Aufstand im Gelobten Land

Britische Siedler begründen in Amerika erste Demokratie der Neuzeit

Für viele britische Siedler ist Anfang des 17. Jahrhunderts Amerika das Gelobte Land. Abenteuerlust, Beutegier und Machthunger sind gängige Motive, um den heimatlichen britischen Boden mit Schiffsplanken zu vertauschen. Aber es gibt auch andere Gründe: Interesse an fremden Kulturen, wissenschaftliche Neugier oder die Verwirklichung der eigenen religiösen Überzeugung.

Siedler verbrennen englischen Tee (Spielszene)
Siedler verbrennen englischen Tee (Spielszene) Quelle: ZDF,Martin Papirowski

Nach der Entdeckung Amerikas beginnen die europäischen Seemächte mit der Eroberung und Kolonisation der Neuen Welt. Doch die Eroberungspolitik der Briten verläuft anders als die der Spanier, Portugiesen, Franzosen und Niederländer. Weder werden im Namen der britischen Krone Eroberungskriege geführt noch Vizekönigreiche gegründet. Das Königshaus stellt lediglich Freibriefe für die Kolonisation Amerikas durch private Handelsgesellschaften aus. Sie übernehmen das Risiko der Besiedelung in eigenem Interesse und auf eigene Kosten.

Fallensteller in der Wildnis Nordamerikas (Spielszene)
Fallensteller in der Wildnis Nordamerikas (Spielszene) Quelle: ZDF,Martin Papirwoski

Die Freiheit des Glaubens

Den gläubigen Christen, Reformatoren, die sich den Regeln der englischen Staatskirche widersetzen, geht es vor allem um die Freiheit des Glaubens. Doch es ist ein primitives, gefährliches Leben in einer feindlichen Umwelt: Die wenigen britischen Siedler fristen in den unendlichen Weiten Nordamerika eine karge Existenz. Aber sie bewahren ihre Hoffnung auch unter den widrigsten Umständen. Trotz aller Gefahren wächst die Zahl der Menschen, die aus England, Irland und Schottland in das neu entdeckte Land ziehen. Ein ganzer Kontinent, eine ganze neue Welt scheint ihnen offenzustehen. Doch Besiedelung bedeutet auch Landinbesitznahme und die stößt auch auf den Unmut den einheimischen Bevölkerung.

Die britischen Kolonien Nordamerikas werden ein überraschender Erfolg. In wenigen Jahrzehnten setzen sie sich gegen alle Widerstände durch. Die Siedlungen wachsen und gedeihen, Handwerker und Händler lassen sich nieder und gehen erfolgreich ihren Geschäften nach. Endlich können die Siedler den Erfolg ihrer Arbeit spüren. Immer mehr Menschen wollen auf dem neuen Kontinent ihr Glück machen. 1760 sind es schon mehr als eineinhalb Millionen. Aber harte Steuern und die Abhängigkeit vom weit entfernten England bedrücken sie. Für die britische Kolonialherrschaft wird ihr Erfolg der Anfang vom Ende sein.

Politisches Dilemma

Über 150 Jahre stehen die Siedler loyal zur Krone und fühlen sich dem britischen Imperium zugehörig, doch der große Erfolg der britischen Kolonien in Nordamerika führt zu einem politischen Dilemma. Die Siedler fragen sich, warum sie für ein Vaterland auf der anderen Seite des Atlantiks Steuern bezahlen sollen, sind sie doch von Gott auserwählt. Der Aufstand gegen die ehemalige Heimat wird zur Revolution. Während die Proteste in allen Kolonien lauter werden, entwickelt sich Boston, eine der großen Handelsstädte an der amerikanischen Ostküste, zum Mittelpunkt des Boykotts.

Unabhängigkeitskrieg zwischen amerikanischen Siedlern und britischen Truppen (Filmszene)
Unabhängigkeitskrieg zwischen amerikanischen Siedlern und britischen Truppen (Filmszene) Quelle: ZDF

1768 erschüttern Aufstände gegen neue Steuern Boston. Die Siedler errichten Straßensperren und verbrennen britische Waren. Bei der berühmten Bostoner Tea Party entern 1773 als Indianer verkleidete Freiheitskämpfer, "Sons of Liberty", Schiffe der britischen East India Company und kippen Tee im Wert von 10.000 Pfund Sterling in den Hafen. Die Unruhen weiten sich auch auf andere Kolonien aus. Britische Truppen sollen sie niederschlagen, doch die Siedler greifen zu den Waffen. Zwischen 1775 und 1783 tobt ein blutiger Unabhängigkeitskrieg zwischen amerikanischen Siedlern und britischen Truppen. Dann siegen die amerikanischen Kolonien über England und gewinnen ihre Freiheit.

"Britannia rules the waves"

Die Amerikanische Revolution bringt die erste und noch immer bestehende Demokratie der Neuzeit hervor. Die britischen Kolonien verwandeln sich in einen eigenständigen Staat. Zunächst war dies ein bitterer Verlust für die englische Krone, doch schon bald macht der Warenverkehr nach Nordamerika ein Drittel des englischen Außenhandels aus. Um Profit zu machen, muss man nicht unbedingt das Land beherrschen, sondern die Handelrouten: "Britannia rules the waves". Die Herrschaft über die See wird zum eigentlichen Schlüssel des Erfolgs der britischen Weltmacht.

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