Blutige Kämpfe um Goldschätze

Welser ziehen sich aus Südamerika zurück

Der Rückzug Alfingers gestaltete sich zum Martyrium. Seine Rückkehr nach Venezuela wird zum tödlichen Leidensweg. Auf der Suche nach einer Abkürzung reitet Alfinger 1533 in der Nähe des heutigen Ortes Chinácota zur Erkundigung aus. Gegen alle Warnungen, lässt er sich nur von einem Vertrauten begleiten.

Die Chronisten der Eroberung Amerikas waren meist spanische Mönche. Sie waren misstrauisch gegenüber ihren deutschen Herren. Sie verdächtigten sie, Ketzer zu sein. Das war damals schlimmer, als Indios umzubringen. Alfinger ist seinen Auftraggebern, den Welsern verpflichtet. Er lässt sich nur noch von seinen deutschen Kampfgefährten bewachen. Einige kleinere Rebellionen hatte er schon niederschlagen müssen.

Tod durch Giftpfeil

Alfinger wusste nicht, dass ihm schon seit Tagen Indios auflauerten. Er wird lebensgefährlich am Hals verletzt. Der Indiopfeil ist vergiftet. Der erste deutsche Gouverneur Amerikas, Ambrosius Alfinger, stirbt nach vier Tagen. Kurz vor seinem Tod lässt er seine gesammelten Goldschätze herbeischaffen und vor sich ausbreiten.


Der Rest der Truppe kehrt nach Venezuela zurück. Dort erwartet sie ein neuer Gouverneur, der Welser Nikolaus Federmann. Dieser kam nach den Spaniern ins Goldland. Doch die riesige Beute war bereits verteilt. Auch Philipp von Hutten, der letzte Welsergouverneur, hatte Pech. In seinen Briefen berichtet er von blutigen Kämpfen mit den Indios in der Nähe des Amazonasgebiets.

Keine gute Zukunft

In einem Brief erwähnt Philipp von Hutten den berühmten Dr. Faustus. Dieser hat in einem Horoskop Hutten keine gute Zukunft vorausgesagt. Und so kam es auch: Hutten wurde 1546 ermordet. Bischof Moritz von Hutten setzte seinem Bruder nach dessen Tod ein Denkmal in der Wallfahrtskirche von Arnstein. Sein Leidensweg wird dort bildlich nachgezeichnet, sogar seine Ermordung. Es ist auch ein Schiff zu sehen, ein Boot, beladen mit Schätzen.


Der Transport des Goldes war genauso abenteuerlich wie seine Beschaffung. Auf dem mächtigen Magdalenafluss wurde es in Einbäumen zur Küste gebracht. Für Jahrhunderte war dieser Fluss die Hauptverkehrsader Kolumbiens. Hohe, unpassierbare Andengebirge machten einen anderen Transport ins Landesinnere und ins Hochland von Bogotá unmöglich.

Mächtiger Umschlagplatz

Von wilden Affen-Herden bewacht, liegt heute eine der erstaunlichsten Städte Südamerikas an der alten Goldroute: das tropische Mompox. Die Goldstadt war einst mächtiger Umschlagplatz für Schätze und Rohstoffe aus dem Inneren Kolumbiens auf dem Weg zur Karibik. Doch dann wurde der Magdalena-Fluss launisch. Sein von großen Schiffen befahrener Hauptarm nahm einen anderen Weg. Das Weltkulturerbe Mompox versank im Schlaf der Geschichte.


Die Welser zogen sich von ihren Unternehmungen in Südamerika zurück. Sie hatten nicht nur Geld und Männer verloren, sondern auch ihren Einfluss am Kaiserhaus. Sie haben weder Bergwerke, noch größere Siedlungen gründen können. Ihre Schiffe wurden zurückgeordert. Ihre Gegner, insbesondere das Handelshaus der Fugger, wusste aus ihrem Unglück Vorteil zu ziehen.

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