Chronik der Indus-Forschung

Die Entdeckung einer Kultur im heutigen Pakistan und Indien

Die Erforschung der Indus-Kultur ist eine detektivische Spurensuche nach einer Zivilisation, die der Wissenschaft bis heute so viele Rätsel aufgibt wie keine andere Kultur der Bronzezeit. John Hubert Marshall und Mortimer Wheeler haben die Indus-Forschung maßgeblich geprägt - ein Überblick.

Bild von John Marshall Quelle: ZDF


1871 Alexander Cunningham baut als erster Generaldirektor den Indischen Antikendienst auf.


1873 Cunningham untersucht erstmalig ein Harappa-Siegel.


19. März 1876 Geburt von John Hubert Marshall im nordenglischen Chester.


10. September 1890 Geburt von Mortimer Wheeler im schottischen Glasgow.


1899 bis 1901 Marshall lernt auf der British School of Athens archäologische Feldarbeit.


1901 John Hubert Marshall bereitet sich auf die Aufgabe des Generaldirektors des Indischen Antikendienstes vor.


Frühsommer 1902 Marshall trifft in Simla, der Hauptstadt der Kron-Kolonie Indiens ein.


1915 Marshall erhält den königlichen Ritterschlag aufgrund der Ausgrabungen der Ruinenstädte Taxila und Sanchi.


Januar 1921 Rückkehr eines europäischen Archäologenteams nach Harappa.


Anfang 1923 Rakhaldas Banerji, ein Experte aus Marshalls Archäologenschule, leitet eine Routine-Untersuchung im Sindh. Er entdeckt eine gut geschliffene Steinklinge.


1924 Beginn der großen Ausgrabungskampagne in Mohenjo-Daro.


Spätsommer 1924 Untersuchung von Fundstücken in der Villa Gorton Castle des Antikendienstes in Simla mit Daya Ram Sahni, Banjeri und Marshall.


20. September 1924 Die "Illustrated London News" verkündet die Entdeckung einer versunkenen Hochkultur in Indien.


24. Oktober 1924 Die Ausgrabungen sind Titelthema der "Illustrated London News".


1925 Marshall rückt mit hunderten Hilfsarbeitern und schwerem Gerät in Mohenjo-Daro ein.


1928 Marshall geht mit einem triumphalen Abschied in den Ruhestand.


1937 Mortimer Wheeler wird erster Leiter des Londoner Instituts für Archäologie.


Ende der 30er-Jahre Marshall kehrt nach England zurück.


1943 Mortimer Wheeler nimmt das Angebot an, Generaldirektor des Archaeological Survey of India zu werden.


Mai 1944 Wheeler entdeckt in Harappa Festungsmauern und stellt damit die Theorie Marshalls von einer "harmlosen Indus-Zivilisation" in Frage.


18. Juli 1947 Das britische Parlament beschließt die Teilung Indiens in das mehrheitlich muslimische Pakistan und in die "Indische Union".


8. September 1947 Wheeler beschreibt in einem Brief die Folgen des Bürgerkrieges zwischen Hindus, Sikhs und Muslimen in Indien.


1948 Wheeler kehrt nach England zurück, muss aber als Professor im Institut für Archäologie der Londoner Universität unter seinem schärfsten Konkurrenten Verne Gordon Childe arbeiten.


1949 Wheeler nimmt ein Stellenangebot der pakistanischen Regierung als archäologischer Berater an.


1952 Wheeler erhält für seine Verdienste um die Archäologie den Ritterschlag.


17. August 1958 Tod des 82-jährigen John Hubert Marshall im Londoner Vorort Guildford


22. Juli 1976 Mit Mortimer Wheeler stirbt der wohl berühmteste Archäologe der Nachkriegszeit mit 85 Jahren in London.

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