"Belzonis Grab"

Italiener entdeckt 1818 das Grab von Sethos I.

Giovanni Battista Belzoni gilt als Pionier der Ägyptologie. 1818 will der italienische Selfmade-Archäologe für das Britische Museum eine bedeutsame Sammlung aufbauen. Dabei stößt er im Tal der Könige auf eine prächtige Grabanlage. Erst später stellt sich heraus, dass es das Grab des Vaters von Ramses dem Großen ist: Sethos I.

Wandgemälde im Pharaonengrab Sethos I.
Wandgemälde im Pharaonengrab Sethos I. Quelle: ZDF

Das Tal der Könige ist nur eine gute Stunde Fußweg von Theben entfernt und war über 400 Jahre die Begräbnisstätte vieler Pharaonen. Auch die Dynastie der Ramessiden ließ dort ihre prächtigen Grabmäler in den Fels hauen. Doch beim Erkunden des Geländes fallen Schüsse. Belzoni vermutet seinen schärftsten Konkurrenten Bernadino Drovetti hinter dieser Einschüchterungsaktion. Belzoni will zunächst aufgeben, doch mit Entschlossenheit ertrotzt er sich das Einverständnis der Stammesführer vor Ort. Hinter Drovettis Rücken erhält er ein Empfehlungsschreiben und 20 Arbeiter. Mit dem sachkundigen Blick des Ingenieurs prüft Belzoni das Gelände - stets auf der Suche nach Auffälligkeiten im Fels.

Hochrangige Persönlichkeit

Hinter einer Ablaufrille für Regenwasser vermutet Belzoni ein Grab. Das Grabungsteam ist zunächst skeptisch, doch der Italiener behält Recht. Vor ihm und seinen Leuten liegt der Eingang zu einer Grabanlage aus der Pharaonenzeit.

In seinem Reisebericht bezeichnete der glückliche Entdecker jenen Tag, den 18. Oktober 1817, als den schönsten seines Lebens, der ihn für alle Mühsal entschädigte. Bereits die vorderen Kammern und Gänge mit den ausdrucksstarken Wandbemalungen lassen Belzoni ahnen, dass der Verstorbene eine hochrangige Persönlichkeit gewesen sein muss.

Belzonis letzter großer Auftritt

Dass Belzoni das Grab von Sethos I., dem Vater des Großen Ramses, gefunden hat, sollten die staunenden Besucher niemals erfahren. Denn damals konnte noch niemand die Hieroglyphen entziffern. Die Sensation ist perfekt, als die Truppe vor einem kostbar verzierten Alabastersarkophag steht. Vom Deckel und der Mumie aber fehlt jede Spur. Tatsächlich ging der spektakuläre Fund als "Belzonis Grab" in die Geschichte ein. Selbst nach Jahrhunderten, als die altägyptische Schrift schon längst kein Geheimnis mehr war, blieb diese Bezeichnung in aller Munde.Den Sarg lässt Giovanni Belzoni nach London transportieren. Die zahllosen Darstellungen an den Wänden der riesigen Anlage zeichnet er als Dokument für die Nachwelt minutiös ab. 1821 organisiert der Italiener in London eine Ausstellung. Das Herzstück bilden zwei originalgetreue Kammern des Sethos-Grabs sowie seine schönsten Objekte aus Ägypten. Das Publikum feiert den Entdecker als neuen Star der Gesellschaft. Es ist Belzonis letzter großer Auftritt. Schon zwei Jahre später stirbt er auf einer Expedition in Afrika.

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