Das Ende der beiden Abenteurer

Im Land der glitzernden Steine

Dem Staat am Kap der Guten Hoffnung war das einmalige Produkt der Natur Fluch und Segen zugleich. Rhodes' Ehrgeiz endete mit seinem Niedergang.

1886 hatten Einheimische in der Nähe von Pretoria am Witwatersrand reiche Goldadern entdeckt. Erneut überschwemmten Tausende von Glücksrittern das Land. Erneut standen sie Burenfarmern gegenüber, die dort die Republik Transvaal ausgerufen hatten. Ihren Präsidenten Paul Krüger setzte Premier Rhodes massiv unter Druck. Denn die Buren kassierten von den Schatzgräbern hohe Steuern, schlossen sie aber vom Wahlrecht aus. Doch nicht soziale Gerechtigkeit hatte der Engländer im Sinn. Vielmehr wollte er das Transvaal und den Orange Free State für die britische Krone vereinnahmen. Bewusst trieb er das Land in einen langjährigen Krieg. 1894 schickte er eine Invasionsarmee ins gegnerische Johannesburg. Zwischen Briten und Buren entbrannte ein erbarmungsloser Kampf.

Militärisches Desaster

Rhodes' Mission endete schließlich in einem militärischen Desaster. Viele Engländer gerieten in Gefangenschaft. Ihnen drohte das Todesurteil. Erst in letzter Minute konnte Rhodes die Soldaten mit einer astronomisch hohen Geldsumme freikaufen. 1902 kapitulierten die Burenstaaten doch noch vor der Weltmacht England. Daraus folgte der unheilvolle Pakt gegen die schwarze Bevölkerung des Landes, die Apartheid. Cecil Rhodes' Stern sank genau so schnell, wie er aufgestiegen war. Die misslungene Aktion gegen das burische Johannesburg markierte den Wendepunkt in der Laufbahn des Erfolgsverwöhnten. Königin Viktoria hielt ihn für größenwahnsinnig und ließ ihn fallen. Die britische Krone enthob ihn seiner politischen Ämter. Selbst der Direktorenposten bei De Beers war gefährdet.

"Turn me over, Jack!"

Am 26. März 1902 starb Cecil Rhodes in einer Bauernkate in Muizenberg nahe Kapstadt. Er wurde 48 Jahre alt. Sein Leibarzt Dr. Jameson berichtete der Presse später: Mühsam habe der Kranke hervor gepresst: "So little done, so much to do. - So wenig erreicht, noch so viel zu tun!" In Wahrheit lauteten seine letzten Worte: "Turn me over, Jack! - Dreh mich auf die Seite, Jack!" Der letzte Wunsch eines erschöpften Menschen, dem der Tod Erlösung bringt. Das Ableben des Großindustriellen beklagten Schlagzeilen weltweit, obwohl die Öffentlichkeit ihn schon damals als Rassisten und Kriegstreiber verurteilte. Von Kapstadt aus wälzte sich zwei Wochen lang ein gigantischer Beerdigungszug bis in das südliche Zimbabwe. Dort wollte Cecil Rhodes in den einsamen Granitfelsen der Matopo-Berge beigesetzt werden. Der "Platz der Ahnen", wie die Eingeborenen das Plateau nennen, bietet einen atemberaubenden Blick über das Land, das bis zur Unabhängigkeit 1980 den Namen eines großen Visionärs trug.

Selbstmord oder Anschlag?

Ein ewiges Rätsel sind die Umstände von Barnatos Tod. Im Mai 1897 nahm er die Schiffspassage nach England. Auf der Überfahrt stürzte er unter mysteriösen Umständen von Bord und ertrank im Meer. Der einzige Zeuge war sein Neffe und Erbe Joel. Niemand weiß, ob der Millionär Selbstmord begangen hat, wie die Zeitungen vermuteten, oder der 47-jährige einem Anschlag seines Verwandten zum Opfer fiel.

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