Caesar in der Zisterne

Sensationeller Fund auf der Akropolis

Anders als Karthago wurde Pantelleria in den Punischen Kriegen nicht von den Römern zerstört. Die strategisch wichtige Insel wurde sozusagen weiterbenutzt. Auch die Zisterne, in der ein Marmorkopf lag und wo sogar Gold zum Vorschein kommt.

Wenn auch kaum in den Mengen, von denen Kaiser Nero träumte. Der hatte das erwartete Gold, das die Expedition aus Karthago zurückbringen würde, schon mit vollen Händen ausgegeben, wie der römische Geschichtsschreiber Tacitus berichtet.

Wunderbare Kostbarkeiten

In der zerstörten, geplünderten und überbauten Metropole selbst war und ist nicht viel zu finden. Aber in Karthagos vergessenen Kolonien kamen wunderbare Kostbarkeiten zum Vorschein, wie eine Goldkette aus der Bergwelt Sardiniens. Das waren keine Barbaren, die diesen Schmuck schufen.

Selbst zur Ferienzeit ist Pantelleria im Innern menschenleer. Noch hat sich hier ein kleines, von Touristenströmen unberührtes, Paradies im Mittelmeer erhalten. Wie in Mozia liegen auch hier die Funde offen an der Oberfläche. Vermutlich war die Insel vor 2000 Jahren stärker besiedelt als heute.

Friedlicher Umgang

Römische Besatzer und Einheimische sind offensichtlich friedlich miteinander umgegangen: das belegen punische Symbole auf römischen Münzen. Eigentlich kaum zu glauben, wenn man die grausamen Punischen Kriege verfolgt.


Am heiligen See der Venus, der auch von den Römern geehrt wurde, befindet sich eine punische Kultstätte. Das Wasser des erloschenen Vulkans ist warm, stark schwefelhaltig und gilt als Gesundbrunnen. Der getrocknete Vulkanschlamm aus dem See der Venus ist nicht nur gesund für die Durchblutung, sondern macht auch eine seidenweiche Haut.

Sternstunde für Archäologen

Auf der Akropolis von Pantelleria gibt es einen weiteren Sensationsfund. In derselben Zisterne, in der auch Antonia Minor gefunden wurde, liegt, nur einen halben Meter tiefer, eine Büste von Julius Cäsar.


Der römische Feldherr und Politiker wurde hier vor zwei Jahrtausenden mit Opferbeigaben deponiert. Warum, ist ein Rätsel. Dieser Fund ist einmalig. Er muss wie Antonia und der noch später gefundene Kopf des Kaisers Titus zu einem Kaiserkult-Heiligtum in der römischen Festung gehört haben. Der Kopf ist extrem gut erhalten, sogar die Nase ist intakt. Und das in einem Außenposten des Römischen Reichs. Eine Sternstunde für Archäologen.

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