Auf den Spuren des Vaters

Friedensverhandlungen und Einsatz für die Armen

Die Plünderung Karthagos und die Aneignung der riesigen Gebiete der vernichteten Großmacht beschert Rom immensen Reichtum. Doch die kleinen Leute profitieren davon kaum. Viele fallen sogar der hemmungslosen Habgier einiger Senatoren zum Opfer.

Tiberius verhandelt mit den Arevakern

Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich immer mehr. Viele durch die Kriege entwurzelte und mittellose Menschen zieht es aus allen Teilen des Imperiums in die Hauptstadt. Hier hoffen sie auf Arbeit und einen Neuanfang - für Tiberius eine schockierende Entwicklung.

Böse Ahnungen

Als die pompösen Siegesfeierlichkeiten vorüber sind, ahnt Tiberius, dass das soziale Gefüge Roms in Schieflage gerät. Bei einem Treffen mit verschiedenen Senatoren lernt er zwei Vertreter völlig unterschiedlich orientierter Gruppierungen des Senats kennen: Publius Cornelius Scipio Nasica und Appius Claudius Pulcher.

Nasica will das Symptom behandeln und das Volk in bewährter Weise ruhigstellen, Pulcher hingegen die Ursache der sich anbahnenden Krise bekämpfen. Bald schon lernt Tiberius das wahre Ausmaß des Elends bei der kleinbäuerlichen Landbevölkerung im Römischen Reich kennen - im Jahr 137 vor Christus auf dem Weg nach Spanien. Tausende Bauern haben ihr Land verloren. Auf ihren Äckern arbeiten nun billige Sklaven, unter anderem auch aus Karthago.

Vaters Fußstapfen

In Spanien will Tiberius mit Verstärkungstruppen bei der Niederschlagung eines Aufstandes der Arevaker, eines Stammes der Keltiberer, mithelfen. Doch der Feldzug gerät zum Fiasko. Bei der Stadt Numantia im Norden der Iberischen Halbinsel werden die römischen Truppen unter dem Kommando des Feldherrn Gaius Hostilius Mancinus von den Arevakern eingekesselt und zu Verhandlungen gezwungen.

Fiasko

Die Arevaker wollen jedoch nur mit Tiberius verhandeln. Sein Vater hatte sie 178 vor Christus besiegt, mit ihnen aber einen ehrenvollen Friedensvertrag geschlossen. Widerwillig entsendet Mancinus den jungen Tiberius als Unterhändler. Tatsächlich erreicht er den freien Abzug der entwaffneten römischen Soldaten. Im Namens Roms sichert er Numantia und anderen keltiberischen Städten Frieden und Unabhängigkeit zu.

Verhandlung im Senat

Wechselbad der Gefühle

20.000 Söhne, Brüder und Familienväter verdanken dem besonnenen Verhalten von Mancinus und Tiberius ihr Leben. Angehörige und Freunde feiern die Heimkehrer und ihre Offiziere. Doch die Kapitulation vor Numantia hat ein Nachspiel im Senat. Vor allem Senator Nasica und die "Falken" verweigern die Anerkennung des Friedensabkommens, liefern Mancinus nackt und gefesselt an die Numantiner aus, die allerdings die Annahme verweigern.

Tiberius entgeht dank des rhetorisch geschickten Eingreifens seines Schwagers Aemilianus und der Hilfe von Senator Pulcher nur knapp der gleichen Demütigung. Die geradlinige Verteidigungrede von Tiberius lässt Pulcher auf ihn aufmerksam werden. Pulcher hofft, Tiberius für seine Ziele gewinnen zu können, und rät ihm, sich um die Position des Volkstribuns zu bewerben. Er gibt seinem neuen Schützling seine Tochter Claudia zur Frau.

Erhöhtes Risiko

Nach der Niederlage in Spanien und der Abkanzelung im Senat hat Tiberius in seinen Kreisen enorm an Prestige eingebüßt. Im Senat ist er zwischen die Fraktionen geraten. Damit sind seine Chancen auf eine rasche Karriere in der üblichen Ämterlaufbahn zumindest ungewiss. Doch beim einfachen Volk genießt er hohes Ansehen. Dessen klägliche Lebensumstände hatte er bereits kennen gelernt. Vor diesem Hintergrund trifft Tiberius seine Entscheidung und kandidiert für das Volkstribunat.

Dem Grundsatz seines Vaters verpflichtet, das Wohl des Volkes zu schützen, sieht er für sich in der Position des Volkstribuns die meisten Handlungsmöglichkeiten und zieht in den Wahlkampf. Er nimmt sich vor allem der verarmten Landbevölkerung an. Er verspricht den Bauern Boden, von dem sie leben können. Doch damit handelt er sich die Feindschaft einflussreicher Senatoren ein - für einen jungen Politiker eine risikoschwangere Situation. Eine Konfrontation ist nun unvermeidbar.

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