Das Ende der Hobbits

Überlebenskampf gegen Tier und Mensch

Insgesamt barg das Team in der Höhle Liang Bua Knochen von sieben Hobbits, die in die Zeit von vor 100.000 bis vor 12.000 Jahren datiert werden konnten. Die Knochen beweisen, dass die Hobbits mehr als 80.000 Jahre die Höhle besiedelten.

Bei der Grabung kommen immer mehr Knochen zum Vorschein. Wie konnten die Hobbits so lange überleben? Offenbar waren sie Opportunisten und jagten jede erdenkliche Beute.

Bei der Besiedelung im Vorteil

Um einen Komodowaran zu erbeuten, mussten die Kleinen den Angriff gut planen. Warane sind äußerst wehrhaft und ihr Speichel ist giftig. Vermutlich kam es ebenso häufig vor, dass aus den Jägern Gejagte wurden. Auch Warane sind exzellente Schwimmer, bei der Besiedelung von Inseln sind sie den Säugetieren gegenüber im Vorteil. Ein einziges befruchtetes Weibchen kann eine neue Kolonie gründen.


Einer dieser Eroberer könnte Megalania gewesen sein. Die Leibspeise des sechs Meter langen Monsters waren Stegodonten. Megalania übertrifft die heutigen Warane an Geschwindigkeit und Schlagkraft. Da es auf der Insel keine großen, fleischfressenden Säugetiere gab, stand Megalania am Ende der Nahrungskette. Nur die gewaltigen Echsen stellten für den Hobbit eine Bedrohung dar.

Treffen der Arten



Schließlich verließ auch der moderne Mensch vor rund 60.000 Jahren Afrika. Schnell kolonisierten unsere Ahnen Asien und erreichten Indonesien vor etwa 50.000 Jahren. Mit ihren großen Gehirnen erdachten sie Wasserfahrzeuge und setzten nach Australien über. Zur selben Zeit etwa erreichten sie auch Flores.

War das Eiland Flores irgendwann zu klein für beide Arten? Oder leben die Hobbits immer noch im Verborgenen, wie einige Einheimische glauben? In einem Dorf, das nur etwa 100 Kilometer von der Grabungsstätte entfernt liegt, gibt es viele Legenden. Eine davon berichtet, wie die Ebo Gugu, kleine Wesen aus der lokalen Mythologie, an diesem Vulkan ihr Ende gefunden haben.

Rache der Dorfbewohner



Der Überlieferung nach geschah dann etwas, das die Dorfbevölkerung in helle Aufregung versetzte. Die bis dahin friedfertigen Hobbits wandten sich gegen ihre Nachbarn. Angeblich plünderten sie ohne Vorwarnung die Gärten der Dörfler und stahlen Gegenstände aus ihren Hütten. Selbst das älteste Argument, um einen Fremden als Feind auszuweisen, wird in der Geschichte zitiert: Die Hobbits sollen ein Baby gestohlen haben. Schließlich nahmen die aufgebrachten Dorfbewohner Rache. Sie stürmten den Vulkan, um die Kidnapper zu stellen. In ihrem Zorn sollen die Verfolger ein Feuer in der Hobbithöhle gelegt haben, das alle Bewohner tötete.

"Starben die Ebu Gogo in der Höhle oder sind sie entkommen." Die Antwort kennt niemand mehr. Die Frage, ob der Homo Sapiens dem Hobbit vor 300 oder vielleicht vor 13.000 Jahren den Garaus gemacht hat, drängt sich trotzdem auf. Doch es gibt keinen Hinweis darauf, wie die Hobbits gestorben sind - kein Loch im Kopf, keine gebrochenen Beine; nichts, was auf einen Tod durch Gewalt deutet." Vielleicht gehörte das "Mädchen", von den Forschern Flo genannt, aus der Höhle zu einer Jagdgemeinschaft und kehrte mit einer Verletzung nach Liang Bua zurück. Sie fiel in eine Vertiefung mit Wasser und ertrank.

Experiment beendet

Wie Flo tatsächlich starb, bleibt vorläufig reine Spekulation, allerdings besteht kein Zweifel darüber, dass ihre Art vor 12.000 Jahren plötzlich verschwand. Offensichtlich beendete die Natur selbst ihr Erfolg versprechendes Experiment. Über der Ascheschicht in einer Wand der Grabungshöhle finden sich weder Überbleibsel von Hobbits, noch von Stegodonten.




In den nächsten Jahren werden die Forscher versuchen herauszufinden, ob es nur auf der Insel Flores Hobbits gegeben hat oder ob die Zwerge vom Ende der Welt auch auf anderen Inseln Indonesiens gelebt haben. Immerhin wurde 2003 eine völlig neue Menschenart entdeckt. Es könnte anderswo weitere unentdeckte Menschentypen geben.

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