Besuch in der Apotheke

Forschen im Bazar

Eine sensationelle Entdeckung der Bayreuther Chemiker führt zurück nach Kairo. In einer alten Heilpflanze fanden sie eine Substanz, die die Abstoßreaktion des Körpers bei Organtransplantationen verhindert.

Das unscheinbare Jochblattgewächs Fagonia Indica war ein Tipp von Professor Karlheinz Seiferts ägyptischem Kollegen Professor Atef Hanna. Er hatte das Kraut auf einem Bazar in der Altstadt entdeckt.

Wie auf der Arche Noah

In der ägyptischen Volksmedizin haben sich einige Heilpflanzen aus pharaonischer Zeit erhalten. Wie auf einer Arche Noah überstanden sie in wenigen Spezialgeschäften die Jahrhunderte des Vergessens. Deshalb gehen die Forscher immer wieder zum Bazar.

Im Bazar gibt es sie noch, die Einheit von Arzt und Apotheker, wie sie auch die alten Ägypter praktizierten. Im ersten Stock werden die Patienten untersucht und das Rezept geschrieben, unten in der Kräuterapotheke wird es individuell zusammengestellt. Genau nach den Vorgaben "von oben".

Spannender Besuch

Tausende Ingredienzen stehen zur Auswahl. Aber nur noch wenige kennen die Geheimnisse der Kräuter. Deshalb ist für Renate Germer und ihren Kollegen Atef Hanna der Besuch in der Apotheke genauso spannend wie ein gold-glänzendes Pharaonengrab. Was wie Stroh aussieht, ist die Wunderdroge Fagonia Indica, auf die man auch in der HIV-Forschung große Hoffnungen setzt.

Renate Germers Aufgabe: Einpacken, erhalten, konservieren, solange noch die letzten Reste des alten Wissens vorhanden sind. Die Biologin weiß, wie mühsam es ist, sie aus den Tiefen des Vergessens wieder ans Licht zu bringen. Doch bei allen Schwierigkeiten, ihre Entdeckerlust im Land der Pharaonen ist ungebremst.

Ein langer Weg

Die Medizin im Land der Pyramiden war die beste der Alten Welt. In unserer "neuen Welt" arbeiten Wissenschaftler daran, die Rezepte der Ärzte der Pharaonen zu entziffern. Sorgfältig und verantwortungsbewusst. Es ist ein langer Weg, bis vielleicht die Hoffnung Kranker erfüllt wird, denen unsere moderne Medizin nicht helfen kann. In den alten Pflanzen stecken unzählige Substanzen und Wirkstoffkombinationen. Wir beginnen gerade erst zu ahnen, wie wertvoll sie für die Patienten von morgen sein können.

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