Baustelle der Superlative

Ein Heer von Arbeitern und Handwerkern errichtet das Wahrzeichen Athens

Ein Spitzenteam antiker Baumeister und Bildhauer gibt sein Bestes. Iktinos als leitender Architekt wird von Kallikrates unterstützt. Phidias, der berühmteste Steinmetz der Zeit, ist für Verzierungen und Skulpturen im Innen- und Außenbereich zuständig. Es entsteht ein faszinierendes Gebäude mit einer besonderen Aufgabe.

Für den Bau des Parthenons stellt Athen fast alle verfügbaren Arbeiter und Handwerker ab. In den Steinbrüchen am Pentelikon wird der Marmor in maximal zwölf Tonnen schweren Blöcken herausgeschlagen. Die Quader erhalten zwecks Gewichtsersparnis ein der Endgröße möglichst genau entsprechendes Format.

Schwieriger Transport


Mehr als 70 Tonnen Fels lösen die Männer pro Tag aus den Steilwänden. Auf gewaltigen Holzschlitten wird der Marmor mit Hilfe starker Seile und Winden aus den Steinbrüchen gezogen.


Vom Steinbruch führt ein befestigter Weg talwärts. Auf dem Gefälle können einzelne Quader hinabgleiten. Tragfähige Maultier- oder Ochsenkarren transportieren die schweren Lasten weiter zum Fuß des Burgfelsens. Ein Fuhrwerk braucht vermutlich mindestens fünf Stunden für die Strecke quer durch die Stadt. Am Ende werden 230.000 Tonnen edler Fels transportiert und verbaut worden sein.

Antike Lastenaufzüge

Um die schweren Baumaterialien auf den 156 Meter hohen Burgberg zu schaffen, legen die antiken Ingenieure Rampen an. Kleinere Quader werden, in runde Holzverschalungen gepackt, von Ochsen direkt hinaufgezogen. Größere Klötze erreichen ihr Ziel mittels beladener Eselkarren, mit denen sie durch über Umlenk-Rollen geführte Seile verbunden sind. Die Karren fahren bergab und ziehen, als Gegengewicht dienend, die entsprechende Last hinauf.

Perfekte Marmor-Puzzles

Die antiken Maurer leisten Schwerstarbeit. Alle Steine werden auf der Baustelle nachbearbeitet. So erhalten knapp 3000 Quader allein für die Wände des Innenraumes ihren letzten Schliff auf der Akropolis. Die 46 äußeren Säulen bestehen aus je elf Einzelteilen. Mit Flaschenzügen hieven die Steinmetze die bis zu zehn Tonnen wiegenden Steinzylinder an.



Die millimetergenaue Ausrichtung der einzelnen Säulenteile, der so genannten Trommeln, ist ein nervenaufreibendes Geduldspiel. Doch die athenischen Baumeister entwickeln ein bahnbrechendes Verfahren, um die tonnenschweren Elemente präzise positionieren zu können.


Die Kontaktflächen zwischen den Trommeln sind perfekt glattpoliert, die Fugen schmaler als ein Fünftel der Dicke eines Menschenhaares. Die Nähte sind wasserdicht, die Säulen äußerst standfest. Dennoch gibt es kaum eine gerade Linie im gesamten Parthenon. Alle Säulen neigen sich leicht nach innen. Ihre Durchmesser schwellen auf halber Höhe an. Das Fundament wölbt sich. Jeder Baustein ist einzeln berechnet und individuell zugehauen.

Einmalige Leistung

Die Wissenschaftler rätseln bis heute über die Bedeutung der mit enomem Aufwand eingebauten Besonderheiten. Einige dienen der Korrektur optischer Täuschungen, denen das Auge des Betrachters angesichts langer, hoher Säulenreihen erliegt. Der kolossale Parthenon erscheint ungewöhnlich leicht, ebenmäßig und geschlossen. Moderne Bauingenieure zeigen sich immer wieder fasziniert von einmaligen Leistung der antiken Baumeister.

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