Chronik Japans

Unter der Herrschaft der Shogune

Im 6. Jahrhundert gelangt der Buddhismus nach Japan. Unter seinem Einfluss verbinden sich Schwertkampf und Meditation zu einem geistigen Weg, der Zen genannt wird. Er soll die Schüler ins Innere führen. Zen-Mönche wie der legendäre Takuan werden zu Lehrmeistern der Schwertkämpfer. Sie wollen Körper Geist und Seele zusammenführen und von nutzloser Angst befreien. Sie lehren Achtsamkeit in allen Dingen und prägen die japanische Kultur tief.

Shogun Ieasu (Spielszene)
Shogun Ieasu (Spielszene)

300 - 710 Erster Zentralstaat in Japan
Enge Kontakte der Inselfürsten zum Festland, nach Korea und China. Von dort gelangt auch der Buddhismus nach Japan. Buddhistische Tempel werden zu religiösen Zentren. Die Japaner nehmen die neue Religion an, ohne dafür ihren alten Glauben, Shinto genannt, aufzugeben. Die Lehre Buddhas und die Verehrung der alten Naturgötter existieren neben- und miteinander. Prinz Shotoku (Regentschaft 593 - 622) macht den Buddhismus zur Staatsreligion. In 17 Artikeln legt der Regent die Grundlagen seines Staates fest. Seine Nachfolger legen in den so genannten "Taika" Reformen die verwaltungstechnischen Grundlagen zu einem zentralisierten Beamtenstaat nach chinesischem Vorbild.

710 - 1185 Das frühe Kaiserreich
Nara wird neue Hauptstadt. Doch bereits 794 wird das Zentrum des Reiches nach Heian-Kyo, dem heutigen Kyoto verlegt. Im Reich des Tenno gehören das Land und die Leute dem Herrscher. Buddhistische Klöster, Großgrundbesitzer und Siedler, die Neuland erschlossen sind von Steuern befreit. War der Kaiser des Regierens müde, so konnte er einen Nachfolger bestimmen, abdanken und sich in ein Kloster zurückziehen. Erste Blütezeit von Literatur und Kunst. Zugleich wächst die Macht miteinander rivalisierender Familien des Militäradels. 1185 geht der Clan der Minamoto aus erbitterten Kämpfen mit den Taira siegreich hervor und gründet in Kamakura das erste Militär-Shogunat, das 150 Jahre bestand hat und Japan eine Zeit des Friedens und der Stabilität beschert.

1185 - 1568 Kriegerische Zeiten und fremde Schiffe vor der Küste Japans
Der neue Militärchef, der Shogun Minamoto Yoritomo, hat zunächst das Glück auf seiner Seite. Er strafft und organisiert die Verwaltung neu und kann zwei Invasionsversuche der Mongolen erfolgreich abwehren. Der Kaiserhof bleibt bestehen doch er gerät ins Abseits und verarmt. Einfluss und Reichtum sammeln sich beim Militäradel und am Hof des Shogun. Zwar kann Kaiser Godaigo (1288 - 1339) die Macht noch einmal zurückerobern, doch durch die Kämpfe kommt es zur Teilung der Herrschaft in einen nördlichen und einen südlichen Hof. Die wahre Macht liegt in den Händen kleiner Land besitzender Kriegerfamilien. Ganze Provinzen fallen in die Hände der machtpolitischen Newcomer. Japan versinkt von 1467- 1558 in Bürgerkrieg und Chaos. Mitten in der Zeit der Wirren erreichen portugiesische Schiffe die Küste Japans. Die Warlords sind vor allem an den Waffen der Fremden interessiert nicht an ihrem Glauben. Doch die Portugiesen dürfen mit christlicher Missionierung beginnen.

1568 - 1600 Grausame Zeit des Übergangs
In der führenden Kriegerkaste kämpft in wechselnden Koalitionen Jeder gegen Jeden. Die Fürsten verschanzen sich hinter mächtigen Mauern in unzugänglichen Festungen. 1559 gewinnt der grausame Oda Nobunaga Oberhand in der Provinz Owari. Doch er will mehr: Die Macht und Herrschaft über ein vereintes Japan. Nacheinander schaltet er seine Konkurrenten aus. Darunter befinden sich auch militante Mönche, die ihre Hochburg in den Klöstern des heiligen Berges Hiei besitzen. Nobunaga ist jedes Mittel und jeder Verbündete willkommen. Er fördert die Jesuitenmission in seinem Machtbereich und setzt als erster in seiner Armee Feuerwaffen ein.

Nobunaga lässt die Berghänge des heiligen Hiei anzünden (Spielszene).

In einer Septembernacht lässt Oda Nobunaga 1571 die Berghänge des Hiei anzünden. 3000 Tempel mit ungezählten Mönchen, Pilgern und Glaubenskämpfern verbrennen im gewaltigen Feuersturm. Elf Jahre später holt die Gewalt den Sieger ein. Ein abgefallener Vasall verwundet Oda Nabunaga, der daraufhin Selbstmord begeht. Einer seiner Vasallen, Hideyoshi, setzt den Feldzug fort. Ihm gelingt es 1590 die Einheit Japans wieder herzustellen. Mit Expansionsversuchen auf dem Festland scheitert er jedoch.

1603 - 1868 Japans Weg: Abschottung nach außen
Ieasu vom Clan der Tokugawa übernimmt die Macht in Japan. Er wird der erste Shogun einer langen Reihe von Militärherrschern, die seinen Namen tragen. Zwar erhält er sein Amt wie alle seiner Nachfolger aus den Händen des Tenno, doch im Nebeneinander von Kaisertum und Shogunat sind die Machtverhältnisse eindeutig zu Gunsten des Shogun geklärt. Zum Regierungssitz wählt der Shogun ein kleines Fischerdorf, Edo. Heute heißt die Stadt Tokyo. Unter Einfluss mächtiger Berater wie des Konfuzianers Hayashi Razan setzt sich die Politik der Abgrenzung nach Außen durch. Die Selbständigkeit Japans soll geschützt werden. Die Folge: 1613 Verfolgung und Ermordung der Christen. Ein letzter Aufstand christlicher Japaner scheitert (1637/ 1638). Vertreibung der Fremden. Das Land schottet sich ab. Kein Fremder soll mehr an Land gehen. Kein Japaner es verlassen. Feuerwaffen werden verboten. Der Bau von hochseetauglichen Schiffen ist verboten.

Blüte im Inneren

Christliche Missionierung in Japan (Spielszene)

Im Inneren erlebt das Reich einen Aufschwung. Ordnung und Stabilität im Land bleibt in Frieden und strenger Hierarchie gewahrt. Der Shogun und in seinem Schatten der Kaiser stehen an der Spitze der Machtpyramide. Darunter stehen die Samurai, die Kriegerkaste, gefolgt von Bauern, Handwerkern und Händlern. Für jede Gruppe existieren strenge Regeln. Der lange währende Frieden führt zu einer Blüte von Kultur und Wissenschaft, die besonders von den Samurai getragen wird. Sie können sich neben dem Erlernen der Kampftechniken nun auch der Forschung und den Künsten widmen. Doch gegen Ende wird der Friede brüchig. 1854 versucht der Erfinder und Forscher Sakuma Shozan Kontakt zu Einheiten der amerikanischen Schiffe vor der Küste aufzunehmen. Als ihn bald darauf Samurai töten, ist das Ende der Shogunherrschaft eingeläutet.

1853 - 1945 Ende der Shogun - Kaiser und Beamte übernehmen die Macht
Als 1853 amerikanische Kriegsschiffe die Öffnung japanischer Häfen erzwingen und einen Handelvertrag abschließen, legt das Reich die Politik der Isolation ab. 1868 Übernimmt der Tenno aus der Familie Maiji die Macht in Japan. Eine Revolution, die jedoch entsprechend der Tradition früher Shogun Zeiten abschwächend als Restauration bezeichnet wird. Innenpolitisch führt das Ende der Shogun-Zeit zu einer Reihe tief greifender Reformen. Außenpolitisch folgt eine Zeit der Expansion.

Japanische Truppen in China

1894 - 1945 Zeit der Expansion
1894 beginnen japanische Truppen mit einer Reihe von Feldzügen auf dem Festland. Sie kämpfen in China um die Vorherrschaft über Korea. Korea wird zur japanischen Kolonie. 1905 folgt der Seekrieg gegen Russland. Die moderne japanische Flotte siegt mit Hilfe überlegener Geschütze und dem Einsatz von Torpedos. China und die Mandschurei werden zum Interessengebiet der Wirtschafts- und Militärmacht Japan. Der Weg des Landes in die Isolation hatte es zunächst geschützt und seinen Aufstieg gefördert. Doch die damit verbundene Entfremdung von der übrigen Welt führte zur explosionsartigen Konfrontation und Entladung in einer großen Katastrophe. Im August 1945 beendet der Abwurf zweier Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki den zweiten Weltkrieg.

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