Cäsars Marsch in die leere Stadt

Pompeius lässt Rom evakuieren und flieht nach Dyrrachium

Sollte Cäsar auf eine friedliche Lösung gehofft haben, wird sie im Dezember 50 vor Christus zerschlagen. Nach langem Zögern entschließt sich Pompeius doch noch, den Kampf gegen Cäsar aufzunehmen.

Für die Republikaner ein Festtag. Kurz darauf geht auch der engste Vertraute des Gegners auf jenes "interessante Angebot" der aristokratischen Senatsmitglieder um Cato ein.

Kriegserklärung an Rom

Die Nachricht vom Seitenwechsel seines Freundes Labienus trifft Cäsar zutiefst. Er ernennt den treuen Offizier Marcus Antonius zu seinem neuen Stellvertreter. Dann entschließt sich Cäsar zu schnellem Handeln. Am 11. Januar des Jahres 49 vor Christus erreicht er den Rubikon. Der Fluss bildet damals die Grenze zwischen dem eigentlichen Staatsgebiet der römischen Republik und den nördlich angegliederten Provinzen. Cäsar bricht ein ehernes Gesetz, als er seine Truppe über den Rubikon führt, denn es ist römischen Feldherren gesetzlich verboten, die Truppen aus ihrer Provinz abzuziehen und nach Italien zu führen. Die Überschreitung kommt einer Kriegserklärung gleich. Nun muss er kämpfen.

Ariminum, Ancona, Arretium - in raschem Vormarsch erobert er republikanischen Boden und rückt auf Rom zu. Obwohl viele Städte und Landschaften in der Hand von Pompeius' Truppen sind, laufen die meisten Soldaten dank Cäsars "Strategie der Milde" ohne Gegenwehr zu ihm über. In der Hauptstadt herrscht Panik. Aus Angst vor Bürgerkrieg fliehen viele Bürger mit ihrer Habe aufs Land. Cäsars Feinde hatten gehofft, dass sich die ehrbaren Bürger in den Städten Italiens wehrhaft gegen ihn erheben würden um die Republik gegen den Aggressor zu verteidigen.

Raffinierter Plan

Angesichts seiner geringen Truppenstärke, fasst Pompeius einen raffinierten Plan. Er will Rom evakuieren lassen und Cäsar auf einem Schlachtfeld außerhalb der Mauern Roms besiegen. Bei den Senatoren trifft er zunächst auf Unverständnis, denn diese sehen ihre materiellen Güter in Gefahr. Doch Pompeius kann sie schließlich überzeugen: Senat und Volk von Rom räumen die riesige Stadt. Am 17. Januar des Jahres 49 ist die Metropole am Tiber menschenleer.

Als Cäsar wenig später Rom erreicht, reitet er ins Leere. Keine freudige Begrüßung für den Befreier, kaum etwas zum Plündern in den Häusern seiner Gegner - politisch und finanziell ein Reinfall. Er entscheidet sich für einen unerwarteten Schachzug. Da er den über die Adria nach Griechenland abrückenden Pompeius nicht einholen kann, wendet er sich zunächst nach Spanien. Dort stehen sechs Legionen seines Gegenspielers. Ein Jahr lang kämpft er die pompeianischen Verbände nieder. Dann kehrt Cäsar siegreich zurück.

Grausame Strafe

Doch unter seinen Soldaten wächst Unmut. Nach all den Schlachten und Gewaltmärschen hat ihr Feldherr noch keine seiner Versprechungen wahrgemacht: Noch stehen Sold und Belohnung aus. Die Männer frieren im winterlichen Lager, sind müde, wollen nicht mehr. Cäsar ahnt nichts von dem, was sich in seiner 9. Legion zusammenbraut. Doch nicht nur ein paar Rädelsführer, sondern die 4000-Mann starke gesamte Legion meutert. Cäsar befiehlt die sofortige Dezimation der Legion. Die Dezimation ist eine der grausamsten römischen Militärstrafen. Cäsar verhängt sie in dieser gefährlichen Lage erstmals wieder seit langer Zeit.




Mit Gewalt zwingt Cäsar die Truppe zurück zur Disziplin. Denn die Entscheidungsschlacht um die Herrschaft im römischen Reich steht erst noch bevor. Er will Pompeius bei Dyrrachium stellen, einem kleinen Ort an der heute albanischen Adriaküste.

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