Bombenhagel im Baskenland

Verheerender Angriff auf Guernica

Der Angriff auf die baskische Stadt Guernica markiert den Anfang einer Kriegsführung, die später unheilvoll auf das Deutsche Reich zurückfallen sollte. Mit einem Radar-Warnsystem könnten unzählige Opfer vermieden werden, doch das ist nicht vorhanden.

Der Grund für Hitler, Truppen auf die Iberische Halbinsel zu senden, liegt in der Entwicklung des Bürgerkriegs in Spanien. Der von General Franco geführte Putsch gegen die Republik scheint ins Leere zu laufen. Die Republikaner sind, nach anfänglichen Verlusten, teilweise sogar wieder auf dem Vormarsch. Hitler entscheidet, den pro-faschistischen Franco zu unterstützen.

Die "Winteroperation Rügen"

Schon Anfang August 1936 kommt ein Schiff namens Usaramo mit Material und Besatzung aus Deutschland im Hafen von Sevilla an. Aus Sicherheitsgründen hat man die Soldaten zuvor offiziell aus der Wehrmacht entlassen und als Zivilisten verkleidet. Alles soll streng geheim bleiben. Die "Winteroperation Rügen" umfasst etwa 4500 Soldaten, diverse Flakbatterien und mehrere Flugzeugstaffeln. Es folgen Marine- und Panzerverbände, die Luftwaffe ist aber eindeutig der Schwerpunkt der Operation. Zur weiteren Tarnung werden deutsche Hoheitsabzeichen auf dem Kriegsgerät durch ein simples schwarzes Kreuz in Form eines X ersetzt. Der Name, unter dem die Einheiten zusammengefasst werden: Legion Condor.

Die Truppe zählt während des gesamten Einsatzes nie mehr als 5500 Mann. Ständig werden die Einheiten ausgewechselt, so dass bis zum Ende des Bürgerkrieges 15.000 bis 20.000 Soldaten Erfahrungen sammeln können. Der Grund dafür liegt in Hitlers bedrohlichen Absichten. Noch weiß die Welt nichts von seinen Eroberungsplänen, die ab 1939 in die Tat umgesetzt werden sollen. So wird denn der Einsatz der Legion Condor nicht nur genutzt, um - wie anfangs - Truppenkontingente von Marokko über das Mittelmeer nach Spanien zu bringen. Vor allem sollen neue Waffensysteme und Kampftechniken getestet werden.

Verheerende Kombination

Dies wird besonders bei dem Überfall auf die baskische Stadt Guernica deutlich. Nachdem bereits Madrid von Fliegern der Legion Condor angegriffen wurde, sollen nun in Guernica eine Brücke und eine Straßenkreuzung zerstört werden. Es ist vorgesehen, den Nachschub und die Bewegungsfreiheit der gegnerischen Einheiten zu stören. Das ist zumindest die offizielle Lesart. Die Realität sieht anders aus.

    Der Angriff auf Guernica inspirierte den Maler Pablo Picasso 1937 zu einem seiner berühmtesten Gemälde, das er ebenfalls schlicht "Guernica" betitelte.

Guernica besitzt keine Verteidigungs-Einrichtungen. Es sind keine Bunker vorhanden. Warnvorrichtungen wie das Radar gibt es schon gar nicht - dessen Entwicklung steckt noch in den Kinderschuhen. Die Bevölkerung besteht aus rund 7000 ahnungslosen Zivilisten, militärische Einheiten sind in der Stadt nicht zu finden. Am 26. April 1937 bricht für die Bewohner die Hölle los. Insgesamt 50 Tonnen Bombenlast werden von den Flugzeugen über der Kleinstadt abgeladen, unter anderem drei Staffeln großer Junkers-Flugzeuge. Wie bereits in Madrid, handelt es sich um eine Mischung aus Brand-, Spreng- und Splitterbomben. Eine verheerende Kombination.

Angst und Schrecken

Im Zuge des dreieinhalbstündigen Angriffs werden gut drei Viertel der Bebauung Guernicas komplett zerstört. Das eigentliche Angriffsziel, die steinerne Brücke vor den Toren der Stadt, hätte von einem einzigen Sturzkampfbomber leicht zerstört werden können. Sie bleibt jedoch intakt. Die Bomber haben 2500 Brandbomben geladen, die teilweise aus einer Höhe von mehr als 2000 Metern abgeworfen werden. Die kleine, kaum brennbare Brücke kann demnach nicht das eigentliche Ziel gewesen sein - es geht allein um die Terrorisierung der wehrlosen Bevölkerung.

Etwa 1500 Menschen finden im Bombenhagel den Tod, wahrscheinlich sogar mehr - politische Interessen verhindern eine genaue Erfassung. Die Toten von Guernica und anderen spanischen Städten sind die ersten Opfer einer Strategie, die später unter dem Namen "Blitzkrieg" für Angst und Schrecken sorgen wird.

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