Auf der Suche nach außerirdischem Leben

Die aussichtsreichen Kandidaten

Die Frage, ob Leben auch auf anderen Himmelskörpern des Weltalls existiert, hat die Menschheit schon immer beschäftigt. Doch erst mit dem Fortschritt von Wissenschaft und Technik sind die Voraussetzungen dafür gegeben, sich konkret auf die Suche nach Leben außerhalb der Erde zu machen. Sollte tatsächlich einzig und allein auf der Erde Leben entstanden sein - das wäre ja Platzverschwendung.

Die Naturgesetze Chemie und Physik funktionieren im gesamten Weltall nach dem gleichen Prinzip. Überall gibt es dieselben Elemente, auch solche, die das Leben aufbauen, sind im ganzen Weltall vorhanden. Warum also sollte nur auf der Erde Leben entstehen? In den nächsten Jahren sind eine Reihe von Weltraummissionen geplant mit dem Ziel, Spuren von außerirdischem Leben auf den Planeten und Monden unseres Sonnensystems nachzuweisen.

Unser natürlicher Trabant

Bedingungen für extraterrestisches Leben, hoffen Forscher schon lange zu finden. Eine unbemannte Sonde hatte bereits 1967, 30 Monate vor der ersten bemannten Mondlandung, eine Kamera auf dem Mond abgesetzt. Zurück auf der Erde sorgte sie für eine handfeste Überraschung: Die Forscher entdeckten an der Außenhülle Bakterien. Doch die Bakterien waren "alte Bekannte". Die Sonde hatte sie einst mit der Kamera von der Erde zum Mond verfrachtet.

Bakterien unter Mikroskop
Die Bakterien überlebten auf dem Mond.

Die Sensation war jedoch, dass sich die Bakterien wieder zu vermehren begannen. Sie lebten! Die Bakterien hatten Temperaturen von minus 160 bis plus 130 Grad sowie der harten Weltraumstrahlung getrotzt. Sie konnten im Brutschrank wieder keimen und gelten als Hinweis für mögliche Überlebensfähigkeit im Weltraum. Eine Bedingung für Leben haben Forscher schließlich erst vor Kurzem auf dem Mond entdeckt: große Mengen Wasser.

Der Rote Planet

Wenn Organismen so widerstandfähig sind, warum sollte dann unsere kosmische Nachbarschaft nicht belebt sein? Der Mars ist ein weiteres Zielobjekt für die Suche nach außerirdischem Leben. Seine Oberfläche könnte einst flüssiges Wasser geformt haben. Die rote Färbung geht auf Eisenoxidstaub zurück, der sich auf der Oberfläche und in der Atmosphäre verteilt hat.

Der Mars zählt zwar zu den erdähnlichen Planeten, er ist aber ausgesprochen lebensfeindlich. Die dünne Mars-Atmosphäre kann nur wenig Sonnenwärme speichern, dadurch sind die Temperaturunterschiede auf der Oberfläche sehr groß. Die Temperaturen erreichen in Äquatornähe etwa 20 Grad Celsius am Tag und sinken in der Nacht bis auf minus 85 Grad.

Titan - der Erde ähnlich

Aber auch in noch ferneren Winkeln unseres Sonnensystems gibt es Welten, die Leben hervorgebracht haben könnten. Der Saturnmond Titan ist so ein Kandidat. Eine Sonde, die diesen Mond besucht hat, lieferte erstaunliche Daten. Titan hat eine Atmosphäre. Seine dichte Gashülle besteht überwiegend aus Stickstoff und enthält Kohlenwasserstoffe und auch Spuren anderer organischer Verbindungen. Die Oberfläche und die oberste Schicht des Mantels sind aus Eis und Methanhydrat. Wissenschaftler vermuten darunter einen Eismondozean.

Saturn
Titan, der größte Saturnmond, besitzt eine stickstoffreiche Atmosphäre.

Titan soll der erdähnlichste Himmelskörper in unserem Sonnensystem sein. Die bizarren Landschaften sind aber nicht das Werk von flüssigem Wasser. Bei Durchschnitttemperaturen von minus 180 Grad ist hier vor allem Methan flüssig. Titan ist zu kalt für die Entstehung von Leben.

Jupitermond Europa

In der planetaren Nachbarschaft gibt es einen weiteren Mond mit erfolgversprechenden Bedingungen: den Jupitermond Europa. Europas Oberfläche ist ungewöhnlicherweise vollständig von einer Eisschicht bedeckt. Die Hoffnung der Forscher ist, dass tief im Inneren Vulkane das Eis schmelzen könnten. Bedingungen also wie auf der frühen Erde.

Um mehr über den Mond zu erfahren, soll eine Sonde auf den Weg in diese kalte Welt geschickt werden. Mit im Gepäck ein Bohrgerät. Geplant ist, dass sich der Bohrer allmählich durch den viele Kilometer dicken Eispanzer des Jupitermondes hindurchschmelzt. Unter dem Eispanzer könnte in einem riesigen Ozean Leben existieren, vermuten die Wissenschaftler.

Ein entfernter Verwandter

Hoch entwickelte komplexe Lebewesen hat in unserem Sonnensystem bisher offensichtlich nur die Erde hervorgebracht. Auf der Suche nach intelligentem Leben müssen wir unser Sonnensystem verlassen. Forscher haben schon vielversprechende Kandidaten ausgemacht. Einen Planeten, der seine kleine, rot leuchtende Sonne Gliese 581 umkreist, haben sie besonders im Blick. Der Planet ist der Erde sehr ähnlich. Es könnte flüssiges Wasser geben und daher die Chance auf außerirdisches Leben. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, will man sich diese Lebensformen ausmalen. Doch eines ist klar: Kleine rote Sterne haben ihre Tücken, so zum Beispiel immer wiederkehrende, tödliche Strahlungsausbrüche.

Gliese 581
Rund 20 Lichtjahre entfernt: der Planet, der Gliese 581 umkreist

Die Evolution müsste hier ganz andere Herausforderungen bewältigen als auf der Erde. Nur mit Sensoren, die einen Strahlungsausbruch rechtzeitig erkennen, ist ein Leben in diesem "Rotlichtbezirk" denkbar. Doch diese Sterne brennen zehnmal länger als unsere Sonne: Es bleibt viel Zeit für die Entwicklung von Organismen. Daher glauben viele Wissenschaftler: Falls wir jemals von außerirdischem intelligenten Leben erfahren, dann kommt es von Planeten, die solche rot leuchtenden Sonnen umkreisen.

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