Besuch der Gorumba-Mine

Fledermäuse als Wirtstiere

Die Anlagen der Gorumba-Mine sind verlassen. Die Ingenieure sind geflohen, marodierende Banden haben im Chaos des Bürgerkrieges die Mine besetzt. Wo einst die Schächte lagen, erstreckt sich heute ein großer See.

Die wilden Goldsucher haben die Grundwasserpumpen nicht in Betrieb gehalten. Das Wirtstier des Virus, so vermutet Borchert, hat das überflutete Bergwerk verlassen.

Reich an Bodenschätzen

In der Gorumba-Mine hat es nach allem was berichtet wird eine ausgesprochen reiche Tierwelt gegeben mit verschiedenen Arten von Nagetieren, Spitzmäusen und auch jeder Menge Fledermäusen. Fledermäuse sind Verdächtige ersten Ranges in dieser Angelegenheit. Doch wohin sind die potenziellen Virus-Überträger geflüchtet? Gefährden sie noch Menschen? Borchert besucht eines der Goldlöcher, die rund um Durba entstanden sind. Seitdem die Gorumba-Mine unter Wasser steht, arbeiten die Goldgräber im Tagebau. Kaum ein Land ist so reich an Bodenschätzen wie der Kongo. Doch der Krieg hat das Land in tiefes Elend gestürzt. Es gibt keine Maschinen für den Abbau des Goldes, keine Straßen für den Transport.

Borchert hofft, mit Hilfe der Goldsucher doch noch etwas über den Ursprung der Ansteckungskette zu erfahren. Einige von ihnen sprechen französisch - ein Erbe der belgischen Kolonialzeit. Jeder kann von Kollegen berichten, die am Marburg-Virus erkrankten. Doch seit sie das Gold unter freiem Himmel fördern, ist die Krankheit verschwunden. Für Borchert der entscheidende Hinweis. Das Killervirus muss also unter der Erde hausen - in einem Wirtstier, das ausschließlich unter Tage, in den Minen lebt. Ein Arbeiter berichtet von einem Stollen, der etwas höher liegt und nicht überflutet wurde. Dort, so beschließt der Forscher, will er sich umsehen. Nach einer Woche im Kongo endlich eine heiße Spur. Borcherts Kleidung bietet nur notdürftigen Schutz. Doch der Forscher will beweglich bleiben, um im Innern des Stollens schnell reagieren zu können.

Fluch über dem Bergwerk

Keiner der Goldsucher wollte ihn begleiten. Ein Fluch, so sagen sie, liegt über dem Bergwerk. Jeder in Durba hat die Grausamkeit der Seuche in Erinnerung. Der Boden der Mine ist bedeckt mit getrocknetem Tierkot. Schliefen die erkrankten Goldgräber hier auf der Erde? Tranken sie das verunreinigte Wasser? Wie infizierten sie sich? Das Virus muss in einem Lebewesen lauern, das nur selten in Kontakt mit Menschen gerät, vermutet der Wissenschaftler. Sonst gäbe es die Krankheit viel häufiger.

Aus einem toten Gang dringen immer wieder pfeifende Geräusche. Borchert ist schon mehrere hundert Meter tief in die Mine hinabgestiegen und entdeckt ein Schlafplatz für hunderte von Fledermäusen. Die Bestätigung eines lange gehegten Verdachts? Geschützt durch dicke Lederhandschuhe, wagt er, eines der Tiere zu fangen. Hier wird er in den nächsten Tagen systematisch auf die Jagd gehen.

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