Carters Verbannung

Drama um die Öffnung des Sarkophags

Nach Carnarvons Tod muss der weltfremde Howard Carter allein mit der ägyptischen Regierung verhandeln und die sensationshungrige Presse mit immer neuen Geschichten bedienen. Schließlich wird er von der ägyptischen Regierung für zwei Jahre seines Amtes enthoben.

Der in sich gekehrte Archäologe flüchtet in die Einsamkeit des Grabes, widmet sich nur noch der wissenschaftlichen Auswertung seines Fundes.

Ungeahnte Herausforderung

Um an die Mumie des Pharao zu gelangen, muss Carter zunächst die Schreine bergen - eine ungeahnte Herausforderung. Die bis zu 15 Zentner schweren Schränke mit ihrem empfindlichen Goldstuck müssen in der engen Sargkammer zerlegt und heraustransportiert werden.

Vier prunkvolle Schreine sind ineinander verschachtelt - einen nach dem anderen hat man beim Begräbnis des Pharao mit goldenen Nägeln zusammengefügt. Um sie zu bergen, muss eine Mauer der Sargkammer eingerissen werden. Der letzte Schrein verhüllt den meisterhaften Quarzit-Sarkophag, in dem die Mumie ruht. In der Grabkammer entziffert Carter den religiösen Kosmos der Pharaonen. Jedes noch so rätselhafte Zeichen versucht der Entdecker zu verstehen.


Den Momenten stiller Verehrung folgt Hochspannung. Das Öffnen des steinernen Sarkophags ist das größte Wagnis der Schatzsuche. Mit einem Flaschenzug hievt Carter die schwere Granitplatte empor.

Nur ein einziges Mal kann Carter einen flüchtigen Blick in den Sarg werfen. Bis zur Öffnung der darin verschachtelten Mumiensärge wird für den Forscher noch eine halbe Ewigkeit vergehen. Für Carter beginnt das deprimierendste Drama seiner Karriere. Ägypten will den Ruhm der archäologischen Sensation für sich beanspruchen und sucht Gründe für Carters Entlassung. Man verbietet ihm, ausländische Gäste ins Grab zu führen. Carter protestiert, die Situation eskaliert. Die Regierung lässt das Grab verbarrikadieren. Carter ist ausgesperrt. Er wird seines Amtes enthoben.

Rückkehr nach zwei Jahren

Das jähe Ende eines Lebenstraums? Der inzwischen weltberühmte Entdecker packt verbittert seine Koffer. Er verlässt das Tal der Könige. Das Unternehmen Tutenchamun scheint für ihn beendet. Doch zwei Jahre später holt die ägyptische Regierung den Verbannten zurück - man ist auf den Experten angewiesen.

Endlich ist es soweit, den Sarg zu heben. Doch schon wartet die nächste, unvorhergesehene Herausforderung auf Carter und sein Team. Der Sarkophag beherbergt drei Mumiensärge. Einer liegt so eng im anderen, dass es fast unmöglich scheint, sie herauszuziehen. Doch mit dem Flaschenzug gelingt es, sie nacheinander zu liften. Jeder Mumiensarg wird von einem Leinentuch bedeckt. Mit wissenschaftlicher Akribie entfernt Carter den Jahrtausende alten Stoff. Carter hat unendlich viel Geduld - und Respekt vor dem toten Pharao.

Tutenchamun war erst 20 Jahre alt, als er starb. Bis heute rätseln Forscher über die Ursachen seines plötzlichen Todes. Einige glauben, der Kindkönig sei an einem Tumor gestorben. Viel aufregender aber ist die Theorie, der legendäre Pharao sei ermordet worden.

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