Chatbericht Piramesse, Teil 2

Weitere Fragen an den Archäologen Dr. Edgar B. Pusch

Archäologe Edgar B. Pusch über historische Aspekte zum Thema Piramesse und zu Archäologie im Allgemeinen.

Edgar Pusch Quelle: ZDF

Historisches


Frage: Pierre Montet begann mit den Ausgrabungen in den 1920er Jahren. War Howard Carter auch irgendwie involviert oder hatte er sich ausschließlich auf die Suche nach dem Tutanchamun-Grab konzentriert?

Pusch: Carter war nicht involviert - er arbeitete etwa 1000 Kilometer weiter südlich.


Frage: Wie lange wussten die Alten Ägypter selbst noch von der untergegangenen Stadt Pi-Ramesse? Oder ging die Erinnerung an die Stadt ebenso schnell verloren?

Pusch: Die Erinnerung an die Lage ging verloren, die Erinnerung an die Stadt nicht - und heute wissen gebildete Bürger von Qantir (wieder), wo sie leben.


Frage: Könnte es sich bei dem Kreuzofen, den Sie in Qantir gefunden haben, auch um den Unterbau eines Ofens zum Vorheizen großer Gussformen (ähnlich der Gussform für die Bronzetüren oder Türbleche) im Grab des Rechmire handeln?

Pusch: Genauso habe ich die Kreuzöfen gedeutet. Dies können Sie in einem Artikel ausführlich nachlesen, den ich im Band 1 der Zeitschrift "Ägypten & Levante" 1990 publiziert habe (Österr. Akad. Der Wissenschaften, Herausgeber M. Bietak).


Frage: Haben Sie in den Werkstätten neben der Treibform für den hethitischen Achterschild noch mehr Hinweise auf Technologien anderer Kulturen oder Handwerker gefunden?

Pusch: Schwierig zu erweisen - aber wir glauben, dass es mit dem Glas der Fall ist.


Frage: Können Sie einschätzen, wie viele Menschen in Piramesse lebten, oder in anderen altägyptischen Städten?

Pusch: Nein, keinesfalls. Bei Piramesse schätze ich mindestens 100.000 Einwohner. Was ganz Ägypten anbetrifft, so streiten sich die Fachleute heftig. Schätzungen gehen für diese Zeit von etwa zwei Millionen Einwohnern aus. Ein Beitrag zum Thema Demographie im Alten Ägypten und seiner Bewohner, der ausführlich auf die Schwierigkeiten solcher Schätzung (pro Quadratmeter/Haus/Villa) eingeht, findet sich als PDF-Datei im Internet: Jürgen Kraus, Die Demographie des Alten Ägypten, Göttingen 2004.


Frage: Wäre es damals schon möglich gewesen, den Flussarm zu vertiefen, um ihn vor dem Austrocknen zu schützen? Wieso wurde der Nil nicht entschlammt ?

Pusch: Das wurde sicherlich versucht und auch über längere Zeit durchgeführt, jedoch steht dann die Natur letztendlich der menschlichen Kraft entgegen - man musste schlicht aufgeben. Auch änderten sich die politischen und wirtschaftlichen Faktoren.


Frage: Wäre es nicht einfacher gewesen, den Nil auszubaggern, statt mit der Hauptstadt umzuziehen? Ging das damals technisch nicht, oder standen dem religiöse Gründe entgegen?

Pusch: Sicherlich gab es Möglichkeiten, den Flusslauf bis zu einem gewissen Grad freizuhalten, doch war ein Ausbaggern - wie heute leicht durchführbar - nicht möglich. Mehrere Faktoren trafen aufeinander: Neben dem Verlanden des Pelusischen Nilarmes ist in Spätramessidischer Zeit ein Niedergang der politischen und wirtschaftlichen Macht zu beobachten. Es fehlten also die Ressourcen. Die Zentralmacht zerfiel nach und nach, so dass andere Herrscherhäuser sich über Teile Ägyptens ausbreiteten und den Anspruch erhoben, in der Tradition der "Gesamt-Pharaonen" zu stehen. Gleichzeitig wurde Ägypten von außen militärisch bedrängt (unter anderem. die sogenannten "Seevölker") und nach und nach dominiert.

Mehrere neue Zentren entstanden auf diese Weise im Nildelta und regierten gleichzeitig, natürlich lokal begrenzt. Sie nutzten Piramesse als nahe gelegenen, willkommenen Steinbruch, holten herausragende Stücke, um sie wieder aufzurichten und sich auf diese Weise in die Tradition der Ramessiden zu stellen, und nutzten andere als schlichtes Baumaterial. Tanis ist der besonders herausragende Fall. Bubastis, in der heutigen Provinzhauptstadt Zaggazig gelegen, ein weiterer. Aber auch an andere Orte wurde Baumaterial abtransportiert. Das ganze ist eher ein längerer Prozess gewesen, als eine einzige "Hau-Ruck-Aktion", auch wenn zu Anfang wesentliche Teile zügig abtransportiert wurden und dies sowohl zu Lande - wie im Film gezeigt - als auch zu Wasser, was die BBC nicht berücksichtigte.


Frage: Warum hat sich Ramses eigentlich eine eigene Hauptstadt gebaut und nicht Memphis oder Karnak gewählt, nachdem er doch in Unterägypten seine größten Bauprojekte verwirklichte?

Pusch: Ramses II. stammte aus dieser Region. Das geopolitische Interesse lag im Norden: die Handelsstraßen nach Afghanistan, Indien und in die Türkei. Es galt, sich diese Kontakte zu bewahren. Die alten Residenzen blieben weiterhin bestehen und wurden weiterhin genutzt: Die Pharaonen reisten zu bestimmten (zum Beispiel religiös oder politisch bedingten) Gelegenheiten dorthin, deren Frequenz wir nicht kennen. Ich stelle mir das so etwa vor, wie zur Zeit Karls des Großen, der von Residenz zu Residenz reiste: Ob Ravenna, Aachen oder eine andere Stadt, immer war die Hauptstadt und natürlich auch die Residenz dort, wo er sich aufhielt.


Frage: Wenn Tanis etwa 200 Jahre später erstellt wurde, warum wurden dann vor allem Denkmäler von Ramses II. und nicht von den damals aktuellen Pharaonen gefunden?

Pusch: Die Taniten und auch die Bubastiden - letztere wurden im Film nicht erwähnt - stellten sich in die Tradition der Ramessiden. Sie usurpierten deren Objekte - ersetzten deren Namen durch die eigenen, bauten eigene Gebäude: "Recycling" auf hohem Niveau bei gleichzeitig geringerer Wirtschaftskraft. Natürlich gibt es auch originäre Denkmäler dieser späteren Herrscher.


Frage: Weshalb wurden die Residenzstädte nicht gleich ans Meer gelegt, wie das spätere Alexandria. Die Ägypter mussten doch gewusst haben, dass die Nilarme ihren Lauf ständig ändern.

Pusch: Residenzstädte wurden jeweils da gebaut, wo das Zentrum des Geschehens lag. Alle Residenzstädte Altägyptens existierten weiterhin. Ramses II. und seine Familie fügten eine weitere hinzu. Er reiste von Residenz zu Residenz wie etwa Karl der Große.


Frage: In der Dokumentation sah man neben dem Herrscherpalast auch die Armenviertel der Metropole. Wie groß war das im Vergleich zu den Bauten höhergestellter Ägypter? Wie die hoch war der Lebensstandard zu dieser Zeit?

Pusch: Was man sah, war nicht das Armenviertel, sondern eine Bereich, in dem eine andere Schicht lebte. Sicherlich befanden sich dort auch Werkstätten. Bedenken Sie: 20 Quadratkilometer gemessen, 30 Quadratkilometer geschätzte Gesamtfläche. Im Augenblick sind die Viertel etwa gleichgroß. Der Lebensstandart dürfte etwa die Spanne gehabt haben, der auch wir heute unterworfen sind. Die Spanne reichte sicherlich von größter Armut, vergleichbar unseren Slums heute, bis zu unvorstellbarem Reichtum - siehe die Grabausstattung des Tut-Anch-Amun.


Frage: Kann man heute feststellen, ob Sethos I. mit dem Bau von Piramesse begonnen hat, oder vielleicht sogar schon Ramses I ?

Pusch: Sethos I. hat mit Sicherheit begonnen - wir haben entsprechende Inschriften gefunden. Eine Beteiligung von Ramses I. kann ich nicht nachweisen, aber es gibt Funde seiner Vorgänger.


Frage: Wann wurde Piramesse verlassen?

Pusch: Piramesse als Residenz wurde etwa gegen Ende der 20. Dynastie verlassen, seine Besiedlung dauerte in verminderter Form jedoch an. Wir fanden noch Gräber- und Siedlungsreste aus dem 1. Jahrtausend.


Frage: Mich würde die Beziehung die Beziehung der Ägypter aus Piramesse zu den Minoern interessieren. Gibt es hier Hinweise?

Pusch: Die Minoische Periode liegt zeitlich vor den Ramessiden, so dass wir selbst nichts dazu beitragen können. Doch fand der Kollege Manfred Bietak im circa 1,5 Kilometer entfernten Auaris - der vorausgehenden Siedlung der Hyksos - minoische Fresken, die an das Ende der 17. und den Anfang der 18. Dynastie datieren. Entsprechende Publikationen gibt es u.a. in der Zeitschrift "Ägypten & Levante".

Wir selbst haben ein reiches Aufkommen an mykenischer Keramik und die Schuppe eines mykenischen Eberzahnhelmes. Weitere Kontakte zum östlichen Mittelmehrraum sind mehrfach vorhanden: Silber, das gemäß Analysen aus Laurion stammt, Kupfer, das aus Cypern importiert wurde, Türpfosten eines Fürsten von Sidon, der in der Ramses-Stadt lebte, Pfeilspitzen und Schuppen von Panzerhemden vermutlich nicht-ägyptischer Herkunft, Steinmodeln zur Herstellung der Metallbeschläge hethitischer Schilde und natürlich die zahlreiche Keramik aus dem syro-palästinensischen Raum, die als Container für eine Vielzahl von Produkten diente.


Frage: Haben Sie Hinweise auf den Besuch des Hethiterkönigs gefunden oder ist es gar nicht sicher, dass er in Piramesse war?

Pusch: Für oder gegen den umstrittenen Besuch des Hethiterkönigs gibt es leider keinerlei Anhaltspunkte in unseren Befunden und Funde, aber immerhin das Fragment einer Keilschrifttafel aus dem diplomatischen Archiv, das auf den Friedensvertrag Bezug zu nehmen scheint.


Frage: Ist Piramesse ein ägyptischer oder ein arabischer Name?

Pusch: Piramesse ist die Kurzform des altägyptischen Namens. Vollständig lautet er in Übersetzung "Haus-des-Ramses-groß-an-Kraft" zur Zeit Ramses' II und "Haus-des-Ramses-geliebt-von-Amun" zur Zeit des Merenptah. Es liegt mit seinem Zentrum unter der modernen Siedlung Qantir - daher häufig als Qantir-Piramesse bezeichnet - und erstreckt sich mindestens bis unter die Ortschaften Tell el-Dab'a und Chata'na im Südwesten, etwa Ezbet Ghazali im Nordwesten und Sama'na im Südosten.

Architektonisches


Frage: In der Sendung sah man eindrucksvolle, am Computer erzeugte Bilder. Wie kann man sich aber den Palast vorstellen? Ist er von der Bauart vergleichbar mit den Tempelanlagen in Karnak?

Pusch: Nein, keineswegs: Das Baumaterial war Nilschlamm, nicht Stein. Die Gebäude waren weitläufig, aber keineswegs so dauerhaft. Pylone gab es nicht, aber eindrucksvolle Eingangsbereiche, weitläufige Gärten, Seen, vielfältige Wohnräume und Hallen. Von Amarna in Mittelägypten gibt es vergleichbare Rekonstruktionen.


Frage: Der interessierte Laie weiß natürlich, dass sich Nilschlammziegel nicht erhalten konnten, trotzdem sollen sich Ziegel mit und ohne Stroh erhalten haben. Ist das so richtig?

Pusch: Nilschlammziegel erhalten sich schon, aber die organischen Teile wie Stroh und anderes sind verrottet. Nur so können wir die Mauern aus Nilschlamm im Nilschlamm finden. Sie sind härter, die Mörtelfugen erkennbar.


Frage: Recht amüsant wirkten die Toiletten für Pferde. Wurden Urin und Kot mit Wasser weggespült?

Pusch: Nein. Zu unser eigenen Überraschung wurde er gesammelt, ausgeschöpft und beim Gerben von Fellen, beim Färben von Stoffen und zur Düngung von Weinstöcken eingesetzt.


Frage: Gibt es Hinweise auf eine hochentwickelte Trinkwasserversorgung in Piramesse?

Pusch: Auch wenn eine solche bei uns nur in geringen Resten vorhanden ist/war, im unmittelbar benachbarten Auaris der österreichischen Grabung wurden sorgfältigst gearbeitete Frischwasserleitungen freigelegt. Auch sonst sind solche Anlagen aus dem übrigen Ägypten bekannt. Wir selbst haben einen aus Kalksteinblöcken aufgeführten Brunnen Ramses' II freigelegt und gereinigt.


Frage: Gibt es eine Nekropole in Piramesse?

Pusch: Ausgedehnte Gräberfelder hat Manfred Bietak aus der Hyksoszeit auf und im Umfeld zum benachbarten Tell el-Dab'a freigelegt. Wir selbst haben nur recht schlecht erhaltene Bestattungen aus der Endphase der Besiedlung von Piramesse, doch gab es sicherlich mehrere Nekropolen, wie Untersuchungen von Jan Moje, Köln zeigen (Die Friedhöfe der Ramsesstadt - Ihre Lage und Datierung, Magisterarbeit, Münster 1999). Hochstehende Würdenträger ließen sich jedoch zum Beispiel in Memphis/Saqqara bestatten.

Weitere Informationen


Frage: Gibt es über Ihre Arbeit in Piramesse entsprechende Literatur?

Pusch: Eine (nahezu vollständige) Literaturliste ist bei wikipedia.org unter "Pi-Ramesse" als "Literaturspam'" in einer der Altversionen zu finden. Sie ist zwar nach Autoren und nicht nach Schlagworten gegliedert, doch lässt sich manches Brauchbare dort finden. Eine Internetpräsentation mit den Ergebnissen in Wort und Bild und vielem anderem mehr befindet sich in Produktion, jedoch fehlt mir das nötige Geld, dieses professionelle Vorhaben abzuschließen. Dort soll auch weiterführende Literatur samt Links genannt werden. Außerdem will ich PDF-Versionen kleinerer Artikel einstellen. Vorläufig ist nur ein Dummy unter qantir.com erreichbar.


Frage: Wird es in absehbarer Zeit ein Buch zum Thema Piramesse geben?

Pusch: Aktuell gibt es die "Forschungen in der Ramses-Stadt". Diese sicherlich mehr fachspezifischen ausgerichteten Publikationen umfassen Untersuchungen zu unserer Keramik, den Bronze- und Steinteilen an den Streitwagen wie überhaupt den Komplex Pferd und Wagen (Zabern Verlag Mainz). In naher Zukunft werden weitere Bände erscheinen, die sich mit Spezialfragen zur Keramik (Werkstoffe und deren Zusammensetzung), aus Keramik gefertigten Geräten (Schabern) und den Gefäßmarken sowie unseren Steingeräten beschäftigen.

Hervorhebung verdient ein zweiteiliger Band, der sich mit der Herstellung von Rohglas und gefärbtem Glas befaßt und unsere Glaswerkstätten ausführlich vorstellt (Gerstenberg Verlag Hildesheim). In Vorbereitung befinden sich weitere Bände zu unseren multifunktionalen Werkstätten, der Produktion und Verarbeitung von Ägyptisch Blau, Fayence und Metallen - insbesondere Bronze -, natürlich den magnetischen Messungen und manch anderen Themen, zu denen wir Ergebnisse. Ansonsten verweise ich auf das "Literaturverzeichnis" in der Altversion des Wikipedia-Artikels, wo auch manch populärer Beitrag aufgeführt ist. Ein Internetauftritt entsteht zur Zeit.


Frage: Denken Sie als Experte, dass es sich heutzutage noch lohnt, Ägyptologie oder Archäologie zu studieren?

Pusch: Thematisch lohnt es sich sicherlich, gerade in Bezug auf Ägypten. Bezüglich der Verdienstmöglichkeiten und der Chancen, eine Stelle zu finden, würde ich die Frage allerdings mit Nein beantworten. Zu tun gibt es in Ägypten noch auf Jahrhunderte!


Frage: Besteht für Hobby-Ägyptologen die Möglichkeit, an einer Ausgrabung wie der Ihren teilzunehmen?

Pusch: Mit einigen Schwierigkeiten ist dies möglich. Es gilt in jedem Fall, die Auflagen der Altertümerverwaltung zu erfüllen. Dies gilt auch für Studenten, die als Praktikanten mitwirken wollen. Erfragen Sie meine E-Mail-Adresse beim ZDF.


Frage: Ich bin erst 14 Jahre alt, aber will mal Ägyptologe werden, wie kann ich das werden?

Pusch: So hat es bei mir auch angefangen! Zunächst: das Abitur. Zur Promotion ist das Latinum Pflicht - kann aber an der Uni nachgeholt werden. Das Graecum wäre wünschenswert. Während des Studiums, das an vielen Universitäten möglich ist, gilt es zunächst die Schrift(en) und Sprache(n) Altägyptens zu erlernen. Dazu treten dann Geschichte, Kunst, Architektur, Religion, Literatur, Sachkunde und vieles anderes mehr. Günstig ist ein zweites Fach, das den Horizont erweitert und über die Ägyptologie hinausgeht, etwa eine benachbarte Kultur oder auch ein ganz anderes Fach, das Dir besonders liegt. Aber ich muß auch deutlich warnen: Stellen sind äußerst selten.


Frage: Werden Sie noch an weiteren Ausgrabungen teilnehmen?

Pusch: Im Herbst geht es wieder los: Aufarbeitung der Werkstätten, der zahllosen Architekturteile und vor allem - die weitere Auswertung der magnetischen Prospektion. Er gibt noch viel zu tun - nicht nur für mein Team und mich!


Frage: Herr Pusch, was ist für Sie der bedeutendste Fund, der in Ägypten je gemacht wurde?

Pusch: Sicherlich ist einer der bedeutendsten Funde das Grab des Tut-Anch-Amun - darf ich ihm das kleine Fragment einer Keilschrifttafel an die Seite stellen, welches der diplomatischen Korrespondenz zwischen Hatti und Ägypten entstammt, das ich selbst gefunden habe?


Frage: Christian Jacq schrieb in seiner Ramsesreihe, dass Pi-Ramses' Hauptstraßen mit Türkissteinen ausgeschmückt waren. Fakt oder Fiktion?

Pusch: Deutlich Fiktion! Diese basiert auf altägyptischen Hymnen, in denen beschrieben wird, dass die Häuser mit Türkis und Malachit verkleidet gewesen seien. Als Quelle sei der Papyrus Anastasi IV angeführt, in dem es heißt "... als Du bautest Pi-Ramesse-geliebt-von-Amun (Name der Ramsesstadt zur Zeit des Merenptah), Anfang eines jeden Fremdlandes und Ende von Ägypten, mit schönen Fenstern und leuchtenden Gemächern aus Lapislazuli und Malachit ..." - gemeint sind damit die Blau und Grün leuchtenden Fayence-Kacheln, mit denen Eingänge und Räume von Palästen und Häusern hochgestellter Würdenträger verkleidet sein konnten. Außerdem waren die Häuser mit einem weißen Kalkputz überzogen und häufig farbig ausgeschmückt.

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