Chronologie der Besiedelung Russlands

Von den Warägern bis zu Iwan I.


9.Jh. Waräger (=Eidgenossen), skandinavische Seefahrer und Händler des Ostseeraums, brechen zu ersten Fahrten ins Flusssystem Nordrusslands auf


um 850 gründen/übernehmen Waräger den Stützpunkt in Rjurikowo Gorodischtsche (Ilmensee).


für 859 bezeugt die Nestor-Chronik Zinserhebungen durch Waräger, auch Rus (Ruderer) genannt


862 Legendenumwobene Fürstensuche slawischer Stämme bei den Rus. Drei Sippen übernehmen militärische Schutzaufgaben, Rechtspre- chung und Organisation des Handels. Rjurik wird zum Fürsten von Nowgorod ernannt. Nach dem Tod seiner Brüder wird er Alleinherrscher. (Als Dynastie regieren die Rjurikiden bis 1598.)


882 Nachfolger Oleg (879 bis 912) erobert Kiew, Gründung der "Kiewer Rus" durch die Vereinigung einzelner Warägerherrschaften und Zusammenschluss von Gebieten im Norden (Ladoga und Ilmensee, Nowgorod).


10.Jh. Einbeziehung von Slawenstämmen unter Igor (912 bis 945) und Olga (Regentin 945 bis 961?) erschwert das Vordringen asiatischer Steppenvölker


um 940 Ibn Fadlan reist nach Bolgar in die Hauptstadt der Wolga-Bolgaren (direkt an der Wolga gelegen) und verfasst seine Berichte


957 Fürstin Olga wird getauft. Swjatoslaw (962 bis 972) wird auf dem Rückweg von Verhandlungen in Byzanz an Dnjepr-Stromschnellen von Petschenegen getötet


988 Großfürst Wladimir (978 bis 1015),Sohn Swjatoslaws und einer Slawin, verheiratet mit der byzantinischen Prinzessin Anna, lässt sich taufen. Slawisch wird Kirchensprache, Bau von Kirchen und Schulen, Städtegründungen


1024 Schlacht von Listven: Im Kampf der Söhne Wladimirs um die Nachfolge unterliegt Jaroslaws Warägertruppe unter Jakun den slawischen Kontingenten seines Bruders. Daher Alleinherrschaft von Jaroslaw dem Weisen (1019 bis 1054) erst ab 1036. Eint russische Teilreiche. Erste Gesetzessammlung. Kulturelle Blütezeit: Beginn russischer Geschichtsschreibung und Literatur. Siege über Petschenegen und Tschuden, Expansion ins Ostbaltikum


1051 Einsetzung des Russen Ilarion zum Metropoliten Kiews demons- triert Eigenständigkeit gegenüber Byzanz


1097 Neuordnung des Reiches nach Erbteilung und Bruderkriegen der Rjurikidenfürsten. Erstarken des landbesitzenden Adels (Bojaren)


1113 Mit der Alleinherrschaft von Wladimir Monomach (1053 -1125) wird Kiew noch einmal Machtzentrum. Danach verlagert sich das politische Gewicht in die selbstständigen Fürstentümer und Stadtstaaten


1147 Erste urkundliche Erwähnung Moskaus


1206 Mongolensturm: Dschingis-Khan dringt bis zur unteren Wolga vor. Sein Enkel Batu kämpft mit russischen Teilfürsten, erobert das Oka- und obere Wolgagebiet


1240 Fall von Kiew. Dagegen bleibt Nowgorod, wichtiger Handelspart- ner der Hanse, verschont. Alexander Newskij (1252 bis 1263, Großfürst 1253) schlägt nacheinander die Schweden, den Deutschen Orden (Peipussee) und die Litauer


1241 Schlacht von Liegnitz. Mongolen überrennen ganz Europa. Nach Unterwerfung Bulgariens und Transkaukasiens Herrschaft der Goldenen Horde. Rjurikiden gehorsams- und tributpflichtig


1300 Metropolit siedelt nach Wladimir über. Neues Machtzentrum


1326 Iwan I. (der "Geldsack",1325 bis 1346) veranlasst die Metropoliten, nach Moskau zu ziehen. Erhält vom Khan der Goldenen Horde das Recht zur Steuereintreibung und Großfürstenwürde. Beginnt mit "Sammlung der Russischen Erde", die zum nationalen Einheitsstaat führt.

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