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Von Kapitän Cook bis zur Kolonialherrschaft

Ein Blick über 200 Jahre zurück in die Geschichte des Pazifischen Ozeans: Auf seiner Reise um die Welt segelte der englische Entdecker Kapitän James Cook im Jahre 1774 durch Polynesien.

Cooks größte Leistung bestand in der Widerlegung zweier Annahmen: Er fand heraus, dass der legendäre Südkontinent, die Terra Australis, ebenso wenig existiert wie die Passage zwischen dem Atlantischen und dem Pazifischen Ozean.

Unterstützung von den Inselbewohnern

Kapitän Cook war der Humboldt der Meere. Er vermaß riesige Gebiete, steckte die Weltkarte neu ab und entdeckte Hawaii. Einheimische Seeleute halfen ihm, Inseln und Entfernungen kennen zu lernen. Es sind seine Weltbeschreibungen, die bis heute die romantischen Phantasien der Europäer beflügeln: wunderbare Landschaften, unberührte Inseln, das verlorene Paradies. Menschen, die noch im Einklang mit der Natur leben, unbekümmert und fern von den Moralvorstellungen Europas.

Cook wagte sich bis an gefährliche Riffe heran. Da die Korallen jeden normalen Bootsrumpf wie scharfe Zähne zerrissen, bewunderte er die wendigen und schnellen Auslegerboote und Katamarane der Polynesier. Es waren die einheimischen Navigatoren, die ihm die Positionen von zahlreichen Inseln verrieten und ihn über Kurse dorthin brachten, die sie an den Sternen ablasen.

Fremdherrschaft und Ausbeutung

Doch nicht alle, die nach Polynesien kamen, besaßen derart friedliche Absichten wie Kapitän Cook. Schon seit langer Zeit regieren fremde Mächte die Salomon-Inseln. Ende des 19. Jahrhunderts wurden sie zwischen Deutschen und Engländern aufgeteilt, im Zweiten Weltkrieg fielen sie an Japan. Später lieferten sich in dieser Gegend US-Marines und Japaner die blutigste Schlacht des Pazifikkrieges.

Holzfäller stellten eine weitere Bedrohung für die polynesische Bevölkerung dar. Ausländische Konzerne interessierten sich für die Inseln, vor allem für den unberührten Baumbestand mit seinen hoch gewachsenen "Kanu-Bäumen", wie sie von den Einheimischen genannt werden. Auch auf Taumako mussten sich die Einwohner gegen Holzfäller verteidigen, indem sie damit drohten, das Wasserflugzeug festzubinden, mit dem eine Regierungs-Kommision anreiste, um den Baumbestand zu überprüfen.

Kontrollierter Handel

1965 überführte ein deutscher Ethnologe eines der letzten Auslegerboote, das auf Taumako entstand, ins Berliner Völkerkundemuseum. Die restlichen Boote verotteten nach und nach an den Stränden, weil die englischen Kolonialbehörden in den sechziger Jahren die traditionelle Schifffahrt unterbanden. Auch auf anderen Inseln Polynesiens gab es eine solche Politik. Die Verwaltung wollte verhindern, dass die Insulaner einen unkontrollierten Handel betrieben und neue Nachbareilande besiedelten. Man wollte die Nomaden der Südsee mit allen Mitteln zwingen, sesshaft zu werden.

Im Jahre 1978 wurden die Salomoninseln unabhängig. Doch die Jahrzehnte der Fremdherrschaft haben tiefe Wunden hinterlassen und es wird lange dauern, bis die Insulaner zu Identität und Stolz zurückfinden. Dabei spielt die Seefahrt eine große Rolle.

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