Chronik des Mogulreiches

Der Islam in Indien vom 7. bis zum 18. Jahrhundert

Islamische Reiterkrieger erobern Indien. Armeen die zum Teil aus Krieger-Sklaven bestehen, unterwerfen die rivalisierenden Fürstentümer des indischen Subkontinents. Ihre Anführer werden die neuen Herren. Unter den Mogulherrschern von Agra beginnt im 16. Jahrhundert eine mehr als zwei Jahrhunderte währende Blütezeit. Davon zeugt der Taj Mahal, Monument einer unsterblichen Liebe und kostbares Juwel des Welt-Kulturerbes.

Streitmacht zur Mogulzeit reitet auf Elefanten
Streitmacht zur Mogulzeit reitet auf Elefanten Quelle: ZDF

Um 640 Arabische Kaufleute siedeln in den Hafenstädten von Sind, sie bilden Kolonien und praktizieren ihren neuen Glauben: den Islam.

650 Muslimische Araber erobern das afghanische Hochland und kontrollieren ab 711 den Warenverkehr durch das heutige Pakistan in den Süden. Ausbreitung des Islam zunächst friedlich den alten Handelsstraßen folgend.

1000 - 1027 Machmut von Ghazni (971 - 1030) unternimmt von Afghanistan aus insgesamt 17 Raubzüge nach Indien. Er verwüstet den Norden und erbeutet unermessliche Reichtümer. Zerstörung des Tempels von Somnat (Gujarat).

1192 Mahmud von Ghor (Afghanistan) erobert von Lahore aus den Norden Indiens. Gegen erbitterten Widerstand hinduistischer Fürsten setzen sich die neuen islamischen Herren in Indien fest.

Krieger erobern Spanien von Gibraltar her
Krieger erobern Spanien von Gibraltar her Quelle: ZDF

1206 Qutb-ud-Din Aibak gründet das Mamluken-Sultanat von Delhi. Türkischer Abstammung, gelangte er als Sklave in den Besitz Mahmuts von Ghor. Nach dem Tode seines Herren, Mahmut von Ghor, gründet Qutb-du-Din Aibak die erste islamische Dynastie in Indien. Von Delhi aus unterwirft er weitere hinduistische Fürstentümer. Seine Offiziere werden als Stadthalter eingesetzt. Bau von Moscheen, oft auf den Grundmauern zerstörter Tempelanlagen.

1297 - 1316 Alauddin Khalji ist Sultan von Delhi. Unter seinem General Malik Kafur erobern islamische Soldaten von 1309 - 1311 den Süden Indiens. Erfolgreiche Abwehrkämpfe gegen Mongoleneinfälle. In der Folge Gründung weiterer islamischer Sultanate in Indien. Unter der neuen islamischen Oberschicht bleiben die alten hinduistischen Strukturen erhalten.

1398 Der Mongolenherrscher Timur Lenk erobert und zerstört Delhi.

1483 - 1530 Der Mongole Babour, ein Nachfahre Dschingis Khans, begründet 1526 die Mogulherrschaft in Delhi. Mit Hilfe überlegener Waffentechnik - er führte schwere Kanonen mit sich - besiegt er konkurrierende islamische Herrscher und erobert die Sultanstadt Dehli. Der siegreiche Anführer nennt sich fortan Großmogul von Indien.

1498 Vasco da Gama erreicht den Hafen von Calicut (Kerala).

1556 - 1605 Großmogul Akbar unterwirft die rivalisierenden Fürstentümer Nordindiens unter seine Oberherrschaft. Ausländer dienen in seinem Reich und in seiner Armee als Handwerker und Söldner. Der Großmogul fördert die Heirat islamischer Würdenträger mit Angehörigen der Hindu-Oberschicht. Hindus werden zu Führungspositionen zugelassen. Unter Akbar und seinen Nachfolgern beginnt eine Zeit der religiösen Toleranz.

1600 Gründung der britischen Ostindiengesellschaft.

1602 Gründung der niederländischen Ostindiengesellschaft.

1605 - 1627 Großmogul Jahangir setzt die erfolgreiche Politik seines Vaters fort. Er festigt und vergrößert durch siegreiche Kriege das Mogulreich. Ihm folgt sein Sohn:

1627 - 1658 Shah Jahan, sein Name und Ehrentitel bedeutet: Herrscher der Welt. Unter Shah Jehan erreicht das Mogulreich die Blüte seiner Macht. Hauptstadt ist Agra, im Norden Indiens am Fluss Yamuna gelegen. Seine Residenz: Das rote Fort, ausgebaut zur mächtigsten Festung Indiens. Unter Shah Jehan erleben indo-islamische Künste und Handwerk großen Aufschwung. Für seine Lieblingsfrau, Mumtaz Mahal, die bei der Geburt ihres 14. Kindes stirbt, lässt der Herrscher eines der bedeutendsten Bauwerke der Welt errichten: Den Taj Mahal.

Baustelle des Taj Mahal
Baustelle des Taj Mahal Quelle: ZDF

1643 Nach elf Jahren Bauzeit wird der Taj Mahal vollendet. Doch der Bau führt die Macht der Mogulherrschaft an ihre Grenzen. Das Architektur-Wunder verschlingt buchstäblich den Reichtum und Wohlstand des Landes. 1658 vom eigenen Sohn entmachtet stirbt Shah Jehan 1666 nach achtjähriger Gefangenschaft im roten Fort von Agra. Unter seinen Nachfolgern setzt der Niedergang des Mogulreiches ein.

1664 Gründung der französischen Ostindiengesellschaft.

1739 Der Perser Nadir Shah erobert und plündert Delhi

1757 Die Briten kämpfen erfolgreich gegen ihre französischen Konkurrenten und gegen indische Fürsten.

1764 Die Armee des Großmoguls und mit ihm verbundener Fürsten unterliegt den Briten. In der Folge mischen sich die Briten immer stärker in die Machtverhältnisse Indiens ein. Im Jahre 1858 wird die britische Ostasien-Gesellschaft aufgelöst. Die britische Königin übernimmt die Herrschaft in Indien.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet