Bedrohte Demokratie

Schutzgötter und Kriegsflotten

Um die Götter auf dem Olymp stets gnädig zu stimmen, hatten die Athener überall in ihrem Machtbereich Weihestätten errichtet. Der Tempel am Cap Sunion war Poseidon gewidmet, dem Gott der Meere. Poseidon schützte Athens Schifffahrtswege und seinen Handel mit den Kolonien - vom Schwarzen Meer bis nach Ägypten und Sizilien.

Doch die Götter waren launisch - ganz auf ihren Schutz wollte man sich nur ungern verlassen. So leisteten sich die Athener eine gewaltige Kriegsflotte - um ihren Einfluss zu sichern und feindliche Mächte abzuwehren.

Gefürchtete Kriegsschiffe

Die Prunkstücke der Flotte waren Triremen, dreistöckige Rudergaleeren, die den schwer beladenen Handelsschiffen Geleitschutz gaben. 200 dieser Schiffe warteten im Hafen von Piräus auf ihren Einsatz.
Die Athener Bürger mussten die Besatzung für die gefürchteten Kriegsschiffe stellen. Bei voller Mobilmachung waren das 40.000 Ruderer. Die Reichen konnten mit Geld für den Unterhalt der Flotte sorgen und Sklaven entsenden, den armen Athenern blieb nichts anderes übrig, als selbst zu den Rudern zu greifen. Jede Trireme war mit 170 Ruderern bemannt. Oft blieben sie über viele Tage zusammengepfercht, Hitze und Enge unter Deck müssen fürchterlich gewesen sein.

Es war der große Stratege Themistokles, der die Athener überzeugt hatte, einen Großteil des Staatsvermögens in die Flotte zu investieren. So wurde der Stadtstaat zur Seemacht.

Ablenkung vom Alltag

Ablenkung von den täglichen Sorgen und Nöten bot das Theater. Unter dem Schutz des fröhlichen Dionysos, dem Gott des Weins, prangerten die Autoren in oft derber Form gesellschaftliche Missstände an. Auf ihren Ehrensitzen wurden die Honoratioren und Politiker nicht selten zur Zielscheibe öffentlichen Spotts.

Das Theater war eine demokratische Institution, an der jeder Athener Teil haben konnte. Mehr als 17.000 Menschen fanden auf den steilen Rängen Platz.

Geburtsstätte der Demokratie

Die politischen Entscheidungen trafen sie auf der Pnyx, dem Platz der Volksversammlung. Hier tagte das erste Parlament der Geschichte. Die berühmtesten Redner der Antike standen auf diesen Stufen und sprachen zu den Bürgern Athens. Dies ist die Geburtsstätte der Demokratie.


Das demokratische Athen war auch eine Informationsgesellschaft. Jeder Athener musste Lesen und Schreiben können. Allein bei der Ausgrabung auf der Agora wurden Tausende in Stein gehauene Aufzeichnungen entdeckt - öffentliche Aufrufe, Informationen für die Bürger oder Grabinschriften.
Die griechische Schrift hat sich seit mehr als 2000 Jahren nicht verändert. Kein anderer Staat zuvor hat so viele schriftliche Zeugnisse hinterlassen, wie Athen.

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