Auf den Spuren Alexanders

Napoleons Ägyptenfeldzug

1798 zieht Napoleon nach Ägypten. Die Pariser Regierung hat den allzu ehrgeizigen General in ein militärisches Abenteuer geschickt. Doch Napoleon wähnt sich in den Fußstapfen großer Vorbilder. Seine mitgebrachten Wissenschaftler entdecken die Schätze einer versunkenen Kultur.

Der Stein von Rosette hilft später, die altägyptische Schrift, die Hieroglyphen, zu entschlüsseln. Das Monumentalwerk "Dèscription de l'Egypte" - Beschreibung Ägyptens - birgt all die neuen Erkenntnisse, die Napoleons Forscher von ihren Expeditionen mitbringen. Sie untersuchen die Pyramiden und die exotische Tier- und Pflanzenwelt. Sie vermessen die Sphinx, das Sinnbild aller Rätsel.

Neue Wissenschaft

Napoleons Unternehmung gibt unzählige und ungeahnte Antworten. Sie bringt Bilder mit zurück in die Heimat, an denen sich die Phantasie der Menschen berauschen kann. Am Ende entsteht eine neue Wissenschaft: die Ägyptologie. Napoleon fühlt sich als ihr Begründer, er inszeniert sich auf den Spuren Alexanders des Großen.

Militärisch gerät der Feldzug zum Debakel. Englische Kriegsschiffe versenken die französische Flotte vor Alexandria. Napoleon verlässt seine geschlagene Armee und schifft sich heimlich Richtung Frankreich ein: Neue Ziele rufen. "Ich säuberte eine Revolution. Ich war dazu gezwungen, sie mit meinen starken Armen zu beschützen. Ich habe die Prinzipien der Revolution zur Zuversicht, zum Glauben, zur Religion aller Völker werden lassen. Ich bin das Vaterland." Seine Worte sind eine späte Rechtfertigung für einen skrupellosen Staatsstreich, mit dem sich der General zum Staatsmann befördert. Der Putsch glückt nur mit Hilfe der Armee. Gerade aus Ägypten zurückgekehrt, setzt sich Napoleon an die Spitze eines Triumvirats.

Visionen für ein modernes Frankreich

Wie einst Cäsar das antike Rom, regiert der korsische Artillerieoffizier Frankreich. Die Selbstinszenierung weist den Weg: Dieser Mann sieht sich noch nicht am Ziel. Der Legende nach arbeitet er als Konsul rastlos für das Wohl des Landes, mit Visionen für ein modernes Frankreich das in altem Glanz erstrahlen soll. Der Konsul Napoleon führt den Staat wie ein moderner Manager. In Malmaison, dem abgeschiedenen Landsitz der Bonapartes bei Paris, schlägt nun der Puls Frankreichs.

Napoleon regiert nicht nur mit Gesten. Der Code Civil, die Gesetzessammlung, steht für die Vision des Staatsmannes Napoleon: gleiches Recht für alle. Bis heute leben 150 Millionen Menschen auf der Grundlage dieses bürgerlichen Gesetzbuches. Innerhalb weniger Jahre verändert der Korse von Malmaison aus das Gesicht Frankreichs und macht sich zum Helden für viele Menschen in Europa. Erst spät erkennen sie sein anderes Gesicht. Der Mann, der sich als Wahrer der Revolution verklärt, entpuppt sich in diesen Jahren als eiskalter Machtpolitiker.

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