Chronologie der Ereignisse

Das Wirken Mariettes und der Brugschs in Ägypten, Frankreich und Deutschland

Auguste Mariette und Heinrich Brugsch auf Reisen Quelle: ZDF


Sommer 1842 Auguste Mariette studiert Unterlagen von Nestor L'Hote, Zeichner für Champollion.


18. März 1847 Erster Artikel mit ägyptologischem Inhalt im Boulogner Anzeiger.


Frühjahr
1848 Mariette studiert die ägyptischen Sammlungen in Paris.


1850 Eine Stelle in der Ägyptischen Abteilung des Louvre verhilft ihm zu seiner ersten Reise nach Ägypten. Die Order lautet: koptische und syrische Manuskripte für die Sammlung des Louvre zu beschaffen. Budget sind 6000 Franc.


Ende Oktober 1850 Ankunft in Sakkara und Entdeckung einer Sphingenallee, Entdeckung und Ausgrabung des Serapeum.


März 1851 Erster Bericht nach Paris, die 6000 Franc sind längst verbraucht.


4. Juni 1851 Grabung wird geschlossen und alle Funde beschlagnahmt, da Mariette keine Grabungslizenz besitzt, die ihm aber Ende Juni erteilt wird.


26. August 1851 Freigabe von 30.000 Franc, doch die Grabung wird wenig später von ägyptischer Seite wieder geschlossen.


Februar 1852 Nach vier Monaten Zwangspause darf Mariette wieder graben, muss aber die neuen Funde an Vizekönig Abbas Pascha abgeben.


1852 Erkundung der großen und kleinen Galerie des Serapeum.


4. Januar 1853 Heinrich Brugsch erfährt von den Entdeckungen Mariettes und fährt mit seiner Frau Pauline nach Ägypten, mit einem Budget des preußischen Königs von 1500 Taler.


Februar 1853 Brugsch wird von Mariette eingeladen, sich an der Grabung zu beteiligen, eine Freundschaft entsteht.


März 1853 Sprengung des Gangs zwischen großer und kleiner Galerie.


Herbst 1853 Mariette fürchtet die Kritik des bedeutenden deutschen Ägyptologen Richard Lepsius hinsichtlich der wissenschaftlichen Genauigkeit in Bezug auf die Dokumentation der Funde. Lepsius wird von Brugsch mit Angaben zu den interessantesten Funden versorgt.


13. September 1853 Brugsch bricht zu einer Reise nach Oberägypten auf. Mariette verlegt sein Lager an die Pyramiden von Gizeh. Er entdeckt den Totentempel des Pharao Chephren.


16. Juli 1854 Ermordung des Vizekönigs Abbas Pascha.


24. September 1854 Mariette geht nach fast vier Jahren zurück nach Frankreich.


Frühjahr 1855 Mariette besucht Brugsch in Berlin. Brugsch hat in Berlin habilitiert, Gönner Alexander von Humboldt verschafft ihm die Stelle eines Diktorial-Assistenten.


Oktober 1857 Mariette soll Prinz Napoleons Ägyptenreise vorbereiten und fragt Brugsch an, ob er ihn begleiten würde.


November 1857 Empfang von Mariette und Brugsch durch Said Pascha, beide Reisen durch ganz Ägypten und sammeln für den französischen Prinzen, doch dieser verschiebt die Reise immer wieder.


Januar 1858 Prinz Napoleon sagt die Reise endgültig ab. Mariettes Vorgesetzte verlangen seine sofortige Rückkehr nach Paris.


Februar 1858 Brugsch reist mit 20.000 Franc, die er von Said Pascha als Budget für die Nilreise erhalten hat, als reicher Mann nach Deutschland zurück.


Frühjahr 1858 Mariette schlägt Said Pascha vor, ein eigenes Museum in Kairo zu errichten, mit Mariette als Leiter. Said willigt ein und ernennt ihn zudem zum Generaldirektor aller Ausgrabungen. Mariette beschäftigt daraufhin mehr als 2000 Arbeiter an mehr als 30 verschiedenen Orten.


1862 Weltausstellung in London, Mariette stellt die Exponate für Ägypten zusammen.


18. Januar 1863 Tod von Said Pascha.


Juli 1863 Brugsch gründet in Deutschland eine Fachzeitschrift für Ägyptologie.


Sommer 1864 Angebot an Brugsch als preußischer Generalkonsul nach Kairo zu gehen.


14. August 1865 Mariettes Frau stirbt im Alter von nur 38 Jahren an den Folgen einer Cholera-Epidemie. Erste größere Meinungsverschiedenheit von Mariette mit Brugsch wegen vorzeitiger Veröffentlichung von Inschriften durch Professor Lepsius in Berlin.


Ende1866 Finanzielle Schwierigkeiten zwingen Brugsch zur Rückkehr nach Deutschland.


1867 Brugsch erhält einen Lehrstuhl an der Universität in Göttingen.


1869 Mariette arbeitet an den Feierlichkeiten anlässlich der Eröffnung des Suez-Kanals. Brugsch erhält ein Angebot des Vizekönigs Ismail. Er soll den Posten des Direktors an der neu gegründeten Ägyptologenschule übernehmen.


November 1869 Brugsch fungiert als Reiseleiter für hochgestellte Persönlichkeiten.


30. Dezember 1872 Mariette lehnt den Direktoren-Posten der Ägyptischen Abteilung des Louvre ab. Begründung: Er fühle sich zu alt für einen Neuanfang, außerdem ziehe er das Leben am Nil vor.


24. November 1875 Großbritannien übernimmt den Aktienanteil (Suzekanal) des Vizekönigs, Brugsch, der dem Finanzministerium untersteht, wird entlassen.


Oktober 1878 Mariette kommt von einem einjährigen Aufenthalt in Frankreich zurück an den Nil und erlebt ein Desaster: Eine Jahrhundertflut hat Mariettes gesammelte Unterlagen vernichtet. Auch das Museum steht unter Wasser. Der entstandene Schaden ist unermesslich.


4. Januar 1881 Heinrich Grubsch und sein für Mariette als Assistent in Diensten stehender jüngerer Bruder Emil erfahren von Inschriften in den Pyramiden. Der todkranke Mariette kann nicht mehr mitkommen.


18. Januar 1881 Mariette stirbt nach einem 30-stündigem Todeskampf.


1. Juli 1881 Emil Brugsch bricht nach Theben auf. Heinrich ist derzeit in Deutschland.


6. Juli 1881 Emil Brugsch wird von Mohamed Abd el-Rassul zum Versteck der Könige geführt.


7. Juli 1881 Emil Brugsch lässt das Versteck restlos räumen.


14. Juli 1881 Abtransport der Königs-Mumien nach Kairo.


9. September 1894 Heinrich Brugsch stirbt 67-jährig in Charlottenburg.


1930 Emil Brugsch stirbt auf seinem Altersruhesitz in Nizza.

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