Dakota, der Hadrosaurier

Mumienfund wird der Kreidezeit zugeordnet

Der britische Dino-Forscher Dr. Phil Manning hat schon immer von der Möglichkeit geträumt, ein vollständiges Exemplar zu untersuchen. Die Dakota-"Mumie" dürfte voller neuer Informationen stecken. Sie könnte das immer noch lückenhafte Bild der Dinosaurier revolutionieren.

Hadrosaurier Quelle: ZDF

Vor 67 Millionen Jahren durchziehen Hell Creek statt Staub und Geröll Feuchtgebiete und Fließgewässer. Die Erde durchlebt eine Wärmeperiode. Wild wuchert üppiges Grün im Treibhaus-Klima der ausgehenden Kreide-Zeit. Riesige Reptilien beherrschen die Szene.

Namhafte Umwelt-Größen

Der Boden bebt, wenn Herden tonnenschwerer Pflanzen-Fresser das flache Fluss-Bett kreuzen. Es ist die Zeit namhafter Urwelt-Größen wie des schwer bewaffneten Tricératops und des berüchtigten Tyrannosaurus. Überall äsen Entenschnabel-Dinosaurier, auch Hadrosaurier genannt. Hadrosaurus bedeutet "massige Echse" - eine passende Bezeichnung für die zwölf Meter langen und drei Meter hohen Vegetarier. Die Zwei-Beiner sind gut zu Fuß. Keine leichte Beute für den gefürchteten T-Rex. Vor allem junge und schwache Tiere fallen ihm zum Opfer.

Tyrannosaurus Quelle: ZDF

Hadrosaurier kommen in der Kreidezeit häufig vor. Ihre an Entenschnäbel erinnernden Mäuler sind ideal zum Pflanzen-Zupfen. In großer Zahl ziehen die Echsen durch Auwälder und Schwemmland der Flüsse. Eines Tages findet nah am Wasser ein Tier den Tod. Sehr bald bedecken schlammige Fluten den leblosen Riesen, versiegeln ihn vollständig für 67 Millionen Jahre. Komplette Saurier-Körper, am Stück versteinert, zählen zu den bedeutendsten Raritäten der Paläontologie. Und dieser Fund toppt alle bisherigen.

Aus dem Reich der Fantasie

Knochen Fuß Tyrannosaurus Quelle: ZDF

Knochen, Zähne, und Fußabdrücke sind oft die einzigen Zeugnisse, aus denen sich Wissenschaftler ihre Vorstellungen von den ausgestorbenen Urzeit-Riesen zusammenreimen müssen. Rekonstruierte Skelette verraten zwar die ungefähre Größe der Tiere. Aber ohne Haut und Muskulatur gehören alle Mutmaßungen über das Aussehen der Dinos ins Reich der Fantasie. Bestimmte Merkmale der Bein-Knochen lassen Aussagen über die Fortbewegungsweise eines Exemplars zu. Doch ohne die dazu gehörenden Sehnen und Muskeln bleibt offen, wie schnell und wendig die Echse tatsächlich war.

Anhand von Knochenfunden konnten bisher etwa 700 verschiedene Dino-Arten bestimmt werden. Sie entwickelten sich während knapp 200 Millionen Jahre im Erd-Mittelalter. Doch vieles über ihre Abstammungs- und Verwandtschafts-Verhältnisse liegt im Dunkel der Vorzeit. Eine massive Mumie ist wie ein Tresor mit zahllosen Geheim-Informationen der Evolutionsgeschichte.

Verlässliche Hinweise

Untersuchung Hautfragment Quelle: ZDF

Die Untersuchung versteinerter Haut kann endlich verlässliche Hinweise auf die Struktur der Körperoberfläche bringen, die Messung der Muskelmasse Anhaltspunkte für Art der Fortbewegungen liefern. Vielleicht lassen sich sogar chemische Bruchstücke der Erbinformation finden. Doch um in das Tier hineinzuschauen, bedarf es spezieller Röntgen-Methoden. Um einen solchen Koloss zu durchleuchten, ist besonders schweres Gerät nötig. Einen entsprechenden Super-Scanner gibt es nur in einem Speziallabor in Los Angeles.

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