Berggorillas in Gefahr

Bedrohung durch Rebellen und Wilderer

Berggorillas zählen zu den seltensten Tieren der Erde. Schätzungsweise gibt es nur noch 700 weltweit. Früher wurden sie hauptsächlich von Wilderern bedroht. Heute kommen noch weitere Gefahren dazu: abgeholzte Wälder, kämpfende Rebellen und von Touristen eingeschleppte Krankheiten.

Die letzten Berggorillas leben im Dreiländereck Ruanda, Uganda, Kongo. Im Grenzgebiet dieser Staaten befindet sich die Virunga-Vulkankette, die mehr als die Hälfte der Berggorillas beheimatet. Die andere Hälfte lebt im Bwindi-Nationalpark in Uganda. Die letzten Lebensräume der Berggorillas sind inzwischen zu Schutzgebieten geworden, die von Rangern bewacht werden. Aufgrund eines Babybooms bei den Gorillas ist ihr Bestand in den letzten Jahren zwar etwas angewachsen. Dennoch gelten die Menschenaffen als stark bedroht. Besonders im Kongo sind sie aufgrund der schwierigen politischen Lage stark gefährdet.

Jagd auf die letzten Berggorillas

Im Virunga-Massiv leben mehr als 200 Berggorillas auf kongolesischer Seite. Dort haben Rebellen, die sich in den Bergen verschanzen, die Ranger vertrieben und viele Berggorillas getötet. Unklar ist, ob die Tiere nur zufällig in die Schusslinie kämpfender Rebellen geraten sind oder gezielt von ihnen getötet wurden. Zu vermuten ist Letzteres. Denn die Rebellen wollen das Gebiet für sich alleine und fühlen sich von Rangern, Tierschützern und Touristen, die wegen der Berggorillas in das Gebiet kommen, gestört.

Auch Wilderer machen immer noch Jagd auf die selten gewordenen Menschenaffen. Entweder um sie zu essen oder um sie gewinnbringend zu verkaufen. Um an ein Gorillajunges heranzukommen, muss ein Wilderer die Mutter und oft noch weitere Tiere erschießen, die das Kleine verteidigen können. Denn Berggorillas leben in einem engem Gemeinschaftsgefüge und eine Gorillamutter würde niemals ihr Junges hergeben. So kommt es häufig vor, dass ein Wilderer für ein Junges fast eine ganze Familie tötet.

Immer weniger Lebensraum

Eine weitere Bedrohung für die Berggorillas ist der Handel mit Holzkohle. Im kongolesischen Teil des Virunga-Nationalparks holzt eine Mafia von Holzkohlehändlern die Bäume ab. Dadurch wird der Lebensraum der Berggorillas immer mehr zerstört. Das Geschäft mit der Holzkohle ist äußerst lukrativ. Besonders seitdem das Nachbarland Ruanda die Produktion von Holzkohle verboten hat. Wildhüter vermuten, dass die Holzkohle-Mafia sogar hinter gezielten Tötungen von Berggorillas stecken könnte. Denn wenn es keine Berggorillas mehr gibt, gibt es auch keinen Grund mehr, den Wald zu schützen. Und die Kohle-Händler können endlich ungestört ihrem illegalen Geschäft nachgehen.

In Uganda und Ruanda boomt der Gorilla-Tourismus. 500 Dollar zahlen Touristen, um die Tiere aus nächster Nähe zu sehen. Wer einen Berggorilla zu Gesicht bekommen möchte, muss sich an strikte Regeln halten: Nicht essen, nicht trinken, kein Blitzlicht und die vielleicht wichtigste Regel, einen Mindestabstand von sieben Metern einhalten. Denn auch der Mensch stellt für die Berggorillas eine Gefahr dar. Menschliche Erreger wie beispielsweise Masern oder Herpes können die Tiere nicht abwehren. Ein einziger Besucher mit einer Erkältung kann eine ganze Gorilla-Familie mit der Infektion auslöschen. Von Touristen eingeschleppte Erkrankungen sind daher bei den Berggorillas eine häufige Todesursache.

Gorilla-Tourismus als Chance

Gleichzeitig ist der Gorilla-Tourismus eine große Chance für den Erhalt der Berggorillas. Denn die letzten großen Menschenaffen können - aufgrund der Gefahren, denen sie ausgesetzt sind - nur geschützt werden, wenn sie von den Rangern des Nationalparks rund um die Uhr bewacht werden. Und das kostet viel Geld. Die ausländischen Devisen, die der Gorilla-Tourismus einbringt, kommen außerdem auch der ansässigen Bevölkerung zugute. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um die Tiere zu schützen. Denn wenn alle ein Interesse am Erhalt der Berggorillas und ihres Lebensraumes haben, besteht für die sanften Riesen die beste Chance zu überleben.

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