Belzonis Schlüsselerlebnis

Öffnung von Ramses' Tempels in Abu Simbel

Im Dezember 1816 kehrt der Entdecker Giovanni Belzoni mit seiner Frau Sarah nach Kairo zurück. Mit an Bord sind viele kostbare Antiquitäten: darunter auch der schwere Steinkopf von Ramses II., den der Italiener im Auftrag des britischen Konsuls in Theben geborgen hat.

Im Britischen Konsulat erfährt Belzoni, dass nur der Kopf nach England transportiert werden soll. Die Auskunft irritiert Belzoni. Nach der erfolgreichen Transportaktion hoffte er, als Sammler für das britische Museum in Dienst gestellt zu werden. Nicht nur, um sich einen Namen zu machen, sondern auch, um Geld für weitere Expeditionen zu erhalten. Seine Zukunft hängt von Henry Salt, dem Konsul, ab.

Erste Zweifel an der Glaubwürdigkeit

Bei der Premiere des Ali-Films mit Karl Mildenberger, dem anderen Deutschen der gegen ihn boxte – und auch verlor.


Belzoni will wieder in den Süden zurück, denn er hat in Theben und Philae noch viel zusammenzutragen. Das Aufregendste für ihn ist jedoch der versunkene Tempel von Abu Simbel in Nubien. Als Belzoni einen Zeichner vom Britischen Museum fordert, winkt Salt ab und schlägt stattdessen, William Beechey, den malbegabten Sekretär des Konsuls und den Griechen Yanni Athanasiou als Dolmetscher vor. Yanni erhält außerdem von Salt den Auftrag, Belzoni zu überwachen. Den Italiener beschleichen erste Zweifel an der Glaubwürdigkeit seines Auftraggebers, er schiebt die Bedenken jedoch zur Seite, als Salt ihm eine weitere Reise nilaufwärts bewilligt.


Ohne die erkrankte Sarah bricht Giovanni Belzoni zum zweiten Mal in Richtung Süden auf. Zunächst will er bis zur Insel Philae, die er auf seinem ersten Trip besichtigt hat, und unterwegs so viele Fundstücke wie möglich für den Konsul in Kairo sicherstellen. Ein Schachzug, um Salt zu bewegen, Belzonis großen Traum zu finanzieren: die Freilegung des Tempels von Abu Simbel. Etwa auf halber Strecke gehen die Männer in El-Minia an Land. Der beschauliche Ort ist ein Tummelplatz für Hehler und Händler aus Ägypten und Europa. Für ihre Weiterfahrt auf dem Fluss brauchen sie die Genehmigung des einheimischen Provinzchefs.

Herbe Enttäuschung

Bei der Premiere des Ali-Films mit Karl Mildenberger, dem anderen Deutschen der gegen ihn boxte – und auch verlor.


In El-Minia ist auch Dovretti zugegen. Um vor ihm in Luxor zu sein, nehmen Yanni und Belzoni den Landweg. Fünfeinhalb Tage sind Belzoni und der griechische Dolmetscher unterwegs, bis sie schließlich in Luxor ankommen. Die Stadt, erwachsen aus dem alten Theben, war einst die Hochburg von Ramses II. Doch dort wartet auf den Entdecker eine herbe Enttäuschung. Drovetti hat eine Grabungslizenz für die ganze Region. Belzoni lässt sich davon aber nicht einschüchtern, er hofft auf noch unentdeckte Stellen. Doch als Belzoni in Luxor graben lässt, ist die Konfrontation mit Dovretti vorgezeichnet. Um den französischen Konsul auszutricksen, lässt Belzoni das Gerücht verbreiten, zurück nach Norden zu fahren. Dies täuscht er auch vor, ändert seine Route nach einiger Zeit aber wieder in Richtung Süden.

Elf Tage braucht die Felukke für die Fahrt von Luxor nach Philae an der Grenze zu Nubien - der letzte Zwischenstopp vor Abu Simbel. Doch in Philae sind viele von Belzonis gekennzeichneten Fundstücken zerstört, er vermutet Bernadino Drovettis Mannen hinter dieser Aktion. Auf der Insel stößt er auch auf die beiden Briten Captain Charles Irby und Captain James Mangles, die er überreden kann, das Team um Belzoni auf der Reise nach Abu Simbel zu begleiten.

Geld für lang ersehntes Projekt

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Die illustre Truppe macht sich auf den Weg. Kurz zuvor hatte Belzoni per Bote einen Brief vom britischen Konsul erhalten. Mit der Zustimmung für die Grabung in Abu Simbel und neuem Geld steht dem lang ersehnten Projekt nichts mehr entgegen. 3000 Jahre schlummerte das gigantische Heiligtum Ramses II. vergessen unterm Sand. Erst der Schweizer Johann Ludwig Burckhardt stieß auf seiner Reise nach Mekka zufällig auf den monumentalen Bau. Der Forscher gab Belzoni den entscheidenden Tipp. Bei der Ankunft am Tempel ist von den Franzosen nichts zu sehen, dafür stellen aber die unendlichen Sandmassen eine große Herausforderung dar.

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Belzoni organisiert hundert Helfer, doch das Vorhaben ist so mühselig, dass von Tag zu Tag immer mehr Arbeiter abspringen. In den folgenden Wochen schuften die Männer in glühender Hitze, um den Eingang zum Heiligtum freizulegen. Aus Balken und Palmwedeln errichtete Palisaden sollen verhindern, dass von den Seiten ständig Sand nachrutscht. Für die nötige Festigkeit sorgt das Wasser, dass die Arbeiter in großen Mengen herbeischaffen. Eine findige Konstruktion dank Belzonis technischem Know-How und seiner enormen Körperkraft. Am 1. August 1817 ist es soweit, der Eingang ist frei gegraben.

Für Giovanni Belzoni wird die Freilegung des Tempels von Abu Simbel, das Prunkstück Ramses II., zum Schlüsselerlebnis. Aus der Leidenschaft für die Jagd nach Schätzen wächst ein ernsthaftes Interesse an der Erforschung altägyptischer Kultur. Der ehemalige Zirkusmann aus Italien hat in Ramses II. seinen Lehrmeister gefunden.

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