Biblische Katastrophen

Explosion der Vukaninsel Santorin als Auslöser

Der Pharao lässt Mose und sein Volk nicht aus Ägypten ziehen. Doch mit Hilfe Gottes und zehn Plagen gelingt es dem Anführer der Israeliten den Pharao zu überzeugen. Indizien zeigen, dass tatsächlich eine Katastrophe biblischen Ausmaßes das Pharaonenreich erschütterte.

Die göttliche Hilfe für Moses ist spektakulär. Zehn Plagen sollen das ägyptische Staatswesen zermürben.

Die zehn Plagen von Ägpten

Das Wasser des Nil verwandelt sich in stinkendes Blut. Frösche verheeren das Land - und dringen selbst in den Palast des Pharao ein. Läuse krabbeln über die Männer und Frauen. Ein Fliegenschwarm fällt über Menschen her. Das Vieh wird krank und stirbt. Die Menschen werden von schrecklichen Geschwüren befallen. Ein schwerer Hagelsturm vernichtet die Felder. Heuschrecken vernichten die Ernte. Trockenheit und Rinderpest zerrütten die Ökonomie des reichen Landes. Über das einstmals blühende Reich legt sich Dunkelheit. Die Strafe "Jachwes", des Gottes, der radikal für Moses Partei ergreift.


Aber ist alles bloß religiöse Phantasie? Sind die Plagen, die das Alte Ägypten angeblich heimsuchen, reine Erfindung? Einige Forscher meinen, Indizien dafür gefunden zu haben, dass tatsächlich eine Katastrophe biblischen Ausmaßes das Pharaonenreich erschütterte - eine Katastrophe, die ihren Anfang nahm von der Vulkaninsel Santorin nahm.

Das "Tagebuch" der Erde

Tausende Kilometer nördlich von der "Feuerinsel Santorin" entfernt - und doch mit deren Schicksal verbunden, liegt Grönland, die Insel aus Fels und Eis. Dort entziffern Forscher des Alfred-Wegener Instituts das "Tagebuch" der Erde. Der eisige Weg führt sie über viele Kilometer dorthin, wo sich über Jahrtausende die atmosphärischen Niederschläge zu einem dicken Eispanzer verdichtet haben.

Das 3000 Meter dicke Eis dick ist nur mit einem speziellen Bohrmeißel zu durchdringen. Was gemeinsam mit den Eisproben aus der Tiefe gefördert wird, ist kostbares Wissen: Die Eisstäbe sind sozusagen das Gedächtnis der Erde. Ein Archiv all jener Bestandteile der Erdatmosphäre, die mit den Niederschlägen in Jahrtausenden zu Boden gingen. Wie aus den Jahresringen eines Baumes, trockene oder feuchte Sommer abzulesen sind, so verrät das Eis alles über die atmosphärischen Verhältnisse lang vergangener Zeiten.

Gewaltige Explosion

Was das zweite Jahrtausend vor Christi Geburt betrifft, die vermutliche Zeit des Moses, so können Forscher auf ein Ereignis schließen, dass seinerzeit zu einer dramatischen Umwälzung der klimatischen Verhältnisse beigetragen haben muss. Die Kristalle verraten, dass exakt im Jahre 1645 vor Christus, eine gewaltige Explosion den Himmel über dem Mittelmeer verdüstert haben muss. Es war die Katastrophe von Santorin. Die Explosion einer ganzen Insel. Die gesamte Mittelmeerwelt muss damals heftig erschüttert worden sein. Abermillionen Tonnen von Staub und giftige Gase wurden in die Atmosphäre geschleudert.

Die Naturkatastrophe von Santorin könnte der Grund dafür gewesen sein, warum Moses die Machtprobe mit dem ägyptischen Herrscher, siegreich bestand. Die Bibel erzählt, dass unter dem Druck der Plagen der Pharao seinen Widerstand endlich aufgibt. Alles, was Moses ihm an schrecklichen Visionen prophezeit hatte, war eingetreten. Widerwillig zieht der Pharao die erlösende Konsequenz: Moses und sein Volk sind frei. Sie sollen gehen, wohin ihr Gott sie auch immer führen mag. Die Tür zu "Gottes verheißenem Land" ist aufgestoßen.

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