Auf Slumachs Spuren

Deutscher Schatzjäger von Legende fasziniert

Der deutsche Schatzsucher Toni Lennartz beginnt in New Westminster, heute ein Stadtteil der Millionenmetropole Vancouver, seine Spurensuche. Was ist dran an Slumachs Gold - haltlose Erfindung oder Legende mit wahrem Kern?

Der Faszination der Legende kann sich der erfahrene Abenteurer aus vielen Gründen nicht entziehen.

Zerstörte Prozessakten

Seine Recherchen beginnt Lennartz im Gerichtsarchiv von New Westminster. Dort erlebt er zunächst eine Enttäuschung. Sämtliche Prozess-Akten und Vernehmungsprotokolle sind bei einem Brand zerstört worden. Zwar schrieben damals Zeitungen über den Fall - doch die kargen Berichte geben keine verwertbaren Hinweise auf den Schatz.


Nur den vermeintlichen Mord schlachten die Blätter aus. Sie machen gnadenlos Stimmung gegen den rätselhaften Einzelgänger. Hat er selbst wirklich bis zum Schluss geschwiegen? Bleibt der legendäre Fluch der einzige Hinweis? Akribisch recherchiert Lennartz noch einmal die letzten Stunden vor der Hinrichtung. Wer hatte Kontakt zu Slumach, wer war in seiner Nähe?

Hilfreiches Tonbandprotokoll



In den Berichten taucht der Name des Geistlichen Peter Pierre auf, auch er ein Indianer. Slumach vertraut sich ihm in der Nacht vor der Hinrichtung an. Was der Indianer dem Priester zu sagen hatte berichtet Jahrzehnte später dessen Tochter in einem Tonbandprotokoll. Lennartz hat das Band bei örtlichen Historikern entdeckt.

Zum ersten Mal scheint eine Aussage von Slumach selbst über seinen Schatz dokumentiert. Für Lennartz ein weiteres Indiz, das für die Existenz von Slumachs Gold sprechen könnte. Irgendwo in den Coast Mountains liegt die sagenhafte Goldmine verborgen. Daran glaubt der Schatzjäger mehr denn je. Nur wo? Darüber hat der Indianer geschwiegen.

Teil des Gleichgewichts

Das Charnley-Protokoll gibt mit Slumachs Herkunft einen weiteren Hinweis: Er gehört zum Stamm der Stalo-Indianer. Dem kargen Leben in den Reservaten entzieht sich der Einzelgänger. Wie alle Stalo verachtet er eigentlich die Gier der Weißen. Gold besitzt für die Indianer keinen besonderen Wert. Sie nennen es "gelben Stein". Man darf dem Boden das Gold nicht rauben. Es ist Teil des Gleichgewichts in der Natur, mit der die Stalo, die Menschen am Fluss, nach jahrhunderter alter Tradition im Einklang leben. Wenn man der Natur etwas entreißt, muss man ihr etwas zurückgeben. Doch die Goldgräber nehmen nur und geben nichts.

Viele Indianer sind gezwungen, sich an diesem Sakrileg zu beteiligen. Um zu überleben, verdingen sie sich als Scouts und Goldsucher für die Weißen - wie Slumach.

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