Archäologie als Zeitvertreib

Der Mäzen von Schloss Highclere

Howard Carter lebt nahe dem Grabräuberdorf Kurna, nicht weit vom Tal der Könige. In einem Haus wartet der ehrgeizige Brite mehr als zwei Jahrzehnte lang auf seine große Stunde. Und er weiß, ohne Geldgeber geht nichts.

Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, dokumentiert Carter die Arbeiten angesehener Archäologen. Für die ägyptischen Behörden beaufsichtigt er die Antikenstätten von Luxor.

Finanzier gesucht

Teure Ausgrabungen aber kann er mit seinem bescheidenen Lohn nicht finanzieren. Ganze Heere von Arbeitern gilt es zu bezahlen. Schon als 20-Jähriger erlebte Carter den gigantischen Aufwand, mit dem der Tempel der Königin Hatschepsut aus dem Wüstensand gegraben wurde.
Für das Unternehmen Tutenchamun, für seinen Lebenstraum, sucht der leidenschaftliche Ausgräber einen Mäzen. Und den findet er auf Schloss Highclere bei London. Wie viele Aristokraten betrachtet der reiche Lord Carnarvon die Archäologie als faszinierenden Zeitvertreib. In der Hoffnung auf den großen Coup engagiert er Carter als Schatzjäger.

Exzentrischer Lord

Der Lord leistet sich das Vergnügen, "eine Schar Eingeborener zu bezahlen, die für ihn Entdeckungen machen müssen", so Carter über seinen Geldgeber. Um in den Besitz begehrter "Trophäen" zu gelangen, hätte der exzentrische Carnarvon am liebsten jeden Tag einen Fund gemacht. Als die erste Grabungssaison erfolglos bleibt, wird der Ausgräber von seinem ungeduldigen Chef zur Rede gestellt. Doch Carter gelingt es immer wieder, seinen Financier zum Weitermachen zu bewegen. 15 Jahre geht das so, bis am Ende keiner mehr dem Vorhaben eine Chance gibt.

Auf seinen Reisen nach Luxor wohnt Lord Carnarvon standesgemäß im mondänen Winterpalace Hotel. Hier trifft Carter seinen adeligen Auftraggeber, um ihn über die Grabungskampagne zu unterrichten. Noch immer ist Carter sicher, dem Grabmahl des Pharao auf der Spur zu sein. Doch nach zahllosen Fehlschlägen ist er nahe daran aufzugeben. 1922 droht das Ende der Schatzsuche: Carnarvon weigert sich, noch mehr Geld in den Sand zu setzen.

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