerdings gilt sie nur für den männlichen Teil einer kleinen städtischen Oberschicht. Das Land wird von Staatssklaven bestellt.

Herodot berichtet, dass Pheidippides am zweiten Tag seines Laufes in Sparta ankommt und den Behörden Folgendes sagt:

Sparta verspricht Hilfe




Die Spartaner versprechen zu kommen und zu helfen. "Nur war es ihnen unmöglich, dies unverzüglich zu tun", schreibt Herodot. Die Götter gebieten ihnen, bis zum nächsten Vollmond zu Hause zu bleiben. Wer bringt diese Antwort den Athenern? Dazu schweigt die Quelle: Aber die Spartaner dürfen ja noch nicht los. Bliebe eigentlich nur Pheidippides.

Es sind noch ein paar Tage, bis die Spartaner aufbrechen dürfen. Durchaus möglich, dass Hippias das geahnt hat, als er die Schlacht plante. Die Perser haben sich unterdessen in Marathon eingerichtet und warten. Die erhofften Überläufer sind ausgeblieben. Athen stellt sich nicht zur Schlacht. Der persische Heerführer neigt dazu abzuziehen. Und weiterzusegeln direkt nach Athen. Pheidippides läuft, diese Nachricht zu überbringen: Haltet durch, bis die Spartaner kommen!

Kunstwerke und große Köpfe

Einem kulturverwöhnten Athener muss Sparta seltsam erscheinen. Die Oberschicht widmet ihr Leben ganz dem Staat, ihrem Machterhalt und dem Krieg. Nicht dass die Athener besonders friedliebend wären, aber ihre Stadt hat unvergleichliche Kunstwerke geschaffen und große Köpfe hervorgebracht. Philosophen, Dichter oder Historiker wie Herodot, den man später "Vater der Geschichtsschreibung" nennen wird.


Athen hat unerwartete Hilfe erhalten. Die Kleinstadt Platää hat ihr gesamtes Aufgebot von circa 1000 Mann nach Marathon geschickt. Die Meinung unter den Generälen ist trotzdem gespalten. Fünf für die Schlacht, fünf für Rückzug. Bei so einer Pattsituation ist die Stimme des Oberfeldherrn ausschlaggebend. Ihn versucht Miltiades zu überzeugen.

Tagtraumvisionen




Der Meldeläufer hat ganz andere Probleme: Das Parthenion-Gebirge liegt vor ihm und damit Höhenunterschiede von bis zu 1200 Metern. 300 Kilometer hat Pheidippides hinter sich. Die Götter haben Mitleid und schicken ihm Tagtraumvisionen in den Lauf. Oder sie steigen gar selbst herab. Herodot zufolge begegnet dem Läufer der ziegenfüßige Hirtengott Pan.

Die Götter der Griechen haben offenbar gelitten, wenn sie von den Menschen nicht beachtet wurden. Aber bei Naturkatastrophen, Hunger und Krieg wurden sie gebraucht. Sie spielten im Hintergrund immer eine Rolle.

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