Chronik zum Judenaufstand

Von der Hohepriester-Dynastie zur römischen Provinz

Etwa 120 Jahre vor dem jüdischen Aufstand gegen die Römer ist Judäa ein kleines Königreich, das von einer Hohepriester-Dynastie regiert wird und in dem vor allem Juden leben. Zentrum ist das heilige Jerusalem.

Karte östlicher Mittelmeerraum


66 - 63 vor Christus Feldherr Pompeius erobert weite Teile des Ostens, darunter Judäa, und bringt diese unter römische Oberherrschaft. Judäa wird Rom nicht direkt unterstellt, sondern von romtreuen Vasallenkönigen verwaltet.


6 nach Christus Judäa wird Kaiser Augustus direkt unterstellt


38 Kaiser Caligula gibt den Auftrag, in Jerusalem kaiserliche Kultstatuen zu errichten. Dies widerspricht der jüdischen Thora, nach der es keine heidnischen Götzenbilder in der Heiligen Stadt geben darf. Nicht die erste Provokation seitens der Römer.


39 Am 30. Dezember wird Titus, Sohn des späteren Kaisers Vespasian, in Rom geboren


54 - 68
Regierungszeit Neros


66 - 73
Revolte in der römischen Provinz Judäa


66 Im Mai lässt der römische Prokurator Gessius Florus den Tempelschatz in Jerusalem plündern, denn Kaiser Nero fordert mehr Einnahmen aus den Provinzen. Dies ist letztlich der Anlass für den Beginn der jüdischen Revolte.

Im Oktober lässt Nero die 12. Legion des Legaten Gaius Cestius Gallus nach Jerusalem schicken, der Versuch die Aufstände niederzuschlagen scheitert kläglich. Auf dem Rückweg geraten die Römer bei Beth-Horon in einen Hinterhalt und werden vernichtend geschlagen.


67 Im Frühjahr versammeln sich Vespasians Legionen in Ptolemais. Strategische Unterstützung erfährt er von seinem Sohn Titus. Vor allem in Galliläa werden etliche "Widerstandsnester" mit rebellischen Juden ausgehoben.


68 Im Juli stellt Vespasian seine Operationen in Judäa ein, da das Römische Reich auf Grund Neros Selbstmord in die größte Krise seiner Geschichte gerät. In zwölf Monaten werden drei Kaiser (Galba, Ohto, Vittelius) ernannt, keiner bleibt lange im Amt.


69 - 79
Regierungszeit Vespasians


69 Am 9. Juli wird Vespasian von den Truppen in Judäa zum Kaiser von Rom ausgerufen. Es kommt zur blutigen Auseinandersetzung zwischen Vespasians und Vittelius' Männern im Kampf um die Vorherrschaft in Rom. Der noch amtierende Vittelius wird gefangen genommen und geköpft. Dadurch wird Vespasians Sohn Titus Erbe des Kaisers von Rom.


70 Im September erfolgt die Zerstörung Jerusalems (u.a. des Tempels), eine der gewaltsamsten, brutalsten und aggressivsten Gräueltaten in der Geschichte des römischen Imperiums. Fast ein Viertel der gesamten römischen Armee wird zur Niederwerfung des Aufstandes eingesetzt.


74 Die letzten "Säuberungsaktionen" werden gegen die Juden durchgeführt. Nach Beendigung des Krieges erhält die römische Verwaltung von Judäa einen besonderen Status. Die verödete Provinz hat nun eine ständige Besatzung und ist einem Legaten des Kaisers unterstellt. Jerusalem selbst bleibt die nächsten 60 Jahre unbewohnbar.


79 - 81 Regierungszeit Titus'


79 Am 24. Juni wird Titus zum zehnten römischen Kaiser gekürt. Im selben Jahr bricht der Vesuv aus, Titus leitet die Hilfsmaßnahmen


80 Fertigstellung des Kolosseums, das mit Geldern aus dem Tempelschatz erbaut wurde.


81 Titus stirbt am 13. September in Aquae Cutiliae


135 Als Kaiser Hadrian auf den Trümmern Jerusalems die römische Kolonie Aelia Capitolina gründen will, wird ein zweiter Aufstand niedergeschlagen. Nach christlichen Quellen werden die Juden für immer aus der Heiligen Stadt verbannt.

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