Chronik

Juda und Assyrien im 1. Jahrtausend vor Christus

701 vor Christus steht das assyrische Großreich kurz vor dem Höhepunkt seiner Machtentfaltung und wird dennoch bald zu Grunde gehen. Der aufrührerische Kleinstaat Juda wird trotz der Niederlage in diesem Kampf zur Keimzelle der Erneuerung für das jüdische Reich König Davids. Sein Geist ist bis heute lebendig und ist Grundlage unserer eigenen Geschichte und eines gemeinsamen europäischen Selbstverständnis.

Karte Assyrisches Reich
Karte Assyrisches Reich

Vor 2000 v. Chr Nach der assyrischen Königsliste beginnt die Herrschaft in Assyrien (Kernland im Nördlichen Irak) mit "17 Königen, die in Zelten leben". Dies gilt als Beleg für die nomadische Herkunft der Assyrer.

Etwa 2000 - 1800 v.Chr. Altassyrische Epoche, geprägt durch ein weit reichendes Fernhandelsnetz.

Etwa 1300 v. Chr. Aramäische Einwanderung aus der arabischen Wüste. In Palästina siedeln sich die Hebräer an. Seevölker setzen sich an den Küsten fest. Bis 1000 v. Chr. erlebt das Mittelassyrische Reich eine Expansionsphase. Erstmals Einteilung in Provinzen, eine Verwaltungspraxis, die auch von den Persern übernommen wird. Die Stadt Assur wird Zentrum des assyrischen Staatswesens.

Karte Nord- und Südreich mit Hauptstädten
Karte Nord- und Südreich

Etwa 900 - 965 v.Chr. David ist König von Juda und Israel. Ihm folgt Salomon auf dem Thron bis 932. Später gesonderte Entwicklung des Nordreichs Israel und des Südreichs Juda. Die Zeit der Könige dauert bis 587 und endet mit der Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier.

Etwa 900 - 612 v. Chr. Neuassyrisches Reich. Das Herrschaftsgebiet der assyrischen Könige erreicht seine größte Ausdehnung. Geprägt ist die Zeit vom Ringen um die Vorherrschaft mit Urartu im Norden, Babylon im Süden und später Ägypten im Südwesten.

733 v. Chr. Der König von Juda unterwirft sich und leistet den Assyrern Tribut. In Jerusalem werden neben dem eigenen Gott Jahwe viele weitere Götter verehrt, besonders die assyrischen Hauptgötter: Gott Assur und die Göttin Ischtar. Der Unmut der Jahwe-Priester hält die Erinnerung an die Eigenständigkeit wach.

König Hiskia mit Prophet Jesaja (Spielszene)
König Hiskia mit Prophet Jesaja (Spielszene)

Ab 727 - 697 v.Chr. Hiskia ist König von Juda. Flüchtlinge aus Israel stärken die Wirtschaft Judas. Die Bevölkerung Jerusalems wächst von 1500 auf 8000 Einwohner. Hiskia ist glühender Verehrer Gott Jahwes. Sein engster Berater wird der Prophet Jesaja. Als Sargon von Assur im Krieg stirbt, wagt Hiskia den Versuch sich von Assyrien zu lösen und Juda wieder zu alter Größe zu verhelfen.

722 - 705 v. Chr. König Sargon II. regiert in Assur. 721/722 endgültige Eroberung des Nordreichs Israel mit der Hauptstadt Samaria durch die Assyrer. Israel wird Vasallenstaat. Viele Bewohner werden in andere Teile des Riesenreiches deportiert.

Palast von Ninive (Expeditionszeichnung)
Palast von Ninive (Ausgrabungszeichnung)

Ab 705 - 680 v.Chr. Sanherib ist König von Assyrien. Sofort nach Amtsantritt beginnt er mit Feldzügen den Tod des Vaters zu rächen und das Reich zusammenzuhalten. Er baut - neben Assur als religiöses Zentrum - Ninive zur neuen Hauptstadt aus.

701 v.Chr. Sanheribs 3. Feldzug zur Sicherung der Handelswege führt in den Westen des Reiches um den Einfluss Babylons und ägyptische Begehrlichkeiten einzudämmen. Zerstörung von Lachisch. Gegen hohe Tributleistungen wird Jerusalem verschont. Die Belagerung von Jerusalem muss abgebrochen werden. Hiskia unterwirft sich und bleibt als Vasall Assyriens im Amt. In mehr als 90 Berichten feiert Sanherib den Sieg von Lachisch. Der "Sturm auf Jerusalem" bleibt unerwähnt. Der Misserfolg vor Jerusalem zählt nicht.

Assyrisches Relief des Kampfes um Lachisch
Assyrisches Relief des Kampfes um Lachisch

697 - 612v.Chr. Hiskia stirbt nach längerer Krankheit.(612), Zerstörung Babylons durch Sanherib (689), Nach Ermordung Sanheribs durch zwei seiner Söhne (680) erfolgt der Wiederaufbau Babylons. Babylonier und Meder zerstören 612v. Chr. Ninive, Assyriens Ende als politische Macht

605 - 568 v.Chr. Der ersten Eroberung Jerusalems durch die Babylonier folgt 597 eine zweite Besetzung der Hauptstadt Judas. Anschließend wird der größte Teil der Oberschicht ins babylonische Exil deportiert. König Zedekia wird als Vasallenkönig Babylons eingesetzt. Nach einem Aufstand, endgültige Zerstörung der Stadt und Verschleppung der Einwohner die 581 nach Babylonien ins Exil geführt werden.

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