Arsinoe III.

Geschickte Politikerin

Arsinoe III. teilt das Schicksal ihrer Vorgängerinnen. Sie heiratet ihren Bruder und zieht gegen die Feinde in den Krieg. Die Regentin zeigt sich schon bald als geschickte Politikerin, die mit ihrer Schönheit und Klugheit die Männer bezauberte.

Die junge Ptolemäerin genießt eine hervorragende Ausbildung. Als Schülerin von Eratosthenes, dem Vorsteher der berühmten Bibliothek von Alexandria, hat sie Zugang zum gesamten Wissen der antiken Welt. Die großen Philosophen gehen in dem ehrwürdigen Gebäude ein und aus, um dort zu studieren und zu lehren. Arsinoe trifft auf die bedeutendsten Dichter, Mathematiker und Geographen ihrer Zeit.

Alkoholexzesse und Orgien

Schon bald nach der Hochzeit avanciert das Herrscherpaar zum Lieblingsthema der Schriftsteller. Polybios beschreibt Ptolemäus IV. als einen Tyrannen, der permanent rauschende Feste feiert. Der Historiker Plutarch berichtet, die Regierungszeit des Herrschers sei geprägt von Völlerei und Liederlichkeit, von Alkoholexzessen und Orgien. Der König sei völlig von Sinnen. Als Zeichen seiner Verbundenheit mit dem griechischen Gott Dionysos lässt sich der Pharao sogar Efeublätter auf den Körper tätowieren, heißt es in den Quellen. Von den ausschweifenden Gelagen zeigt sich Arsinoe III. angewidert. "Was für eine widerliche Zusammenkunft", soll sie einmal ausgerufen haben. Mit dem Beinamen "Der verschwendungssüchtige Pharao" geht Ptolemäus IV. in die Geschichte ein.

Höhepunkt seiner Prunksucht ist die Thalamegos. Das größte Luxusschiff der Antike, ein schwimmender Palast, ist ein Geschenk an seine Gemahlin Arsinoe. Schlanke Säulen schmücken die Fassade des über 100 Meter langen Topmodells. Eine gigantische Konstruktion mit zwei Stockwerken und zahlreichen Räumen. Ihre Gäste empfängt die Königin in einem riesigen Prunksaal. Die Wände verziert mit edlem Zedernholz und Elfenbeinfiguren, die Decken vergoldet. Sogar einen kleinen Tempel lässt der Herrscher einbauen - zu Ehren von Arsinoe. Form und Ausstattung des Schiffes entsprechen nicht dem ägyptischen Zeitgeschmack. Vielmehr orientiert sich die Architektur des schwimmenden Bauwerks an griechischen Vorbildern. Mit dem Boot setzt Ptolemäus IV. in jeder Hinsicht ein klares Zeichen.

Monument für die Nachwelt

Das mobile Heim ist kein Denkmal für die Ewigkeit. Das Ptolemäer-Paar will für die Nachwelt ein Monument errichten, das Jahrtausende überdauert. Geld spielt dabei keine Rolle. In den Bau des Horus-Tempel von Edfu in Oberägypten fließen immense Summen - ein imposantes Heiligtum. Die großzügige Geste des Herrschers kommt nicht von ungefähr: Ptolemäus IV. braucht die Unterstützung der einflussreichen Priester von Edfu. Denn die Ruhe in den abgeschirmten Hallen ist trügerisch. Draußen hungert das Volk, verarmte Bauern überfallen die Tempel. Es kommt, wie es kommen muss: 206 vor Christus werden die Bauarbeiten eingestellt. Die Staatskassen sind leer, im ganzen Land brechen Aufstände aus.

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