Chronik

Alexander Graham Bell und die Erfindung des Telefons

Vom unbekannten Taubstummenlehrer zum weltberühmten Erfinder: Alexander Graham Bell lebte für die Kommunikation. Dazu führte er den Kampf des David gegen Goliath - mit Happy End. Auch wenn Bell nicht als der alleinige Erfinder des Telefons gilt: der Schotte war erster Patentinhaber und hat unbestritten dieser revolutionären Technik zum Durchbruch verholfen.

Werbeplakat für Bells Vorträge
Werbeplakat für Bells Vorträge Quelle: ZDF

1835 Bells Konkurrent Elisha Gray kommt in Ohio als Sohn eines Farmers auf die Welt.

1847 Alexander Bell wird am 3. März im schottischen Edinburgh geboren. Den zweiten Vornamen Graham legt er sich im Alter von elf Jahren zu.

1860 Bells Vater, Alexander Melville Bell, veröffentlicht ein Standardwerk für Spracherzieher ("Bell's Standard Elocutionist").

1860/61 Der deutsche Philipp Reis entwickelt einen Telefonvorläufer.

1862 Mit 15 wird Bell für ein Jahr nach London zu seinem Großvater geschickt. Er soll dort seine schulischen Leistungen verbessern.

1864 Bells Vater veröffentlicht ein universales phonetisches Alphabet ("Visible speech").

1865 Elisha Gray entschließt sich, Erfinder zu werden.

1866 Gründung des weltberühmten Massachusetts Institute of Technology in Boston. Die öffentliche Bibliothek ist die größte der USA und für jedermann zugänglich. In Bells Bostoner Zeit seine bevorzugte Anlaufstelle.

1870 Am 21. Juli verlässt die Familie Bell England und wandert nach Kanada aus.

1871 nimmt Bell eine Stelle an einer Taubstummenschule in Boston an. Er verlässt das Elternhaus.

Am 28. Dezember reicht der Italiener Antonio Meucci reicht ein Patentvorantrag (caveat) zur elektrischen Sprachübertragung ein. Bis ins Jahr 1874 lässt er den Vorantrag über sein "teletrofono" erneuern.

1872 erfindet Joseph Stearns ein Telegrafiegerät, mit dem zwei Nachrichten gleichzeitig verschickt werden können, jeweils ein Telegramm in jede Richtung.

Bell unterrichtet die Tochter des vermögenden Anwalts Gardiner Hubbard und verliebt sich in sie. Hubbard kämpft gegen das Telegrafie-Monopol der Western Union.

1874 Bell zieht sich im Sommer nach Kanada zurück um wieder "Kraft zu tanken". Am 10. August kommt ihm der Gedanke, dass Vibrationen der Stimme elektrische Wellen erzeugen könnten (Grundprinzip des Telefons).

Oktober: Bell weiht Hubbard in die Geheimnisse der Telegrafie ein. Dieser wird ihn von nun an finanziell unterstützen.

Grays Firma "Western Electric Company" mit Sitz in Chicago besitzt inzwischen 100 Angestellte.

12. November: Bell liest zum ersten Mal etwas über Elisha Grays Telegrafie-Entwicklungen. Seinen Eltern schreibt er: es ist ein Kopf an Kopf-Rennen

1875 Am 25. Februar reicht Bell sein Patent ein, doch zwei Tage zuvor hat Gray ein ähnliches Patent angemeldet.

Im März reist Bell nach New York und unterrichtet William Orton von der Western Union von seiner Erfindung. Die Firma lehnt eine Zusammenarbeit ab, späht aber Bells Pläne aus.

2. Juni: Bell übermittelt Signale über eine stromlose Leitung. Dies bringt ihn auf die Idee, dass dies auch mit Sprache funktionieren müsste.

Winter 1875/1876 Bell und und sein Techniker Thomas A. Watson arbeiten parallel am "harmonic telegraph" und am Telefon.

1876 Am 14. Februar reicht Hubbard ohne Rücksprache mit Bell dessen Erfindung zur Sprachübermittlung zum Patent an. Er kommt damit Elisha Gray, mittlerweile in Diensten der Western Union, zwei Stunden zuvor.

Am 3. März erhält Bell das Patent auf das Telefon.

Am 10. März gelingt Alexander Graham Bell und Thomas A. Watson die erste Sprachübertragung mit einem Draht.

Am 10. Mai wird die Jahrhundertausstellung in Philadelphia eröffnet. Hubbard drängt Bell, sein Telefon dort anzumelden und vorzuführen.

Am 25. Juni führt Bell sein Telefon einer Jury vor. Bell wird später die Ehrenmedaille für seine Erfindung verliehen

Im August erfolgt die erste Übertragung von Sprache über eine längere Distanz.

Am 6. Oktober gelingt erstmals der Versuch eines Sender-Empfänger-Aufbaus mit Antwort-Möglichkeit .

1877 12. Februar: Bells erste öffentliche Demonstration eines Telefons, das in beide Richtungen funktioniert.

Die Zeitung "The Tribune" behauptet am 16. Februar, Bell habe die Erfindung des Telefons von Gray gestohlen.

Bell und seine Mitstreiter wagen den Aufbau eines eigenen Kabelsystems. Am 4. April wird die erste Telefonleitung verlegt.

Ab Mai kann jeder ein Telefon mieten. Die maximal garantierte Reichweite beträgt 30 Kilometer.

Am 9. Juli wird die Bell Telephone Company gegründet. Beteiligt sind Hubbard, Thomas Sanders und Bells Assistent Watson.

1878 Ab Januar wird von jedem Telefon ein Draht zu einer Schaltstelle gezogen, bei der die verschiedenen Anschlüsse per Hand miteinander verbunden werden.

Am 12. September verklagt Hubbard im Namen der Bell Telephone Company eine Firma, die in Konkurrenz zu Bell Telefone ausleiht und hinter der die mächtige Western Union steht.

Das erste Telefonbuch der Geschichte (New Haven/Connecticut) umfasst 50 Namen.

1879 Am 25. Januar beginnt die Gerichtsverhandlung um den Ideenklau. Die Beweislage ist eindeutig zu Gunsten Bells.

Im November einigen sich die Parteien außergerichtlich.

Bell verlässt das Direktorium der Bell Telephone Company.

1880 Bell denkt erstmalig über ein schnurloses Telefon nach, er nennt es "Photophone".

1884 Telefongespräche von New York nach Boston sind problemlos möglich.

1885 Gründung der American Telephone and Telegraph Company (AT&T). Ziel ist die Verlegung von Fernverbindungslinien quer durch die USA.

1886 klagt Meucci gegen Bell. Die Klage führt zu keiner Entscheidung und wird nach Meuccis Tod 1889 nicht weiter verfolgt.

1889 Almon B. Strowger erfindet ein System, bei der eine Wählscheibe die Vermittlung überflüssig macht.

1915 Am 25. Januar erfolgt das erste transkontinentale Gespräch zwischen New York und San Francisco. An den Leitungen befinden sich Alexander Graham Bell und an der Westküste sein früherer Partner Thomas Watson.

1922 Am 2. August stirbt Alexander Graham Bell im Alter von 75 Jahren in Bheinn Breagh.

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