Das "Atlantis der Kosaken"

Siedlung als versteckter Stützpunkt

Hölzerne Festungen bildeten die Operationsbasen der Kosaken am Dnjepr. Ihre Lage im schwer zugänglichen Flusslabyrinth unterhalb der Stromschnellen machte sie zum sicheren Zentrum des Kosakentums. Diese versteckten Stützpunkte haben nur wenige Fremde je gesehen.

Die Neugier der Archäologen ist groß, nach den Schiffsfunden auf dem Flussgrund endlich auch die Reste einer der legendären Kosakenfestungen zu entdecken.

Navigationshilfen im Irrgarten

Mit dem Schlauchboot durchstreifen sie am Dnjepr die "Veliki lug", die "große Wiese". Zeitgenössische Beschreibungen, alte Karten, ein Kompass und ihr Gespür sind die Navigationshilfen in diesem Irrgarten. Die alten Karten stimmen nicht mehr, seit der Dnjepr aufgestaut wurde, aber das haben sie einkalkuliert. Trotzdem sind alle Spuren wie vom Wasser verschluckt. Einsatzleiter Maxim Ostapenko und seine Kollegen sind ratlos. Hier im Kernland der Kosaken muss sich doch mehr erhalten haben als ein paar Legenden.

Die Kosaken galten sowohl zu Pferd als auch am Boden als ausgezeichnete Kämpfer, aber sie haben sich ebenfalls einen hervorragenden Ruf bei Feldzügen zu Wasser erworben. Nur wer auf einem Schiff gekämpft hatte, durfte sich "Kosak" nennen. Trotzdem haben sie mit ihren Familien wohl nicht nur auf Schiffen gelebt.

Kriegsschrott statt Gold und Silber



Das Forschungsboot ankert, wo vor 250 Jahren eine große Kosakensiedlung gestanden haben soll. Bei der Suche nach dem "Atlantis der Kosaken" helfen auch Unterwasser-Metalldetektoren. Doch statt Gold und Silber finden die Archäologen Kriegsschrott. "Im Zweiten Weltkrieg war der Dnjepr eine hart umkämpfte Verteidigungslinie der Deutschen, während die Kosaken in Wehrmachtsuniform auf dem Balkan Partisanen jagten", erzählt Wladimir, der Schiffskoch der Expedition.

Vages Bild vom freien Leben

Die Ausbeute nach einer Stunde Taucharbeit: das Magazin eines Maschinengewehrs aus dem Zweiten Weltkrieg. Doch dann: Scherben von Keramikkrügen, Reste einer Schnapsflasche, die Harald Stadler zielsicher den Kosaken zuordnet. Denn ohne die "richtige Verpflegung" war mit ihnen kein Krieg zu gewinnen. Wichtig für ihre Hieb- und Stichwaffen: Ein Schleifstein vom versunkenen Kosakendorf.


Die Siedlungsfunde sind nicht spektakulär, doch sie ergeben ein vages Bild vom freien Leben der Kosaken. Das endete 1775, als Katharina die Große ihre Zentren zerstören ließ und viele in die Verbannung schickte. Aus Angst vor Aufständen.

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