Aufbruch und Turnier

Die Geschichte des Ritters Don Pacheco (1)

Ein Ritter zu Pferd ist so gut wie 80 bewaffnete Männer zu Fuß. Das machte sie zur militärischen Elite des Mittelalters. Ritterlichkeit, Höflichkeit und Manieren haben wir von ihnen gelernt.

Gut gerüstet führten sie ihre Fehden, zogen als Vasallen für ihre Lehnsherren in den Krieg und riskierten auf Turnieren ihr Leben für Ruhm und Ehre. Don Antonio Fernandez Pacheco aus Portugal ist einer dieser Ritter. Hier ist seine Geschichte.

Die Turniersaison beginnt

Guten Tag, mein Name ist Don Antonio Fernandez Pacheco, ich bin einer der Söhne des Grafen von Trastamare bei Coimbra. Ich bin ein Ritter ohne Land und Leute. So musste ich hinaus, mir "meine Sporen verdienen." Denn nur meinem älteren Bruder wird einmal das ganze Erbe zufallen.


Ich hätte ins Kloster gehen, Keuschheit und Besitzlosigkeit geloben und ein gottgefälliges Leben führen können. Aber das ist nicht meine Welt. Meine Seele fahre wohl. Im Jahre 1345 nach der Fleischwerdung des Herrn verließ ich unsere Burg in Portugal, um nach Norden zu ziehen. Es war Februar, die Turniersaison hatte begonnen.



Im nächsten Winter wollte ich in Königsberg sein; der Deutsche Orden hatte zum Kreuzzug gegen die letzten Heiden Europas gerufen. Aventure und Minne erwarteten mich. Ich hoffte auf die Gnade des Allmächtigen, auf Ruhm und Ehre.

Ruhm und Ehre

Ich ritt mit meinem treuen Knappen Manuel noch durch die Cevennen, als uns zu Ohren kam, dass sich zu Pfingsten Fürsten und Ritter in Flandern zum Turnier versammeln sollten. "Damit ihr euren Ruhm erhöhen möget", hieß es. "Ich atmete Turnier" (Goethe). Es sollte mein erstes werden.

Ich hatte gehört, dass auch Johann, der König von Böhmen und Graf von Luxemburg, erwartet wurde. Er stand im Ruf, kein Turnier auszulassen. Doch zuerst musste auch ich "Farbe bekennen", der Herold verlangte meine Wappenrolle. Gut, ich war ein Ritter ohne Land und Leute, aber ich hatte weit mehr als die geforderten acht Vorfahren von Adel.


Das Turnier begann mit dem Meleé, dem Gemenge. Gegen die Franzosen kämpfte ich auf der Seite der Flamen. Es sollte meine erste Prüfung werden.

Erste Niederlage

Nicht wir, die Flamen, sondern die Franzosen hatten gesiegt. Sie bekamen von uns als Turnierpreis das Lösegeld. Ich stürzte zwar vom Pferd, doch hatte ich noch einmal Glück gehabt, aber mein Reisegeld war verloren. Der "blanne Jan", der "halbblinde König von Böhmen" hatte die Franzosen geführt und uns vernichtend geschlagen."Wenn du am Ende siegst, wie es uns in der Vergangenheit widerfahren, und wie es, so Gott will, auch Dir widerfahren wird, so werden wir erfreut sein, davon zu hören", schrieb mir mein Vater.

Treu bis in den Tod

Ich rüstete mich für den Zweikampf. Was war nur in mich gefahren: den Novizen. Ausgerechnet den König von Böhmen hatte ich zum Tjost, dem Lanzenstechen Mann gegen Mann, herausgefordert. "Hochmut kommt vor dem Fall"; mehr hatte er mir nicht gesagt, als ich ihn herausforderte.Ich verlor auch diesen Kampf, doch dem Heiligen Georg sei Dank. Ich hatte ein zweites Mal Glück, überlebte den Sturz. Ich war leichtsinnig gewesen - der König hielt es für Mut. Der "blanne Jan", nahm mich in sein Gefolge auf. Ich gelobte, ihm treu zu dienen, bis in den Tod. "Wir treffen uns im Winter, in Königsberg, beim Kreuzzug", sagte er mir. "Es wird Euer Schaden nicht sein.

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