Bestimmender Machtfaktor in Zentralasien

Erfolge durch organisiertes Staatswesen

Karakorum ist nicht nur Wirtschafts- und Handelszentrum, es ist darüber hinaus die Schaltzentrale der Reichsverwaltung. Dschingis Khans Sohn Ögödei hatte das Vermächtnis seines Vaters in die Tat umgesetzt.

Mit der Einrichtung von Staatskanzleien und dem Bau eines Palastes hat er die nomadische Raubnation in ein dauerhaftes, organisiertes Staatswesen überführt. In Karakorum werden Gesetze erlassen, von hier aus gehen Sendschreiben in jeden Winkel des Weltreiches, hier wird Recht gesprochen.

Eigene Schrift

Dschingis Khan - selbst Analphabet - hat für die Verwaltung eigens eine Schrift entwickeln lassen. Aus dem Uighurischen entlehnt, wird aus der Längsschrift später die Pax-pa, die Quadratschrift. Auch als das Weltreich nicht mehr existierte, blieb Mongolisch Jahrhunderte lang die völkerverbindende Sprache Asiens, vergleichbar mit Latein im europäischen Mittelalter oder Englisch heute.

Dschingis Khan vereinheitlicht das Recht der Steppe, er formuliert eine Sammlung von Geboten und Vorschriften, die das Zusammenleben im Reich regeln sollen. Die Yassa, das Grundgesetz, spiegelt seine strengen Moralvorstellungen wider. Ein persischer Chronist lobt später: Alles, was ihm von der Yassa zugeschrieben wird, entsprang seiner eigenen Verstandeskraft, seinem Einfühlungsvermögen und der Fähigkeit, von sich aus das Beste zu leisten." Das auf Birkenrinde niedergeschriebene Dokument verfügt rigide Strafen. Schon kleinste Vergehen werden mit dem Tragen des Schandkragens bestraft. Auf die Verschmutzung von Trinkwasser steht die Todesstrafe.

Straff geführte Armee

In Zentralasien ist das Reich Dschingis Khans zum bestimmenden Machtfaktor geworden. An der Spitze seiner straff geführten Armee hat er den Norden Chinas erobert und die reichen Handelsländer entlang der Seidenstraße niedergezwungen. Getrieben von einem göttlichen Sendungsbewusstsein: "Ich weiß, dass der Himmel mir die ganze Oberfläche der Erde von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gegeben hat."

Im Krieg zeigt sich aber die dunkle Seite des Dschingis Khan. Wer sich nicht freiwillig unterwirft, kann nicht auf Gnade hoffen. Wer sich den Mongolen entgegenstellt, wird gnadenlos getötet. "Das höchste Glück eines Mannes ist es, den Feind zu besiegen, sich seines ganzen Besitztums zu bemächtigen und seine Frauen weinen zu lassen." Dennoch haben die Eroberungszüge nicht einfach Vernichtung und Vertreibung zum Ziel. Es geht dem Khan darum, Beute zu machen, Pfründe und Titel zu vergeben, um die Loyalität seiner Gefolgsleute sicherzustellen. Denn darauf basiert die Macht in der Steppe.

Loyalität und Fürsorge

Der Großkhan herrscht um 1225 über die eroberten Gebiete, die Verwaltung überlässt er den unterworfenen Beamten, er treibt Steuern ein und versorgt damit jene, die ihm loyal ergeben sind.

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