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Begegnung mit dem Buddhismus

Klosterbesuche und traditionelle Bräuche

Der Dalai Lama ist das religiöse Oberhaupt der Mongolen, die zu 95 Prozent der lamaistischen Glaubensrichtung angehören. In einem Tempel des Gandan-Klosters befindet sich eine 29 Meter hohe Statue des Tschenserig, der Schutzherr Tibets.

Die erste Begegnung der Mongolen mit dem Buddhismus geht jedoch zurück in die Zeit Kublai Khans. Er war beeindruckt von der Bildung tibetanischer Mönche und schickte einige von ihnen nach Karakorum.

Bekehrung der Nomaden



Tuchni Hid ist eines der ersten buddhistischen Klöster in der Mongolei. Heute noch leben und beten hier vier Mönche in der Abgeschiedenheit des Khangay-Gebirges. Ihre Vorgänger waren es, die als Wandermönche den Buddhismus in der Mongolei verbreiteten. Besonders China unterstützte die Bekehrung der Nomaden - aus politischen Gründen. Nach dem Untergang des mongolischen Großreiches hoffte man, das kriegerische Steppenvolk dauerhaft befrieden zu können.

Im 16. und 17. Jahrhundert kommt es zu einem wahren Boom buddhistischer Klostergründungen in der Mongolei. Die Mönche gewinnen enorm an Prestige. Denn nach der Lehre Buddhas kann Erlösung nicht nur persönlich, sondern auch durch Stellvertreter erlangt werden. Mit ihren Gebeten dienen die Lamas dem spirituellen Wohl der Allgemeinheit. Da es den Geistlichen nicht erlaubt ist, für ihren Unterhalt zu arbeiten, versorgen die Familien sie mit Lebensmitteln.

Großer Zulauf



Heute, 15 Jahre nachdem sich die Mongolen von den Fesseln sowjetischer Herrschaft befreit haben, erleben die Klöster erneut großen Zulauf. Auf den Ruinen der von Kommunisten zerstörten Tempel entstanden mehr als 200 neue Gotteshäuser. Die Lebensweise der Nomaden jedoch konnte auch 70 Jahre Kommunismus nicht auslöschen. Sie bewahrten ihren Glauben, ihre Jahrhunderte alten Riten und Bräuche.

Erfolgreiche Ringer sind heute die Nationalhelden des einst so kriegerischen Volkes. Ihr Kräftemessen ist der Höhepunkt jedes Naadam-Fests. Eine Tradition, die zurückgeht auf Wehrübungen der Steppenkrieger unter Dschingis Khan. Seine Erben verehren ihn bis heute als Gründer ihres Staates, des einzigen Nomadenstaates der Welt. Vor 800 Jahren öffnete der große Khan (Dschingis Khan und seine Erben stießen) das Tor zwischen Asien, dem Orient und Europa auf und ermöglichten den Blick in eine unbekannte Welt.

Faszinierende Menschen



Willem van Rubruk kehrt 1255 nach Europa zurück. Aus seinen Worten spricht die Faszination für ein Reich und seine Menschen, die rund 200 Jahre lang Weltgeschichte schrieben. Die Heimat der Nomaden aber blieb die Steppe. "Ach, wenn ich doch ein Maler wäre," beklagte sich Rubruk. Die Mongolei hat bis heute nichts an ihrer Faszination verloren.

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