Auf Leben und Tod

Grausamer Todeskampf in der Arena

In Hunderten von Kellern im ganzen Römischen Reich warteten die Menschen aus aller Herren Länder auf den großen Auftritt - und auf ihren Tod.

Afrikaner neben Thrakern wurden auf ein Signal hin zu Feinden. Aber saß der wirkliche Feind nicht auf der Zuschauertribüne? Taumel aus Wahnsinn und Lärm. Geifernde Grausamkeit. Schmerz und Elend, an denen Zehntausende sich berauschten. Und oft war es nicht der schnelle Tod, der erlöste, sondern ein langsamer, quälender.

Erfahrungen als Gladiatorenarzt

Schwere Verletzungen, wie sie antike Hiebwaffen in der Arena verursachten, sind heute noch in den Notfallaufnahmen der Unfallkliniken zu finden. Autounfälle sind es vor allem, die so extreme Brüche, Quetschungen, Schnittwunden hervorrufen, wie sie schon die Ärzte der Antike beschrieben haben.


Vom berühmten Mediziner Galen, der vor fast 2000 Jahren lebte, ist überliefert, dass er seine ärztlichen Erfahrungen als Gladiatorenarzt sammelte, aber welche medizinische Versorgung konnte er anbieten? Die originalen Chirurgie-Instrumente aus der Römerzeit beweisen, dass Galen und seine Kollegen keineswegs hilflos waren. Aber konnten sie damit wirklich heilen?

Die Kraft der Pflanzen


Mit den scharfen Skalpellen war es damals durchaus möglich, saubere Schnitte zu führen; mit Pinzetten und Klemmen waren kurzfristig auch Blutungen zu stoppen. Das Hauptinstrument der Wundversorgung aber war der Salben-Spatel, mit dem Kräutertinkturen angerührt wurden, die man äußerlich auf die Wunden auftrug. Injektionsspritzen und sterile Operationstechniken waren damals noch völlig unbekannt.


Ein altes Arzneibuch zeigt, dass die frühe Medizin auf die Kraft der Pflanzen vertraute. Erfahrung vermischte sich mit Magie. Seltenen Gewächsen, wie Mandragora, wurde eine universelle Heilkraft angedichtet. Andere Pflanzen waren ausgiebig erprobt: Die schmerzlindernde Kraft des Mohns kannte man seit Urzeiten. Aber das Leben konnte auch Opium nicht retten.

Todesstoß als Gnadenakt

Den Tod des Unterlegenen hat sich die Nachwelt als besonders grausamen Akt ausgemalt. Der Sieger, der auf den Fingerzeig des Kaisers hin seinem Gegner die Kehle durchschneidet. Ein fanatisches Publikum, das "mit dem Daumen nach unten" die Hinrichtung fordert. Doch das ist nur Legende. In Wirklichkeit war dieser Todesstoß wohl ein Gnadenakt, denn Hoffnung auf Überleben gab es für den Schwerverletzten ohnehin nicht.

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