Das Abenteuer beginnt

Expedition mit vier Schiffen und 150 Mann

Vasco da Gama war bereits ein junger Mann, als 1487 ein Geheimagent namens Covilhao vom portugiesischen König auf eine gefährliche Reise geschickt wurde. Er hatte den Auftrag, auf dem Land- und Seeweg unerkannt die Küste Indiens zu erreichen. Möglicherweise folgte da Gama den Spuren des portugiesischen Spions und kannte von Anfang an das Ziel seiner Reise.

Vasco da Gamas Flotte bestand aus vier Schiffen, der San Rafael unter dem Kommando seines Bruders Paulo, der Berrio unter Nicolao Coego, einem Versorgungsschiff, das unterwegs verbrannt wurde, und dem Flaggschiff, der San Gabriel unter Vasco da Gama. Über viele Generationen schon hatten die Portugiesen den Bau von hochseetauglichen Schiffen vorangetrieben. Ihre kompakte Bauweise erleichterte das Manövrieren in flachen Gewässern und erhöhte die Stabilität. Zwischen den Kanonen, dem Ballast, den Tauen und Segeln und der Ladung war nur wenig Platz für die Besatzung. Eine Seereise damals glich einer Höllenfahrt.

Aussicht auf Reichtum und Ruhm

Zur Mannschaft gehörten auch Schwerverbrecher, denen man die Freiheit schenkte, um sie als Himmelfahrtskommando in feindlichen Gebieten einzusetzen. Vasco da Gama hatte die fähigsten Seefahrer seiner Zeit um sich versammelt. Viele von ihnen hatten sich bei früheren Entdeckungsfahrten der Portugiesen bereits bewährt. Aber keiner wusste, was ihm diesmal bevorstehen würde. Doch die Aussicht auf Reichtum und Ruhm lohnte das Wagnis der Fahrt. Immense Mengen Proviant mussten geladen werden. Ein Versorgungsschiff hatte die Aufgabe, Nahrungsmittel für ganze drei Jahre zu transportieren: Schiffszwieback, Öl, Getreide, Wasser und Wein, von dem jedem Besatzungsmitglied ein Liter pro Tag zustand.

Am 8. Juli 1497 verließen die vier Schiffe Lissabon: Das größte Abenteuer der portugiesischen Seefahrt hatte begonnen. Nun kam alles darauf an, ob es dem Kommandanten gelingen würde, die Disziplin an Bord aufrecht zu erhalten. Es würde die bis dahin längste Seefahrt aller Zeiten werden. Gut 150 Mann befanden sich an Bord der Schiffe. Darunter Navigatoren und Matrosen, Soldaten und Segelmacher, Zimmerleute, Büchsenmacher, Köche und Kajütenjungen. Noch waren die Vorratskammern gefüllt. Aber frisches Fleisch würde es nicht mehr lange geben. Fische waren dann für Monate hinaus die einzige frische Nahrung.

Permanente Gegenströmung

Gleich zu Beginn der Fahrt stand Vasco da Gama vor einer schwierigen Entscheidung. Der nahe liegende Weg zum Kap der Guten Hoffnung wäre natürlich entlang der Westküste zu fahren. Aber permanente Gegenströmungen des Südostpassates verhinderten diesen Weg, damalige Schiffe konnten dem nicht standhalten. Stattdessen hat Vasco da Gama einen Ausweg gewählt, er ist in weitem Bogen Richtung Südamerika und hat den Südostpassat quasi umfahren.
Mit einem Astrolabium wurde der Breitengrad bestimmt. Das Gerät wurde so justiert, dass ein Sonnenstrahl durch zwei gegenüberliegende Löcher fällt und auf einer Skala den Breitengrad ablesen lässt. Für die Bestimmung des Längengrads gab es damals noch keine genaue Methode.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet