Aufstieg zur Macht

Der Erbe des Diktators in Rom

Nachdem Julius Caesar als Sieger aus dem Bürgerkrieg hervorgegangen war, erhoffte sich das römische Volk von ihm die Sicherung und Erhaltung des Friedens in dem von Kriegen gebeutelten Staat. Doch die Caesar-Attentäter um Brutus und Cassius machten diese Hoffnung zunichte.

Als Octavius am 25. März 44 vor Christus von der Ermordung Caesars an den Iden des März erfuhr, befand er sich gerade mit seinem Freund Marcus Aggrippa in Apollonia in Makedonien. Er betrieb dort Studien und wartete auf seinen Großonkel, mit dem er von dort aus in den Krieg gegen die Parther aufbrechen wollte. Doch es kam anders.Trotz der Warnungen seiner Begleiter zögert Octavius nicht lange und macht sich auf den Rückweg nach Rom. Ein gefährliches Unterfangen, denn als nächster männlicher Verwandter Caesars war sein Leben in unmittelbarer Gefahr.

Führungsloses Rom

In Rom wusste man bereits, dass Caesar Octavius zu seinem Erben eingesetzt hatte. Der Senat hatte das Testament des Diktators wenige Tage nach dessen Ermordung veröffentlicht. Obgleich es - formal gesehen - ein rein privates war, war es dennoch eine Bedrohung für den ehemaligen Stellvertreter des Diktators: Konsul Marc Anton. Denn Octavius wurde dadurch nicht nur zum Oberhaupt der Julier und zu einem sehr reichen Mann, sondern kam auch in den Besitz der politisch-sozialen Klientel seines Großonkels und würde zum größten Rivalen Marc Antons im Kampf um die Macht, sollte er sein Erbe antreten.


Doch auch die allgemeine Situation in Rom gab Marc Anton Anlass zur Sorge. Nach der Verlesung des Testamants war das Bild der Stadt von Tumulten und Massendemonstrationen zwischen Caesarianern und Republikanern geprägt. Bei den von Marc Anton inszenierten Leichenfeiern kam es zu Morden, die Häuser der Attentäter wurden erstürmt. Die Situation spitzte sich immer mehr zu, den nun beanspruchen drei Parteien die Führung Roms: die Attentäter und ihre Sympathisanten im Senat, Marc Anton und Octavius.

Rückkehr nach Rom

Doch von all dem ahnte der damals 17-jährige Octavius noch nichts. Erst als er nach Italien zurückgekehrt war und von den Ereignissen in Rom erfahren hatte, ließ er in Brundisium das Testament von seinen Soldaten verlesen und verkündete, das Erbe anzunehmen. Der Großteil von Caesars Truppen, die sich dort für den Partherfeldzug versammelt hatten, schlug sich sofort auf seine Seite. Auf seinem Weg durch Campanien nach Rom konnte er viele der Veteranen Caesars für sich gewinnen. Auch nutzte er die Gelegenheit, hinter den Kulissen politische Gespräche - unter anderem mit Cicero - zu führen.

Am 6. Mai traf Octavius in Rom ein, nahm offiziell das Erbe Caesars und dessen Namen an. Den Beinamen Octavianus führte er - entgegen den Gepflogenheiten - nicht mehr, denn von seiner einfachen Herkunft wollte er nicht mehr viel wissen. Die erste Pflichten als Nachfolger Caesars bestanden darin, für die Freunde und Klientel seines Adoptivvaters einzutreten, das Legat von 300 Sesterzen an dessen Veteranen auszuzahlen und seinen Tod zu rächen, dies forderte ein ungeschriebenes Gesetz, die Pietas.

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