Aufstieg auf dem Wasser

Vom Fischerboot zum Kriegsschiff

Die Geschichte der Wikinger begann in Nordeuropa und ihr sagenhafter Aufstieg war untrennbar mit einem Boot verknüpft, das zunächst nichts weiter als ein schlichtes Fischerboot war.

Schon in der Bronzezeit sollen die einfachen Vorläufer der später in der ganzen Welt gefürchteten Drachenboote zum Fischfang entlang der Atlantikküste genutzt worden sein.

Gewöhnliches Dorfleben

Viele von ihnen stammten aus Skandinavien, aber es gab auch slawische oder irische Wikinger - einfache Fischer oder Bauern, deren Anführer keinerlei Ambitionen zeigten, in der Weltgeschichte in Erscheinung zu treten. Das Leben in ihren Dörfern unterschied sich in nichts von dem anderer mittelalterlicher Orte. Auf den meisten Höfen gab es eine kleine Werft. Dort konnte innerhalb von wenigen Monaten ein Schiff für den eigenen Bedarf hergestellt werden.

Zunächst war die Methode des Schiffsbaus in Nordeuropa fast überall gleich: Die Planken wurden von Nieten zusammengehalten. Die Nieten waren entscheidend für das Bootdesign und sorgten zugleich für Festigkeit und Flexibilität. Doch wie wurden aus einfachen Fischerbooten Furcht einflößende Kriegsschiffe? Die Lage der Nieten gibt eine unerwartet lange und schmale Schiffsform vor, die sich deutlich von den bauchigen Rümpfen anderer Bootsfunde unterscheidet. Die Technik ist bei allen Schiffen gleich: In Klinkerbauweise werden Planken überlappend mit Nieten verbunden.

Hart und biegsam

In den Wäldern der Wikingerzeit muss eine richtige Industrie entstanden sein, als der Bedarf an Schiffen stieg. Erfahrene Spezialisten hielten nach natürlich gewachsenen Bögen im Holz Ausschau - Formen, die mit dem Umriss des Schiffsrumpfs übereinstimmten, der gebaut werden sollte. Planken schlug man aus dem Baumstamm, die Schiffsrippen dagegen aus gebogenen Ästen. Eiche war eindeutig das bevorzugte Material, aber Bootsbauer im Norden von Skandinavien mussten auf Kiefern zurückgreifen. Vermutlich haben Zimmerleute die Planken bereits im Wald behauen und sie dann zum Hafen gebracht. Dort setzten die Bootsbauer sie in einem zweiten Schritt zusammen.

Geniales Design

Eine Schlüsselrolle beim Bootsbau kam den Planken zu. Die Wikinger entwickelten überhaupt erst die Spalttechnik mit Keil und Vorschlaghammer, um an das richtige Holz im Inneren des Stammes zu gelangen. Aus jedem Spaltteil fertigten sie nur eine einzige Planke. Verglichen mit einer modernen, gesägten Planke waren die der Wikinger sehr hart und dabei extrem biegsam.


Bisher wurden keinerlei Pläne oder Notizen gefunden, daher gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Konstrukteure ihre Schiffe schlicht aus dem Gedächtnis bauten. Um herauszufinden, wie genial dieses Design tatsächlich ist, werden im dänischen Meeresmuseum die Eigenschaften der Schiffsrümpfe am Modell getestet.




Mit dieser Technik erreicht man bis zu 20 Knoten. Bis heute können nur die schnellsten Segler bei solchen Geschwindigkeiten mithalten. An der seriellen Produktion der Hochleistungsschiffe waren vermutlich ganze Dörfer beteiligt.

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