Aufrechter Abgang

Tod durch Selbstmord statt römischer Demütigung

Zum ersten Mal nach 36 Jahren betritt Hannibal wieder seine Heimatstadt. Sein Hass gegen Rom brennt stärker denn je zuvor. Doch ohne militärische Mittel bleibt er vorerst ein geschlagener Held. Wohl oder übel muss Karthago nun einen Frieden akzeptieren, dessen Bedingungen Scipio diktiert.

Hannibal gerät in Streit mit jenen Politikern, von denen er sich für seine Lebensaufgabe einst Unterstützung erhofft hatte. Nun wollen sie Scipios Forderungen ablehnen.

Keine andere Wahl

Nach der Schlacht von Zama scheint Hannibal unschlüssig, für wen er größeren Groll hegen soll - die Karthager oder die Römer? Obwohl er weiß, dass seine Regierung keine andere Wahl hatte und ihm nie die Unterstützung hätte geben können, die Rom seinen Generälen gab. Aber er muss sich nun einmal mit der Situation abfinden.

Jagd auf die lebende Legende

Hat er all die Jahre vergeblich gekämpft - nur für die Illusion eines nicht von Rom bedrohten Karthago? Hannibal fühlt sich um seinen Traum betrogen und verlässt Afrika. Nie mehr will er in das Land seiner Kindheit zurückkehren. In Kleinasien stellt sich der sagenumwobene General in den Dienst etlicher Herrscherhäuser, die das wachsende Römische Reich bedroht. 13 Jahre lang hilft er jenen, die seinen Hass teilen, schützt sie vor Angriffen der gierigen Eroberer. Das Feindbild seines Lebens begleitet ihn weiter.


Doch Rom wird Hannibal ohnehin nicht vergessen. Der Sieger von Cannae hat einer ganzen Generation Kinder die Väter genommen - dafür soll er endlich büßen. Auf seinen Kopf ist ein Preis ausgesetzt, zahllose Attentäter jagen die lebende Legende.

Der Mythos lebt weiter

Er ist ein Heimatloser, von römischen Bluthunden gehetzt. Hannibal Barkas fasst einen Entschluss. Sein letzter Kampf wird sich im Stillen vollziehen. Ihn lebend zu finden ist eine Genugtuung, die er seinen Feinden nicht gönnt. Hannibal setzt seinem Leben ein Ende. Mit 63 Jahren verlässt der Feind Roms das Schlachtfeld - erhobenen Hauptes. Ein letzter Beweis seines Mutes: Er stirbt lieber durch die eigene Hand als die der Römer.


50 Jahre später soll Scipios Enkel in Nordafrika einfallen und Karthago den Todesstoß versetzen. Die legendäre Stadt wird bis auf die Grundmauern abbrennen. Karthagos berühmtester Sohn lebt in den Köpfen weiter: Der Mann, der das Römische Reich erschütterte, der mit seinem gewaltigen Tross aus Soldaten und Elefanten die Alpen bezwang. Der mit seinen Schlachten Weltgeschichte schrieb - als grausamer Feldherr und strategisches Genie. Niemand scheiterte so brilliant an Rom wie er. Sein einsamer Tod liegt mehr als 2000 Jahre zurück. Doch der Mythos Hannibal lebt weiter.

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