Codename: Chain Home

Lückenlose Luftraum-Überwachung

In England gibt die Regierung endlich grünes Licht für den Bau eines fast unsichtbaren Verteidigungswalls entlang der Küste. Codenamedes Vorhabens: Chain Home. Im Abstand von jeweils 40 Meilen sollen 20 Radarstationen für eine lückenlose Luftraumüberwachung sorgen.

Jede Station, oft meilenweit von der nächsten Ortschaft entfernt, wird an das Stromnetz angeschlossen und Nachrichtenverbindungen zur Zentrale der Royal Air Force nach London gelegt. Unter hohem Zeitdruck werden nach Watson-Watts Plänen die technischen Geräte gebaut.

Gigantisches Vorhaben



Zu jeder Station gehören vier Sendetürme aus Stahl und vier Empfängertürme aus Holz. Die Chain Home - ein gigantisches Vorhaben. Aber der vorgegebene Zeitplan kann nicht eingehalten werden. Zu wenig Rohstoffe, fehlendes Personal, Probleme bei der Kalibrierung - es wird länger dauern als geplant.

Weichen stehen auf Krieg

In England macht der Bau der Chain Home im Jahre 1938 langsam Fortschritte. Ende September des gleichen Jahres kommt der englische Premier Chamberlain nach München. Im Gepäck ein Friedensangebot an Hitler. England akzeptiert den Anschluss Österreichs und die Besetzung des Sudetenlandes. Hitler verspricht im Gegenzug, keine weiteren Expansionspläne zu verfolgen. Beim Abflug in die Heimat glaubt Chamberlain an den Erfolg seiner Beschwichtigungspolitik.


Sein Rückflug wird von den aufmerksamen Radaraugen der Chain Home verfolgt. Das englische Militär gibt nicht viel auf Hitlers Zusagen. Wenige Monate später bewahrheiten sich die Befürchtungen. Hitler besetzt Tschechien. Alle Weichen stehen auf Krieg.

Im Frühjahr 1939 hat der britische Radarwall immer noch Lücken. Watson Watt bleiben nur noch wenige Wochen Zeit, um die Küste zu sichern. Er entscheidet, dass alle weiteren Stationen nur noch mit drei Empfängertürmen auskommen müssen. Wird sein System funktionieren?

Zeppelin mit Aufklärungsauftrag



Der Bau der hohen Türme an der Südküste Englands bleibt dem deutschen Geheimdienst nicht lange verborgen. Welchen Zweck haben diese eigentümlichen Konstruktionen? Sind es Nachrichtenstationen, oder arbeiten die Engländer etwa an einem eigenen Radarsystem? Der Zeppelin LZ 130, beladen mit hoch sensiblen Geräten, soll Klarheit schaffen. Entlang der englischen Küste hören die Deutschen verschiedene Frequenzen ab. Aber die Türme scheinen keine Wellen auszusenden.

Währenddessen beobachten die Operateure der Chain Home das größte Signal, das sie je empfangen haben. Ihre Radarwellen verfolgen den Zeppelin. Warum die Crew an Bord des Luftschiffs nicht in der Lage war, die Wellen des englischen Radars zu orten, bleibt unklar. Wahrscheinlich haben sie einen vollkommen anderen Frequenzbereich abgesucht. Und bleiben im Glauben England besitze kein Radar.

Schwarzer Tag



1. September 1939: In den Morgenstunden greifen deutsche Verbände Polen an. Der 2. Weltkrieg hat begonnen. 14 mobile Radaranlagen haben Erbslöh und Von Willisen an die Streitkräfte geliefert, sechs Schiffe mit Seeradar ausgerüstet, acht Freya-Geräte gegen feindliche Bomberangriffe installiert. Doch für die beiden ist dies ein schwarzer Tag, wollten sie doch nie, dass ihre Erfindung in einem Angriffskrieg eingesetzt wird.

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