Chronik einer Katastrophe

Eine Mega-Eruption erschüttert die Welt

Am Morgen des 26. August 1883 ahnt noch niemand in den Küstengebieten rund um die Sundastraße, welches Inferno über die ganze Region in den nächsten 24 Stunden hereinbrechen wird. Das Unheil nimmt um 13.06 Uhr seinen Lauf: Alle drei Krater des Krakatau brechen in einer massiven Salve von Explosionen aus.

Der Vulkanologe Bill McGuire erklärt, was damals passiert ist: "Alle zehn Minuten gab es neue gewaltige Explosionen. In der Folge erhob sich eine gigantische, aus Rauch und Trümmern bestehende Säule 25 Kilometer in den Himmel. Es gab heftige Ascheniederschläge und es regnete eine Menge Bimsstein. Am Nachmittag war alles pechschwarz, man konnte die Hand nicht mehr vor Augen sehen. Sicher haben Erdbeben die Explosionen begleitet. Und wahrscheinlich sind eine Menge pyroklastischer Ströme ins Meer geflossen und haben es mehr und mehr aufgewühlt."

Gigantische Wellen

Am nächsten Morgen um 5.30 Uhr erschüttert eine weitere Explosion die Insel. Dicke Lavaströme wälzen sich an den Flanken des Vulkans herab. Riesige Landmassen rutschen ins Meer und lösen gigantische Wellen in den umliegenden Gewässern aus. Je näher die Monsterwelle der Küste kommt, desto langsamer wird sie. Gleichzeitig türmt sie sich zu einem riesigen Tsunami auf.

An der Westküste Javas erinnern heute noch die zwei Meter dicken Fundamente aus Ziegelstein, die der Tsunami von dem Leuchtturm Fourth Point übrig gelassen hat, an das schreckliche Ereignis. Zwei Jahre nach der Zerstörung wurde nur wenige Meter entfernt ein neuer Leuchtturm errichtet. Mit einer Höhe von 40 Metern hat er ungefähr die Höhe des damaligen größten Tsunamis.

Das Ende des Krakatau

Der Tsunami von Fourth Point reißt den Sand von den Stränden und zerstört alles, was ihm im Weg steht. Fast 20.000 Menschen kommen allein hier ums Leben. Doch es sollte noch schlimmer kommen. Um 6.44 Uhr bricht der Krakatau noch einmal aus. Es ist eine gigantische Detonation mit der Stärke von ungefähr 1000 Atombomben. Der Vulkan fliegt völlig auseinander. Dies geschieht mit einer solchen Intensität, dass der Knall über einem Zwölftel der Erdoberfläche zu hören ist. Seit Beginn der wissenschaftlichen Aufzeichnungen ist dies die längste Entfernung eines durch die Luft getragenen Geräusches.

Die dritte große Detonation löst erneut einen Tsunami aus. Er rast auf die Küste von Ketimbang zu. Am Rande von Ketimbang liegt der Mount Rajabassa. Dorthin flüchten die Menschen voller Panik, denn nur auf dem Berg sind sie vor den Wassermassen in Sicherheit. Aber viele schaffen es nicht mehr, und noch vor zwölf Uhr mittags haben in Ketimbang und Umgebung über 8000 Menschen ihr Leben gelassen.

Ein Bild der Verwüstung

Während der Tsunami allmählich an Geschwindigkeit verliert, nimmt die Höhe der Welle immer noch zu - auf ihrem Weg in die Bucht von Lampong. Als sie Lampong erreicht, ist sie 24 Meter hoch. Die riesige Wasserwand ergießt sich minutenlang ins Land. Für alle, die sich nicht schnell genug auf höheres Terrain retten können, gibt es kein Überleben. Die Todeswelle hinterlässt in der gesamten Bucht ein Bild der Verwüstung.

Am späten Nachmittag endlich hören die Explosionen auf. Der Vulkan ist verschwunden.

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